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Hallenbäder machen Dampf

Außenbecken auch bei Minusgraden offen — Gesund, aber energieintensiv - 10.02. 09:30 Uhr

Nürnberg  - Sie dampfen und blubbern trotz Minusgraden: die Außenbecken der Hallenbäder. Der Badespaß ist beliebt und gesund, aber nicht umweltfreundlich.

Gut für den Körper, schlecht für die Umwelt: Auch bei Minusgraden sind die Außenbecken, wie hier im Südstadtbad, bei den Badegästen sehr beliebt — und deshalb trotz des hohen Energieaufwands immer geöffnet.
Gut für den Körper, schlecht für die Umwelt: Auch bei Minusgraden sind die Außenbecken, wie hier im Südstadtbad, bei den Badegästen sehr beliebt — und deshalb trotz des hohen Energieaufwands immer geöffnet.
Foto: Michael Matejka
Gut für den Körper, schlecht für die Umwelt: Auch bei Minusgraden sind die Außenbecken, wie hier im Südstadtbad, bei den Badegästen sehr beliebt — und deshalb trotz des hohen Energieaufwands immer geöffnet.
Gut für den Körper, schlecht für die Umwelt: Auch bei Minusgraden sind die Außenbecken, wie hier im Südstadtbad, bei den Badegästen sehr beliebt — und deshalb trotz des hohen Energieaufwands immer geöffnet.
Foto: Michael Matejka

30 Grad Celsius Wassertemperatur, dafür muss es einen schon auf die Malediven oder nach Thailand verschlagen. Oder aber ins Außenbecken des Hallenbads Nordost in Nürnberg. Dort ist das warme Nass sogar garantiert — allen äußeren Bedingungen zum Trotz. Auch bei den aktuellen Minusgraden sind die Außenbereiche wie im Nordostbad und im Südstadtbad geöffnet — und beheizt.

„Da sieht man die Euros davondampfen“, sagt Joachim Lächele, „da blutet mir schon das Herz.“ Der Zweite Werkleiter des Eigenbetriebs NürnbergBad ringt sich dennoch ein Lächeln ab. Denn: Obwohl die aktuellen Temperaturen geschätzt zehn bis 15 Prozent mehr Wärme fordern als normal, ist der Dauerbetrieb der 30-Grad-Becken unumstritten.



Weil die Außenbereiche bei Badegästen sehr beliebt sind. Insbesondere bei sehr jungen und etwas älteren Gästen. „Um mit der Konkurrenz mitzuhalten, müssen wir dieses Angebot auch weiterhin bieten“, sagt Lächele. Gemeint sind die Spaßbäder wie in Fürth oder Hersbruck. „Das wird von einem modernen Bad erwartet.“

Kritik wegen des wenig umweltfreundlichen, sehr hohen Energieverbrauchs gibt es eher selten, sagt Lächele. Vielmehr wünschen sich die Badegäste, dass das Wasser „noch ein paar Grad wärmer ist“. Damit die Becken trotz Kälte und Frost heiß

laufen, müssen sie nachts mit einer Plane abgedeckt werden. „Ohne die Isolierabdeckung würde das Wasser irre schnell abkühlen“, weiß Markus Steer, Schichtführer im Nordostbad. Und das, obwohl das Becken ohnehin rund um die Uhr beheizt wird.

Den Badegästen rät Steer grundsätzlich zu einer Badekappe, wenn sie sich in den Außenbereich begeben, „aber darauf hören ja die wenigsten“, sagt der 41-Jährige. Die meisten sind trotz der Kälte knallhart, sagt Steer, der seinen Rundgang um den Außenbereich auch in T-Shirt und Badehose macht.

Grundsätzlich ist das Baden im Außenbecken gesund, sagt der Nürnberger Allgemeinmediziner Michael Bangemann. „Thermalbäder sind seit Jahrhunderten eine gute Heilmethode und auch zur Stärkung der Abwehrkräfte gut.“ Wenn möglich, sollte aber der Kopf über Wasser bleiben. Sonst besteht die Gefahr einer Unterkühlung, wenn die Haare an der Luft trocknen. Schwer herzkranke Menschen und Asthmatiker sollten den Außenbereich meiden. 



VON TIMO SCHICKLER

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