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Müll trennen, Wasser sparen? Für Dominique, Neele und Fiona gehört das schon längst zum Alltag. Die Mädchen besuchen die vierte Klasse der Schule in Großgründlach und haben sich mit ihrer Lehrerin Sibylle Schreier schon oft mit Umweltfragen befasst. Schließlich besuchen sie eine zertifizierte „Umweltschule“, und wenn sie diese Auszeichnung behalten wollen, müssen sie einiges dafür tun. „Zum Beispiel in den Pausen stoßlüften und vorher die Heizung ausschalten“, sagt Clara (9). Ihr Mitschüler Lucas liest täglich die Wasseruhr ab und kontrolliert so den Verbrauch.
Andere sammeln in der Pause Müll. „Wir haben Zangen, damit ist das kein Problem“, erzählen Timon und Clara. „Und es ist doch eklig, wenn überall Müll herumliegt.“ Schon längst ist der örtliche Schreibwarenladen auf Initiative der Schüler hin mit Heften aus Recyclingpapier bestückt, und wenn die Eltern daheim Computer oder Fernsehgerät im Standby-Modus lassen, hält ihnen der Nachwuchs einen Vortrag zum Thema Energieverbrauch.
Künftig könnte diese Predigt noch deutlicher ausfallen, denn die Klima-Kiste gibt Schülern und Lehrern noch viel Material zum Thema an die Hand. In dem grünen Kasten stecken zum Beispiel Geräte, die den Stromverbrauch exakt messen, oder Thermometer zur Bestimmung der Raumtemperatur bei Experimenten rund ums Lüften. Broschüren ermuntern die Kinder unter dem Motto „nicht alles in die Tonne treten“ dazu, Dinge wieder zu verwenden statt wegzuwerfen, oder erklären unter dem Stichwort „zu viel Fleisch ist Käse“ den Zusammenhang zwischen Ernährung und Klimawandel.
„Wenn die Kinder dank der Strom-Messgeräte sehen, wie der Strom im Standby-Betrieb weiterläuft, hat das noch einmal einen ganz anderen Effekt als die Theorie“, sagt Schreier, die zugleich Umweltbeauftragte der Schule ist und mit der Kiste bereits gearbeitet hat.
„Nur durch Teilhabe können wir die Schüler erreichen“, sagt auch Carina Dürr von der
Bismarckschule. Dort kooperieren Grund- und Hauptschule im Bereich der Umweltbildung, die Großen studieren zum Beispiel ein Mülltrennungstheater für die Kleinen ein. Auch Dürr freut sich über die Materialien, ihrer Meinung nach sorgen erst Experimente für die nötigen „Aha-Effekte“. Das Neue Gymnasium plant, mit Hilfe der Broschüre ein Umweltspiel zu gestalten und so möglichst viele Klassen zu erreichen. Es werde ein fächerübergreifendes Projekt mit den Kunsterziehern geben, sagt der Pädagoge Matthias Löffler.
Je nach Alter der Kinder sind die Kisten unterschiedlich bestückt, eher spielerisch werden die Grundschüler an das Thema herangeführt, auf die Größeren warten anspruchvollere Hintergrundinformationen und Experimentierkästen. Die Klimakisten sind das Herzstück des Klimaschutzprogrammes „Aktion Klima!“, das vom Verein „Bildungscent“ getragen und vom Bundesumweltministerium gefördert wird. Bundesweit arbeiten bereits 1600 Schulen mit dem Material, weitere Einrichtungen können sich beteiligen.
In Nürnberg übergaben die Bundestagsabgeordneten aller Parteien bei einer Veranstaltung im Pädagogischen Institut jetzt symbolisch die
Kisten an die Schulen, für die Grünen war Uwe Kekeritz aus Fürth da-
bei. Die Lehrer konnten bei dieser Gelegenheit Kontakt zu den Abgeordneten knüpfen und mit ihnen über umweltpolitische Fragen diskutieren. Auf ihre Schüler warteten Experimente, wie sie sich auch mit Hilfe der Klima-Kisten durchführen lassen.
Die Stadt selbst ermuntert bereits seit elf Jahren mit dem Energie- und Wassersparprogramm KEiM („Keep Energy in Mind“, „denk an die Energie“) Schüler und Lehrer zu umweltbewusstem Verhalten. Ziel sei es, die Schulen beim Klimaschutz zu unterstützen, sagt Cordula Jeschor vom Pädagogischen Institut.
Weitere Infos im Internet unter http://klima.bildungscent.de oder bei Cordula Jeschor vom Pädagogischen Institut, Tel. (0911) 2319059.

Bewerbungen für den NN-Kunstpreis werden ab 1. März 2012 entgegengenommen. Die Teilnahmebedingungen finden Sie
hier.