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In Almoshof wie in Kraftshof stehen die Kunden bei namhaften Betrieben noch vor verschlossenen Türen. Denn die Saison beginnt für sie erst im Frühjahr. Georg Fischer in Neunhof hält dagegen nichts vom Zusperren. „Man muss den Winter überbrücken, die Leute wollen sich doch kontinuierlich versorgen“, lautet sein Credo. Seit der Gründung vor sechs Jahren habe er einen kontinuierlichen Zuwachs zu verzeichnen. „Ich habe es ja erst nicht recht glauben wollen, aber der Laden hat sich zu einem festen, eigenen Standbein entwickelt.“
So gut, dass er mit seiner künftigen Schwiegertochter Dagmar Graf, die schon Erfahrungen mit einem Hofladenbetrieb in der Nähe von Regensburg mitbringt, für das kommende Jahr eine deutliche Vergrößerung plant. Freilich ist die Auswahl an eigenen Erzeugnissen im Winter überschaubar. Aber Sellerie, Wirsing, Weißkraut und diverse Kohlsorten bleiben eben doch die erste Wahl.
Was die eigene Scholle nicht hergibt, bezieht Fischer von Kollegen oder über den Großmarkt. Salate kommen aus Italien, sogar kernlose Trauben aus Südafrika finden sich in der Auslage. Ein Widerspruch zum Regionalkonzept? Nicht unbedingt, meint der Neunhöfer Landwirt. „Wir müssen anbieten, was die Kunden wünschen.“ Wenn es denn wenigstens schmeckt. „Aber jeden Blödsinn mache ich nicht mit: Erdbeeren passen jetzt einfach nicht.“ Dafür hat er sich andere Extras ausgedacht, etwa fertige Gemüsemischungen zum Eintopfkochen oder selbst eingemachtes Sauerkraut. In drei Wochen, so Dagmar Graf, füllen sich die Regale dann wieder mit mehr Waren aus eigenem Anbau – dann beginnt die Pflanzzeit mit Gurken, Tomaten und Salaten.
Ein paar Kilometer entfernt, in Buch, haben Karin und Peter Link ihr Geschäft erst seit einer Woche wieder geöffnet. Entsprechend groß war freilich am Samstag, zur besten Einkaufszeit, der Zulauf. „Die Leute fragen nach und interessieren sich mehr als früher für die Art der Erzeugung und der Herkunft“, stellt Karin Link fest. Bisher stützt sie sich zwar noch zu 90 Prozent auf Stammkundschaft, die sich ja schon bewusst für den Einkauf beim Erzeuger entschieden hat.
Aber in den letzten Tagen haben sie eben auch „eine Reihe neuer Gesichter gesehen“, meint die Landwirtin. Zum Beispiel von Robert Raab, der gleich mehrere Tüten voll packen ließ, „Wir machen immer Besorgungen für die ganze Woche“, erläutert der Familienvater aus Laufamholz. Den Abstecher nach Buch hatten ihm Freunde empfohlen. Renate Höß kommt dagegen beinahe täglich vorbei. Sie wohne in der Nachbarschaft, sagt die Kundin, der es nicht nur auf die Frische der Ware ankommt. „Hier fühle ich mich einfach auf der sicheren Seite“, sagt sie, „die Ware steckt nicht voller Kunstdünger.“
Milch- und Fleischprodukte, denen derzeit wegen der Debatte um die Tierhaltung das besondere Augenmerk gilt, kann und will sie jedenfalls derzeit nicht ins Sortiment nehmen. Eier aber gehören dazu. „Die kommen von einem kleinen Hof im Landkreis
Ansbach. Dort habe ich mir die Tierhaltung selbst angesehen — und die ist so, wie man sie sich nur wünschen kann.“
Von den Nachbarn allein, die das Geschäft mit dem Rad oder womöglich zu Fuß erreichen, könnten die Links und andere Hofläden freilich nie leben. Die Landwirte sind einerseits auf den Verkauf größerer Mengen über den Großmarkt angewiesen, andererseits auf Kundschaft, die ihre Höfe gezielt mit dem Auto ansteuert, sei es nur zum Einkaufen oder auf dem Weg von oder zur Arbeit.
Und der Preis? Dass Menschen mit schmalem Portemonnaie auf die Billigware der Discounter geradezu angewiesen sind, will Link nicht gelten lassen. „Bei allem, was wir selbst anbauen, sind wir gerade deshalb günstiger.“

Bewerbungen für den NN-Kunstpreis werden ab 1. März 2012 entgegengenommen. Die Teilnahmebedingungen finden Sie
hier.