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Ist der Erfolg der "Blauen Nacht" ihr größtes Problem?

140.000 Besucher in der Altstadt - Manches Kulturerlebnis blieb im Gedränge stecken - 30.05.2011 10:44 Uhr

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Blaue Nacht entführte in fremde Welten

Die Veranstaltungen der zwölften Blauen Nacht haben die Besucher in bunte Phantasiewelten gelockt. Eike Schamburek für nordbayern.de


Gegen 22.00 Uhr ging auf Nürnbergs Burgstraße nichts mehr: Zehntausende Besucher des nächtlichen Kulturfestes «Blaue Nacht» verstopften die Hauptachse zwischen Hauptmarkt und Kaiserburg. Zum Verdruss Vieler blieb so manches Kulturerlebnis des nächtlichen Kunst-Marathons wegen des Gedränges auf der Strecke. Andernorts brachten lange Schlangen Besucher um eine vielversprechende Attraktion. Auch bei der 12. «Blauen Nacht» am Samstagabend wurde wieder einmal deutlich: Der Erfolg des wichtigsten Nürnberger Kulturfestivals, der wachsende Publikumsandrang, ist inzwischen sein größtes Problem.

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Menschen der Blauen Nacht 2011

Die Blaue Nacht verzaubert jedes Jahr ganz Nürnberg. Auch 2011 haben nicht zuletzt die zahllosen Besucher wieder für eine ganz spezielle Atmosphäre gesorgt.


Da half es auch nichts, dass die Nürnberger Kulturreferentin Julia Lehner (CSU) dem dichten Gedränge zwischen den Hauptattraktionen der «Blauen Nacht» etwas Erfreuliches abzugewinnen suchte: «In der Altstadt hat es wunderschön gebrodelt», stellte sie in einer Bilanz kurz nach Mitternacht mit. Nach ersten Zahlen von Polizei und dem städtischen Kulturreferat hatten sich während des fünfstündigen Kulturmarathons rund 140.000 Menschen aus weitem Umkreis in der Altstadt getummelt - rund 20.000 mehr als vor einem Jahr.

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Blaue Nacht 2011: Nürnberg im Rausch der Farben

Hauptmarkt, Lorenzkirche, Burg - zur Blauen Nacht wurde Nürnberg in ein Farbenmeer getaucht. Wir zeigen die schönsten Impressionen und visuellen Höhepunkte des Kulturevents in Bildern.


Dabei wurde deutlich: Eigentlich ist der Start um 19.00 Uhr zu früh: Denn ihren eigentlich Charme entfaltet die in schummriges Blau getauchte Innenstadt erst nach Einbruch der Dunkelheit. Für Jugendliche, die oft erst gegen 23.00 Uhr auf die «Piste» gehen, ist wiederum das Ende um 24.00 Uhr zu früh. «Was, das ist schon zu Ende? Wir sind doch gerade erst gekommen», wunderte sich ein Jugendlicher, als dort gegen Mitternacht die ersten Abbauarbeiten begannen.

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Blaue Nacht 2011: Die schönsten Lichtspiele

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Dabei war die Hauptattraktion der diesjährigen «Blauen Nacht» gar nicht Teil des offiziellen Programms: Das «Blaue Haus» an der östlichen Altstadtmauer. Der Nürnberger Bernd Hendl hatte sein vor der Sanierung stehendes Altstadthaus komplett in den nachtblauen Farbton der «Blauen Nacht» getaucht - selbst die Innenräume samt Inneneinrichtung sparte er dabei nicht aus. Die Anregung dafür hatten die beiden Architekten Patrick Schreiner und Alexander Kramer geliefert. «Wir wollten schon immer mal was für die "Blaue Nacht" machen und ein blaues Gebäude schaffen», erzählt Schreiner. Die Besucher standen Schlange.

Blaue Nacht 2011

Blaue Nacht 2011 © Günter Distler


Wer die attraktive Show suchte, wurde zudem auf dem Hauptmarkt fündig. Dort präsentierten Wiener Event-Techniker eine fulminante Laser-, Video- und Wassershow. Auf einen dünnen Wasservorhang projizierten sie spektakuläre Bilder zu den Elementen Feuer, Wasser und Erde. Hochschießende Wasserfontänen lösten immer wieder spontanen Beifall aus. Auch überdimensionale Projektionen von Illustrationen der Fürther Künstler Lisa Lang auf der Fassade der Kaiserburg zogen wieder Tausende an - wobei der schnöde Hinweis auf die Sponsoren am Ende der Show etwas ernüchternd wirkte.

Bei einem städtischen Etat von gerade mal 22.000 Euro bei Kosten von 350.000 Euro wird die «Blaue Nacht» immer mehr von ihren Sponsoren abhängig. Etwas in den Hintergrund gerieten gelegentlich die weniger spektakulären Kunstaktionen - in den Augen von Projektbüro-Chef Andreas Radlmaier eigentlich das Herzstück der «Blauen Nacht». Besonders faszinierte dabei der Weimarer Künstler Benedikt Braun mit seinem Projekt «Jackpot»: Im Hinterhof des Nürnberger Jobcenters simulierte er mit zwei miteinander verbundenen Förderbändern einen nicht endenden Geldstrom. 700 Euro in Ein-Cent-Stücken ließ er dabei unter großem Lärm kreisen. Mit einem Straßenfest präsentierten sich erstmals das Staatstheater, das DB-Museum und das Museum für Kommunikation gemeinsam bei dem Festival. 

dpa

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