|
Anmeldung
Diese Funktion steht nur registrierten Usern zur Verfügung.
Loggen Sie sich bitte hier ein oder registrieren Sie sich kostenlos! |
![]() |
Passwort vergessen
Wenn Sie Ihr Passwort vergessen haben können Sie hier ein neues Passwort anfordern. Geben Sie bitte hierzu Ihre E-Mail-Adresse ein!
|
Gegen 22.00 Uhr ging auf Nürnbergs Burgstraße nichts mehr: Zehntausende Besucher des nächtlichen Kulturfestes «Blaue Nacht» verstopften die Hauptachse zwischen Hauptmarkt und Kaiserburg. Zum Verdruss Vieler blieb so manches Kulturerlebnis des nächtlichen Kunst-Marathons wegen des Gedränges auf der Strecke. Andernorts brachten lange Schlangen Besucher um eine vielversprechende Attraktion. Auch bei der 12. «Blauen Nacht» am Samstagabend wurde wieder einmal deutlich: Der Erfolg des wichtigsten Nürnberger Kulturfestivals, der wachsende Publikumsandrang, ist inzwischen sein größtes Problem.
Da half es auch nichts, dass die Nürnberger Kulturreferentin Julia Lehner (CSU) dem dichten Gedränge zwischen den Hauptattraktionen der «Blauen Nacht» etwas Erfreuliches abzugewinnen suchte: «In der Altstadt hat es wunderschön gebrodelt», stellte sie in einer Bilanz kurz nach Mitternacht mit. Nach ersten Zahlen von Polizei und dem städtischen Kulturreferat hatten sich während des fünfstündigen Kulturmarathons rund 140.000 Menschen aus weitem Umkreis in der Altstadt getummelt - rund 20.000 mehr als vor einem Jahr.
Dabei wurde deutlich: Eigentlich ist der Start um 19.00 Uhr zu früh: Denn ihren eigentlich Charme entfaltet die in schummriges Blau getauchte Innenstadt erst nach Einbruch der Dunkelheit. Für Jugendliche, die oft erst gegen 23.00 Uhr auf die «Piste» gehen, ist wiederum das Ende um 24.00 Uhr zu früh. «Was, das ist schon zu Ende? Wir sind doch gerade erst gekommen», wunderte sich ein Jugendlicher, als dort gegen Mitternacht die ersten Abbauarbeiten begannen.
Dabei war die Hauptattraktion der diesjährigen «Blauen Nacht» gar nicht Teil des offiziellen Programms: Das «Blaue Haus» an der östlichen Altstadtmauer. Der Nürnberger Bernd Hendl hatte sein vor der Sanierung stehendes Altstadthaus komplett in den nachtblauen Farbton der «Blauen Nacht» getaucht - selbst die Innenräume samt Inneneinrichtung sparte er dabei nicht aus. Die Anregung dafür hatten die beiden Architekten Patrick Schreiner und Alexander Kramer geliefert. «Wir wollten schon immer mal was für die "Blaue Nacht" machen und ein blaues Gebäude schaffen», erzählt Schreiner. Die Besucher standen Schlange.
Wer die attraktive Show suchte, wurde zudem auf dem Hauptmarkt fündig. Dort präsentierten Wiener Event-Techniker eine fulminante Laser-, Video- und Wassershow. Auf einen dünnen Wasservorhang projizierten sie spektakuläre Bilder zu den Elementen Feuer, Wasser und Erde. Hochschießende Wasserfontänen lösten immer wieder spontanen Beifall aus. Auch überdimensionale Projektionen von Illustrationen der Fürther Künstler Lisa Lang auf der Fassade der Kaiserburg zogen wieder Tausende an - wobei der schnöde Hinweis auf die Sponsoren am Ende der Show etwas ernüchternd wirkte.
Bei einem städtischen Etat von gerade mal 22.000 Euro bei Kosten von 350.000 Euro wird die «Blaue Nacht» immer mehr von ihren Sponsoren abhängig. Etwas in den Hintergrund gerieten gelegentlich die weniger spektakulären Kunstaktionen - in den Augen von Projektbüro-Chef Andreas Radlmaier eigentlich das Herzstück der «Blauen Nacht». Besonders faszinierte dabei der Weimarer Künstler Benedikt Braun mit seinem Projekt «Jackpot»: Im Hinterhof des Nürnberger Jobcenters simulierte er mit zwei miteinander verbundenen Förderbändern einen nicht endenden Geldstrom. 700 Euro in Ein-Cent-Stücken ließ er dabei unter großem Lärm kreisen. Mit einem Straßenfest präsentierten sich erstmals das Staatstheater, das DB-Museum und das Museum für Kommunikation gemeinsam bei dem Festival.
So. 20.05.12
So. 20.05.12
So. 20.05.12
So. 20.05.12
So. 20.05.12