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Internetbetrug: Strohfrau wegen Geldwäsche angeklagt

Betrüger griffen Passwörter mit E-Mails ab — Falsche E-Mails verschickt - 02.08. 08:32 Uhr

Nürnberg  - Einer Bande von Internetbetrügern diente sie als Strohfrau: Immer wenn ihre Komplizen mit sogenannten Phishing-Attacken ein Sparguthaben leergeräumt hatten, floss das Geld auf das Konto von Adriana B. (Name geändert). Von dort soll es die junge Frau abgehoben und der Bande übergeben haben. Wegen Geldwäsche steht sie nun vor Gericht.


Ein Tiger in Orange, Blau und Lila prangt groß auf der schwarzen Jacke von Adriana B. Im Gerichtssaal gibt sich die 26-Jährige wortkarg, spricht kaum. Wie eine Bankberaterin wirkt die junge Frau jedenfalls nicht. Sie ist auch keine. Und dennoch haben viele Kontoinhaber ihre Online-Banking-Passwörter an sie und ihre Komplizen verraten – und wurden so um Tausende Euro geprellt.

Genau genommen war es eine E-Mail, der die Kontoinhaber vertrauten – sie sah einer Nachricht ihrer Bank täuschend ähnlich. Dabei kam die elektronische Nachricht nur dem Schein nach von einem Kreditinstitut — geschrieben hatte sie in Wahrheit eine Betrügerbande. Die E-Mail verwies auf eine Internetseite, die ebenfalls der Homepage der Bank äußerst ähnlich sah, und forderte die Empfänger auf, dort ihre Online-Banking-Passwörter anzugeben. Die Seite gehörte allerdings den Betrügern.

Mit Hilfe der Zugangsdaten räumten sie die Guthaben schließlich leer. Das Geld, insgesamt fast 30000 Euro, soll dann auf das Konto von Adriana B. geflossen sein. Die 26-Jährige hob es laut Anklageschrift binnen Minuten ab und übergab es der Bande, 3000 Euro durfte sie selbst behalten.

Prozess unterbrochen

Bevor Amtsrichter Volkmar Kanz über Schuld oder Unschuld der Frau entscheidet, will er die Akten der Verfahren gegen die restlichen Bandenmitglieder in den Prozess einbeziehen. Weitergehen soll es deshalb frühestens in einigen Wochen.
  



MANUEL KUGLER

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