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Gefährliche Risse

Stadt saniert Kasemattentor - 21.10. 17:00 Uhr

Nürnberg  - Die Stadt muss sich auf ein weiteres finanzielles Problem vorbereiten: Die Reparatur des mittelalterlichen Kasemattentors wird kräftig zu Buche schlagen. Die Höhe der Kosten ist noch nicht ermittelt.


Seit Mai gesperrt: Risse im Durchgang des Kasemattentors bereiten den Planern im Hochbauamt Kopfzerbrechen.
Seit Mai gesperrt: Risse im Durchgang des Kasemattentors bereiten den Planern im Hochbauamt Kopfzerbrechen.
Foto: Karlheinz Daut
Seit Mai gesperrt: Risse im Durchgang des Kasemattentors bereiten den Planern im Hochbauamt Kopfzerbrechen.
Seit Mai gesperrt: Risse im Durchgang des Kasemattentors bereiten den Planern im Hochbauamt Kopfzerbrechen.
Foto: Karlheinz Daut

Fußgänger und Radfahrer wundern sich: Seit Mai ist das Kasemattentor in der Stadtmauer gesperrt. Holzbretter füllen das Tor aus, ein Bauzaun und ein Schild halten Passanten auf Abstand zum Gemäuer. Dabei ist der Durchgang eine wichtige Verbindung in die Altstadt, wie der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) bestätigt. „Radler und Fußgänger müssen nun Umwege in Kauf nehmen, entweder an der Norishalle in die Innenstadt oder durch den Tunneldurchgang am Hübnerstor“, moniert Jens Ott vom ADFC. Das Ärgerliche: Erst wer direkt vor dem Kasemattentor stehe, wisse, dass er umkehren müsse. Ein Schild, dass einige Meter weiter vorne auf die Sperre aufmerksam machen würde, sei nötig, so Ott.

So wie es aussieht, bleibt der Durchgang länger gesperrt. Simone Butzner vom Hochbauamt zerstreut auf Anfrage die Hoffnung auf eine baldige Öffnung. „Das Mauerwerk sackt in Richtung Pegnitz ab“, sagt sie. Das Tor habe gesperrt werden müssen, weil es Risse habe und die Gefahr bestehe, dass sich Gestein löst und herunterfalle. „Die Statik ist ein Problem, aber es besteht keine Gefahr, dass das Bauwerk einstürzt“, beruhigt Butzner.

Die Projektleiterin und der Statiker Martin Hollweck sind seit Mai den Rissen am mittelalterlichen Bauwerk auf der Spur. Ihre Analyse des Untergrundes hat ergeben: Das Gemäuer, das etwa 1485 bis 1490 errichtet worden ist, steht auf Eichenpfählen. Die wurden rund vier Meter tief in die festen Bodenschichten am Ufer der Pegnitz getrieben.

Jahrhundertelang stand das Kasemattentor stabil. Im Zweiten Weltkrieg setzten ihm Bombentreffer zu, die einstige Steinbrücke über die Pegnitz und ein Turm wurden komplett zerstört. Nach dem Krieg spülte Pegnitzwasser den unteren Bereich aus. Bereits 1957/58 hatte man bei Baumaßnahmen zum Hochwasserschutz Risse im Mauerwerk entdeckt. Die Schäden wurden provisorisch behoben.

In vergangener Zeit wurden die Risse im oberen Gewölbe des Gangs aber immer größer. Der Grund: Die Wand hat sich an dieser Stelle bereits drei Zentimeter zum Fluss hin verschoben. Klar ist nun auch, dass die jahrhundertealten Pfähle im Uferbereich keinen Halt mehr finden und sich schräg zur Pegnitz neigen. Die beiden Experten Butzner und Hollweck arbeiten derzeit ein Konzept für eine Sanierung aus. Doch die Kosten für die Maßnahme sind noch nicht ermittelt. „Außerdem können wir mit der Reparatur erst nach der Schneeschmelze im Frühjahr 2011 beginnen“, sagt Projektleiterin Butzner. Die Baumaßnahme, so viel sei klar, werde viel Geld kosten. Ob mit einer Fertigstellung im nächsten Jahr zu rechnen sei, bezweifelt Butzner: „Die Baustelle ist sehr kompliziert.“ 





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