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Helfer beim Club: Wie eine Familie

36 Freiwillige sind bei jedem Heimspiel im Einsatz - 20.09.2011 07:00 Uhr

Nürnberg  - Ohne sie geht nichts. Oder eher: nichts mehr. Erst kurze Zeit unterstützen knapp 50 freiwillige Helfer — neudeutsch: Volunteers — den 1. FC Nürnberg bei seinen Heimspielen. Sie halten Mikrofone, geben Infos — und sind jetzt schon unverzichtbar.

Wo geht‘s lang? Auf diese Frage eines Fans haben Martina Ressel (Mitte) und Mehmet Özalpat (rechts) immer eine Antwort. Die beiden Volunteers in Polohemd und mit Club-Schal helfen, wo sie können.
Wo geht‘s lang? Auf diese Frage eines Fans haben Martina Ressel (Mitte) und Mehmet Özalpat (rechts) immer eine Antwort. Die beiden Volunteers in Polohemd und mit Club-Schal helfen, wo sie können.
Foto: Stefan Hippel
Wo geht‘s lang? Auf diese Frage eines Fans haben Martina Ressel (Mitte) und Mehmet Özalpat (rechts) immer eine Antwort. Die beiden Volunteers in Polohemd und mit Club-Schal helfen, wo sie können.
Wo geht‘s lang? Auf diese Frage eines Fans haben Martina Ressel (Mitte) und Mehmet Özalpat (rechts) immer eine Antwort. Die beiden Volunteers in Polohemd und mit Club-Schal helfen, wo sie können.
Foto: Stefan Hippel

Man kennt ihn ja noch, den Ehrenamtlichen. Er betreut zum Beispiel die Nachwuchsteams des Sportvereins. Oder er sitzt schon seit Jahrzehnten bei Heimspielen des Bezirksligisten am Eingang an der Kasse. Sie opfern ihre Zeit nicht für Geld, sondern für die Sache. Ehrenamtlich.


Aber nicht nur in kleinen Dimensionen sind freiwillige Helfer immer wichtiger. Kaum ein Großereignis funktioniert heute noch ohne Ehrenamtliche. Neuerdings auch nicht ein Heimspiel des 1. FC Nürnberg, der seit Ende der vergangenen Saison von 47 freiwilligen Mitarbeitern unterstützt wird. Kostenlos, nicht umsonst.

„Allein dass man seinen Teil zu einem gelungenen Heimspiel beiträgt, ist Entschädigung genug“, sagt Martina Ressel. Sie ist Volunteer (englisch für Freiwilliger oder Ehrenamtlicher) der ersten Stunde. Im Frühjahr ist sie zufällig auf die Anzeige des Clubs gestoßen, der via Homepage nach freiwilligen Helfern gesucht hat.

Ein Bewerbungsschreiben, ein Vorstellungsgespräch und eine mehrstündige Einführung später ist sie seitdem bei jedem Spiel im eigenen Stadion hautnah dabei. Meist an den Fan-Infoboxen. Dort verkaufen die Ehrenamtlichen nicht nur das Stadionheft, sondern helfen den Fans auch bei sämtlichen Fragen.

200 Kilometer zum Stadion

Beim Spiel gegen Werder Bremen ist die 32-Jährige als Begleitung bei der Live-Tour durch das Stadion eingeteilt. Sie führt zwar nicht, aber sie sorgt dafür, dass keiner der Teilnehmer verloren geht. Und sie hält die Fans bei Laune. Für die Frohnatur kein Problem. Wenn sie von ihrer Arbeit beim Club erzählt, leuchten ihre Augen durch die Brille.

Freiwillige Helfer wie Martina Ressel sind ein Glücksfall für Jürgen Ramspeck. Der Veranstaltungsmanager des 1. FC Nürnberg betreut die Volunteers, von denen 36 beim 1:1 gegen Werder Bremen im Einsatz sind. Erst zum sechsten Mal unterstützen sie den Club offiziell, „aber ich frage mich schon, wie das vorher ohne sie überhaupt funktioniert hat“, sagt Ramspeck. Er hat das Volunteer-Konzept ins Leben gerufen und in zwei „Kennenlernphasen“ aus 100 Bewerbern 47 Helfer ausgesucht. Voraussetzungen gab es praktisch keine, weder die Mitgliedschaft beim 1. FC Nürnberg, noch eine Altersgrenze. „Unser ältester Volunteer ist 65 Jahre alt.“ Eines war für viele der Bewerber aber von Vorteil: die Liebe zum Club.

Wie bei Mehmet Özalpat oder Jürgen Meth. Jürgen (39) hilft bei der Betreuung der Journalisten – und fährt dafür alle zwei Wochen 200 Kilometer aus Passau nach Nürnberg. Mehmet hatte sich eine Bewerbung zunächst gar nicht zugetraut, die Tochter aber ermutigte ihn. Und freut sich nun doppelt: Über Papas Einsatz für den Club (beispielsweise als Türkisch-Übersetzer am Mikro) und die Dauerkarte, die sie von ihm übernommen hat. Der 41-Jährige will seinem FCN etwas zurückgeben – und ein bisschen „zur Familie gehören“.

  

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