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Frisierte Karriere endet im Knast

Arbeitszeugnis und Universitätsabschluss gefälscht: 18 Monate Freiheitsstrafe - 08.02. 17:00 Uhr

Nürnberg  - Um seine Jobchancen zu verbessern, polierte ein Nürnberger (32) seine Bewerbungsunterlagen gehörig auf: Er flunkerte bei der Berufserfahrung und fälschte Zeugnisse – vor Gericht gibt er sich kleinlaut.

Weil er seine Bewerbungsunterlagen frisierte, wurde ein Nürnberger zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Es half ihm auch nichts, dass er sich im Gerichtssaal kleinlaut gab.
Weil er seine Bewerbungsunterlagen frisierte, wurde ein Nürnberger zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Es half ihm auch nichts, dass er sich im Gerichtssaal kleinlaut gab.
Foto: Eduard Weigert
Weil er seine Bewerbungsunterlagen frisierte, wurde ein Nürnberger zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Es half ihm auch nichts, dass er sich im Gerichtssaal kleinlaut gab.
Weil er seine Bewerbungsunterlagen frisierte, wurde ein Nürnberger zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Es half ihm auch nichts, dass er sich im Gerichtssaal kleinlaut gab.
Foto: Eduard Weigert

Den Karriereturbo holte sich der Realschüler aus dem Internet – ein Scanner, Online-Bewerbungen und der Verzicht auf beglaubigte Zeugnisse machten es ihm leicht, sich Topqualifikationen für seine Traumstelle zu attestieren. Und so wurde aus em gelernten Werkschutz-Mitarbeiter mit Interesse an Informationstechnologien am Heimcomputer eine Spitzenkraft, die sich bei einer Nürnberger Firma als „Junior Account Manager“ anstellen ließ.

Das passende Dokument, ein Spitzenabitur mit einem Notendurchschnitt von 1,2, lief sauber aus dem Drucker, der angepasste Lebenslauf gleich hinterher. Im März 2009 erschlich er sich mit diesen Papieren in einem mittelständischen Nürnberger Unternehmen für IT–Service-Leistungen seine Wunschstelle, doch bereits im Juni musste er die Firma verlassen.


Verborgene Talente entdeckte sein Arbeitgeber offenbar nicht. „Sein Arbeitsstil war zweckmäßig“, wurde ihm ins Arbeitszeugnis geschrieben, keine lobende Formulierung. Der ehrgeizige Mann blendete hemmungslos weiter: An seine nächste Online-Bewerbung hing er zwar besagtes Zeugnis, doch den kritischen und daher störenden Satz hatte er vorher per Computer entfernt. Auch für diese Stelle, erneut bei einer IT-Firma mit Firmensitz in Nürnberg, erhielt er den Zuschlag.

Im August 2010 plante er die nächste Stufe auf der Karriereleiter: Diesmal ergänzte er seine Unterlagen um ein Studium. In den USA wollte er den „Master of International Management“ erreicht haben — wieder erschlich er sich eine Spitzenstelle mit einem Spitzengehalt.

Kreative Ausreden



Doch schon in der Probezeit konnte er nicht halten, was seine Abschlüsse versprochen hatten – im November 2010, er hatte acht Wochen gearbeitet, verlor er seinen Arbeitsplatz. Weiteren Bewerbungen war nun ein Riegel vorgeschoben, sein letzter Arbeitgeber bestand auf einem nachvertraglichen Wettbewerbsverbot von zwei Jahren. Dreist zog der 32-Jährige vor das Arbeitsgericht und forderte eine Karenzentschädigung von 38.400 Euro. Nun flog sein Bluff auf, doch blass und betreten gab er sich nicht. Im Gegenteil: Er schob so viele kreative Ausreden nach, dass er sich neben der Fälschung beweiserheblicher Daten in drei Fällen auch des versuchten Prozessbetruges schuldig machte.

Vor dem Amtsgericht gibt er sich kleinlaut, schildert, dass er derzeit einen Nebenjob ausübt und mitten in einem Fernstudium steckt. Doch seine Bitte um Bewährung wird nicht erhört – der Mann ist wegen Betruges vierfach vorbestraft. Nun muss er eineinhalb Jahre hinter Gitter.
  



VON ULRIKE LÖW

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