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Schmerzen im Hüftgelenk plagen nicht nur ältere Menschen. Dr. Peter Landgraf, Oberarzt an der Klinik für Orthopädische- und Unfallchirurgie am Südklinikum, kennt viele Ursachen, die den Betroffenen oft bei jeder Bewegung starke Schmerzen bescheren. Zum einen kann die Knorpelschicht zwischen Hüftpfanne und Oberschenkelhals kaputtgehen. „Dann reibt Knochen auf Knochen, und das schmerzt ziemlich“, meint Landgraf.
Durch eine rheumatische Erkrankung oder eine Infektion entsteht manchmal auch eine Entzündung der Gelenkschleimhaut. Ziemliche Beschwerden verursachen aber auch lose Knorpelstücke, die zum Beispiel nach einem Unfall im Gelenk scheuern. Durchblutungsstörungen können zu einer sogenannten Hüftkopf-Nekrose führen, durch die der Knochen nach und nach kaputtgeht. Sehr schmerzhaft, so der Oberarzt, können außerdem Knochenneubildungen am Schenkelhals oder an der Hüftpfanne sein; durch diese „Beulen“ wird die Bewegungsfreiheit des Patienten deutlich eingeschränkt. Mediziner sprechen von Einklemmungen.
In solchen Fällen können Patienten nun von der Arthroskopie profitieren: Über zwei oder drei kleine Schnitte („Schlüsselloch-Chirurgie“) führen die Ärzte ihre Instrumente ins Hüftgelenk ein und können dort zum Beispiel Knorpelsplitter entfernen, die Beulen am Knochen abfräsen oder auch winzige Löcher bohren, damit sich neuer Faserknorpel bildet. „Bei einem offenen Eingriff am Hüftgelenk dagegen entsteht nicht nur ein deutlich größerer Schnitt. Es besteht auch das Risiko, dass die Gelenkkapsel durchtrennt wird und wichtige, blutzuführende Gefäße beschädigt werden“, verdeutlicht Landgraf die Vorteile des minimal-invasiven Eingriffs.
Technisch anspruchsvoll ist die Hüftarthroskopie aber dennoch. Der Patient muss besonders auf einem sogenannten Extensionstisch gelagert werden. Mit Gewichten wird der Oberschenkelhals ein Stück von der Hüftpfanne weggezogen, damit in diesem Zwischenraum dann Platz für die Optik und die Instrumente der Chirurgen entsteht. Neben der Narkose muss der Anästhesist deshalb außerdem dafür sorgen, dass die Muskulatur des Patienten völlig erschlafft.
„Der gesamte Eingriff läuft unter Röntgendurchleuchtung, denn das Hüftgelenk liegt tief. Wir müssen am Monitor immer genau sehen können, wo wir uns bewegen, damit wir nicht Nerven oder die Hauptschlagader treffen“, meint der Oberarzt.
Die bildgebenden Verfahren, wie etwa die Computertomographie, spielen aber schon im Vorfeld eine wichtige Rolle. Wenn bei diesen Voruntersuchungen festgestellt wird, dass der Patient bereits an einer Arthrose (Gelenkverschleiß) leidet, dann ist der minimal-invasive Eingriff keine Alternative. „Denn dann kommt er um ein künstliches Hüftgelenk nicht herum“, erklärt Landgraf.
Nach einer Arthroskopie ist der Patient auch schnell wieder fit. In der Regel können die Betroffenen schon drei, vier Tage nach dem Eingriff wieder nach Hause. Sie müssen dann — je nach Erkrankung — das Hüftgelenk nur noch eine Zeit lang vor größeren Belastungen schonen.

Bewerbungen für den NN-Kunstpreis werden ab 1. März 2012 entgegengenommen. Die Teilnahmebedingungen finden Sie
hier.