5°C
Samstag, 25.05. - 01:48 Uhr
Login
Info
Anmeldung
Diese Funktion steht nur registrierten Usern zur Verfügung.
Loggen Sie sich bitte hier ein oder registrieren Sie sich kostenlos!
Passwort vergessen
Info
Passwort vergessen
Wenn Sie Ihr Passwort vergessen haben können Sie hier ein neues Passwort anfordern. Geben Sie bitte hierzu Ihre E-Mail-Adresse ein!

E-Mail-Adresse
Druckversion

Herzkrank beim Stadtlauf - (fast) kein Problem

Fünf frühere Herz-Patienten nahmen am 10-Kilometer-Lauf teil — Alle wurden sportmedizinisch betreut - 01.10.2011 15:00 Uhr

Nürnberg  - Herzerkrankung und Leistungssport - passt das zusammen? Fünf Läuhaben beim Nürnberger Stadtlauf gezeigt, dass das sehr wohl funktioniert.

Fast alle Läufer auf diesem Bild haben eines gemeinsam: Sie waren herzkrank. Nun treten Jutta Schamberger (ganz links) und ihre Mitstreiter beim Nürnberger Stadtlauf an.
Fast alle Läufer auf diesem Bild haben eines gemeinsam: Sie waren herzkrank. Nun treten Jutta Schamberger (ganz links) und ihre Mitstreiter beim Nürnberger Stadtlauf an.
Foto: Manuela Prill
Fast alle Läufer auf diesem Bild haben eines gemeinsam: Sie waren herzkrank. Nun treten Jutta Schamberger (ganz links) und ihre Mitstreiter beim Nürnberger Stadtlauf an.
Fast alle Läufer auf diesem Bild haben eines gemeinsam: Sie waren herzkrank. Nun treten Jutta Schamberger (ganz links) und ihre Mitstreiter beim Nürnberger Stadtlauf an.
Foto: Manuela Prill

Als ihre Herzen am Montag höherschlugen, dann nicht, weil sie krank sind. Der Puls stieg, weil der besondere Tag endlich da war — und ein großes Ziel. Keiner der fünf Teilnehmer hätte vor vier Monaten nur daran gedacht, dass er mal beim Nürnberger Stadtlauf an den Start gehen würde.


„Zehn Kilometer! Niemals hätte ich geglaubt, dass man das schaffen kann.“ Dieter Koth schüttelt den Kopf, als könne er es immer noch nicht so recht glauben. Vor zwölf Jahren hatte der 69-Jährige seinen ersten Herzinfarkt. Aus heiterem Himmel, der Stress im Job war zu viel. „Damals hatten mich die Ärzte eigentlich schon aufgegeben“, erzählt er. Nach der Reha kehrte der Maschinenbautechniker zurück ins Berufsleben, 2007 dann der zweite Infarkt.

Weniger Medikamente

Umso erstaunlicher, dass er heute in seinem Sportdress nicht nur ziemlich fit aussieht, sondern es auch ist. „Durch das Lauftraining ist mein Blutdruck runtergegangen und ich muss weniger Medikamente nehmen.“

Auch Maria Gonzalez traf es völlig unvorbereitet. Mit 45 erlitt die schlanke, sportliche Frau einen Infarkt, ein halbes Jahr später musste ein Bypass gelegt werden. Dass sie am Montag als Läuferin an den Start geht, hätte auch sie nie für möglich gehalten. „Ich habe vorher mehr Mannschaftssport betrieben, auch ohne Infarkt hätte ich mir zehn Kilometer nicht zugetraut“, sagt sie.

Wie ihr geht es fast allen in der kleinen Laufgruppe. Nur Norbert Beer (51), der vor zwei Jahren an einer Herzklappe operiert wurde, war von Anfang an klar, „dass man danach wieder Sport machen kann und wie wichtig das ist“.

Die Idee für das Projekt „Laufen mit Herz“ stammt von Sabine Schumm. Die diplomierte Lauftherapeutin und Kardiosportgruppenleiterin arbeitet zusammen mit dem Institut für Sportmedizin und betreut dort Herzsportkurse. Schon lang ist sie davon überzeugt, dass kontinuierliches Lauftraining für Herzpatienten nicht schädlich sein muss. Im Gegenteil.

Nicht nur Stock und Sofa

Das bestätigt auch Dr. Bernd Langenstein, der die Teilnehmer vorab einem umfassenden Leistungs- und Fitnesscheck unterzogen hat. „Das Signal, das wir damit setzen wollen, ist, zu zeigen, dass mehr geht, als man denkt“, sagt er. Nicht selten hätten Patienten oder deren Angehörige Angst vor Überbelastung.

Bei vielen herrscht die Angst vor, dass sie sich mit Sport eher schaden. „Ich kenne viele, die denken, nach einem Infarkt gibt es nur noch Stock und Sofa“, stimmt Dieter Koth zu. Die kontinuierliche medizinische Betreuung während der Trainingsphase hat den fünf Läufern diese Angst genommen und Mut gemacht, es trotz Herzerkrankung zu versuchen.

Gut vier Monate haben sie nun zusammen mit Sabine Schumm ihre Ausdauer trainiert, Schritt für Schritt, ohne Leistungsdruck und ohne Zeitvorgaben. „Am Anfang war ich schon ein bisschen skeptisch, aber ich hatte nie das Gefühl, dass es mir schadet“, meint Jutta Schamberger.

Inzwischen kann sich die 53-Jährige, die vor ihrer Herz-Operation noch nicht ein einziges Mal Joggen war, ein Leben ohne Laufschuhe gar nicht mehr vorstellen.

Weitere Informationen zur Aktion „Laufen mit Herz“, ein ausführliches Lauftagebuch mit Bildern sowie einige Videos der Teilnehmer-Gruppe unter www.strukturtraining.de 

MANUELA PRILL - Lokales Nürnberg


Ihr Kommentar

Name:
 
 Bitte beachten Sie unsere Netiquette.
Info
Bestätigungswort

Um Ihren Kommentar abzusenden, geben Sie bitte das Bestätigungswort ein. Nicht lesbar? Erzeugen sie durch Klick darauf einen neuen Text.


Aktueller Zeitungstitel Nürnberger Nachrichten
  • Ballermann am Regnitzstrand? Markus Hörath über die Erlanger Bergkirchweih in Zeiten der Event-Kultur
  • Im Herzen ein Fürther: Ex-US-Außenminister Henry Kissinger wird 90
  • Verbraucher retten die Konjunktur: Verena Litz über die Investitionslust der Konsumenten
Nachrichten aus aller Welt

Schlagzeilen


User-Kommentare
Suche wird durchgeführt...
Baustellen in der Region
Karte zum Öffnen anklicken

Stadtanzeiger Aktuell

Im Gespräch
Was denkt ein Zollfahnder über Instinkte? Oder: Was verbindet ein Notarzt mit Langsamkeit?
Jede Woche steht im Lokalteil ein Nürnberger Rede und Antwort zu einem Thema, das man auf Anhieb nicht immer mit ihm verbindet.
Alle Beiträge finden Sie in unserer Rubrik: Im Gespräch.
Suche wird durchgeführt...

Wochenmagazin