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In Nürnberg hat die Kohlmeise den Schnabel vorn

Engagierte Tierbeobachter: 825 Bürger beteiligten sich an der „Stunde der Wintervögel“ - 03.02. 19:34 Uhr

Nürnberg  - Die Kohlmeise ist auch diesen Winter der häufigste Vogel, der in Nürnbergs Gärten gesichtet wurde.

In Nürnberg ist die Kohlmeise der häufigste Wintervogel, bayernweit landete sie auf Platz zwei. Bei den derzeitigen frostigen Temperaturen appelliert der LBV: Bitte jetzt füttern!
In Nürnberg ist die Kohlmeise der häufigste Wintervogel, bayernweit landete sie auf Platz zwei. Bei den derzeitigen frostigen Temperaturen appelliert der LBV: Bitte jetzt füttern!
Foto: dpa
In Nürnberg ist die Kohlmeise der häufigste Wintervogel, bayernweit landete sie auf Platz zwei. Bei den derzeitigen frostigen Temperaturen appelliert der LBV: Bitte jetzt füttern!
In Nürnberg ist die Kohlmeise der häufigste Wintervogel, bayernweit landete sie auf Platz zwei. Bei den derzeitigen frostigen Temperaturen appelliert der LBV: Bitte jetzt füttern!
Foto: dpa

Wie berichtet, hatte der Landesbund für Vogelschutz (LBV) in Bayern zum siebten Mal am ersten Januarwochenende zur großen Zählaktion aufgerufen. In Nürnberg fand die „Stunde der Wintervögel“ zum vierten Mal statt. Trotz des regnerischen und stürmischen Wetters stieg die Beteiligung in Nürnberg und im Nürnberger Land auf 825 Personen, obwohl bayernweit die Zahl der Vogelbeobachter von 21000 auf knapp 16000 gesunken ist. Sie zählten über 450000 Wintervögel im Freistaat.

Weniger Amseln

In Nürnberg ist die Kohlmeise der häufigste Wintervogel, gefolgt von dem Spatz und der Amsel. Im Vergleich zum Vorjahr haben lediglich der zweite und dritte Platz getauscht. Bayernweit fiel das Ergebnis etwas anders aus: Hier hat der Spatz den Schnabel vorn, den zweiten und dritten Platz belegten Kohlmeise und der Feldsperling. Die Amsel rutschte auf den sechsten Platz ab. In Unterfranken hat sich die Zahl der Amseln nahezu halbiert



„Man kann sagen: Den Amseln geht es in Nürnberg gut“, kommentiert Alf Pille vom LBV das Ergebnis. Das von einem Virus ausgelöste Amselsterben im Rhein-Neckar-Raum vom Spätsommer 2011 habe sich zumindest in Nürnberg nicht bemerkbar gemacht. Der bayernweite Schwund gibt den Experten jedoch ein Rätsel auf. Ein Zusammenhang mit dem virusbedingten Amselsterben sei nicht auszuschließen, so Pille, aber es könne sich auch um eine Folge des trockenen Frühlings 2011 handeln. Im harten Boden fanden die Amseln keine Regenwürmer, was sich negativ auf die Brut ausgewirkt hat. Die Ergebnisse der „Stunde der Gartenvögel“, die vom 11. bis 13. Mai über die Bühne geht, werden zeigen, ob der Trend anhält.

In Nürnberg wurden im Zuge der Zählaktion zudem zwei Wanderfalken entdeckt — „das ist interessant, weil es davon in Bayern nur noch wenige Tiere gibt“, sagt der LBV-Mitarbeiter. Die Zahl der Seidenschwänze lag ähnlich wie im Vorjahr bei 20 Vögeln. „Bei den vergleichsweise milden Temperaturen, die wir bislang hatten, machen sich die sibirischen Wintergäste rar und bleiben in ihrer Heimat“, erklärt Pille. Pro Garten wurden in Nürnberg durchschnittlich 32 Vögel beobachtet, München brachte es auf 26 Tiere. Fern der Großstädte ist mehr los, so zählte man im Nürnberger Land im Schnitt 42 Wintervögel.

Der überraschende Kälteeinbruch macht unseren gefiederten Freunden zu schaffen. „Dem LBV lagen Meldungen vor, dass einige Tiere bereits mit dem Brüten angefangen haben“, erzählt Pille. Inzwischen haben die Tiere längst ihre Brut aufgegeben, sie müssen sich um ihr eigenes Überleben kümmern und viel fressen, fährt er fort. Denn mit jedem Kälteeinbruch steigt der Energieverbrauch der Tiere, in einer einzigen kalten Nacht können kleine Vögel bis zu zehn Prozent ihres Körpergewichts verlieren.

Fettblöcke aufhängen

Und so rät der LBV-Mitarbeiter, spätestens jetzt mit der Vogelfütterung anzufangen. Dabei sei Fettfutter bei den frostigen Temperaturen besonders sinnvoll. Pille: „Man kann Fettblöcke in die Zweige hängen und mit einem Körnergemisch liegt man immer richtig.“ Auch über Äpfel freuen sich die Tiere. Man solle darauf achten, dass das Futter sauber und trocken bleibt. Auch empfiehlt er, eine Schale Wasser hinzustellen, die jeden Tag gereinigt wird.

Die derzeitige Kälteperiode sei noch überschaubar, meint Pille. „Doch wenn es länger so bleibt und noch Schnee dazukommt, kann es für die Vögel kritisch werden.“
  



CLAUDIA BEYER - Lokales Nürnberg

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