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Herrlich schlemmen im Grünen

Südtiroler Spezialitäten und billiges Bier locken zu Ausflügen in die Region - 11.05.2012

Zu Füßen von Schloss Spielberg und damit weit weg von jeder Großstadt liegt der Gasthof Genter — und doch ist die Küche dort so hervorragend, dass schon die Zeitschriften „Landlust“ und „Der Feinschmecker“ davon schwärmten.

Zu Füßen von Schloss Spielberg und damit weit weg von jeder Großstadt liegt der Gasthof Genter — und doch ist die Küche dort so hervorragend, dass schon die Zeitschriften „Landlust“ und „Der Feinschmecker“ davon schwärmten. © privat


Die Zeitschrift Landlust schwärmte von einem Gasthof „ohne Kitsch – dafür mit Genuss und Sinn für die Region“, Der Feinschmecker zählte ihn jüngst zu den 450 besten Landgasthäusern Deutschlands: Der Gasthof Gentner zu Füßen von Schloss Spielberg im Fränkischen Seenland hat sich in der Provinz mit Außergewöhnlichem einen Namen gemacht.

Verantwortlich dafür sind die Schwestern Walburga Gentner und Maria Braun-Gentner, die sich nach dem plötzlichen Tod der Eltern in den 1990ern für ihr Herz und damit für das 150-Seelen-Dorf entschieden: „Der Ort bedeutet Heimat für mich. Hier kann man mit der Natur und im Tempo der Natur gehen“, schwärmt Walburga Gentner.

Und so machte sie mit ihrer Schwester aus dem einstigen Wirtschaftshof des Schlosses ein Kleinod mit romantischen Gästezimmern und Ausstellungsräumen im Sudhaus der alten Brauerei. In die Gasträume locken nicht nur der Holzfußboden und historische Wirtshausmöbel, sondern vor allem die Küche von Oliver Marschall, der schon für die Sterneköche Dieter Müller und Hans Haas gearbeitet hat.

Aus regionalen Zutaten zaubert er Exquisites wie geschmortes Zicklein mit Spitzmorcheln und Zuckerschoten-Kohlrabi-Gemüse (19,80 Euro) oder Spargel mit Heidenheimer Klosterschinken (21 Euro). Die Speisekarte wechselt wöchentlich.

Ergänzt wird die Küche durch das Wissen von Kräuterpädagogin Maria Braun-Gentner, die Wildkräuter und Blüten sammelt und Pimpinelle, Schafgarbe, Löwenzahn oder Gänseblümchen auf den Teller bringt.

Eine Einkehr im Gasthof kann man wunderbar mit einem Spaziergang über die „Obstarche“ nebenan verbinden. Hier haben seltene regionale Apfel- und Birnensorten ein neues Zuhause gefunden. Auch Ausflüge ins Kloster Heidenheim und zum Hahnenkammsee lohnen sich.

Die phänomenale Aussicht auf die Weiten des Altmühltales belohnt die Ausflügler, die die weite Anreise zum Wettelsheimer Keller bei Treuchtlingen nicht scheuen. Es empfiehlt sich die Anreise mit der Bahn (15 Minuten Fußmarsch vom Bahnhof Treuchtlingen), schließlich kostet die Maß Märzen-Bier, das aus großen, gepichten Holzfässern fließt, nur 3,50 Euro.

Dazu bieten Marga Walk, die seit 42 Jahren den Laden schmeißt, und ihre Söhne Wolfgang und Helmut fränkische Brotzeiten und Gerichte zu herrlichen Preisen an – das Schäufele etwa zu nur 6,40 Euro. Bei schönem Wetter sind die 1200 Sitzplätze auf drei Terrassen gut gefüllt, schließlich sind das Seenland, die Fossa Carolina und Solnhofen mit seinem Steinbruch und dem Fossilien-Museum nicht weit.

Der Goldene Schwan in Eschenbach am Tor zum Hirschbachtal (Landkreis Nürnberger Land) verwandelte sich 1983 durch das Engagement von fünf Studenten und Sozialpädagogen in den Grünen Schwan. Das Gasthaus erlebte eine stürmische Zeit, servierte vegetarische Gerichte und etliche Kulturveranstaltungen und wurde zum Treffpunkt der grünen Szene.

Als Geld und gastronomisches Wissen ausgingen, übernahm 1990 Norbert Hörner das Lokal und führte es im Sinne der Vorgänger, aber deutlich professioneller fort. Heute ist das Gasthaus immer noch alternativ angehaucht und nicht so bieder wie andere Landgaststätten, aber ein Treffpunkt für die ganze Familie.

Bei Preisen um die zehn Euro für ein Hauptgericht (neben Fleischspeisen stehen auch immer einige vegetarische Gerichte, Salat und eine Suppe auf der täglich wechselnden Speisekarte) ist der Grüne Schwan mit seinem großen Biergarten ein beliebtes Ausflugsziel für Wanderer, Kletterer und Radler. Dienstags ab 17 Uhr gibt es eine Vollkornpizza, die man individuell zusammenstellen kann.

Wo früher 8000 Liter Wein abgefüllt waren, können nun je acht Personen mit deftigen Südtiroler Spezialitäten zünftig einkehren: In ihrem Bauerngarten in Oberheckenhofen bei Georgensgmünd haben der kernige Südtiroler Uli Runggaldier und seine Frau Annelie zwei (beheizbare) Weinfässer aufgestellt und mit Tischen und Bänken ausgestattet.

In urigem Ambiente kann man bei der Südtiroler Dorfstubn in Oberheckenhofen einkehren und deftige Spezialitäten genießen.

In urigem Ambiente kann man bei der Südtiroler Dorfstubn in Oberheckenhofen einkehren und deftige Spezialitäten genießen. © VGN


Doch auch im Garten selbst lassen sich Ausflügler gerne nieder, um an den gewaltigen Holztischen der „Südtiroler Dorfstubn“ mit Fremden ins Gespräch zu kommen und mit Südtiroler Speck, Käse, Kaminwurzn, Wein oder Schnäpsen ordentlich zu „marenden“ (südtirolerisch für „vespern“).

Vor 38 Jahren hat es den Fliesenleger Uli Runggaldier aus dem Grödnertal nach Franken verschlagen, seit zehn Jahren betreibt er im Erdgeschoss und Garten seines Wohnhauses die Dorfstubn. Diese ist Ziel der 17 Kilometer langen, einfachen VGN-Wanderung „Zum Südtiroler“, die von Eckersmühlen nach Unterheckenhofen führt — www.vgn.de/wandern/suedtiroler/

Mehr Informationen in unserer Rubrik Essen und Trinken! 

MARTIN MÜLLER

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