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Jumbo-Bleistift im Industriemuseum

»Faszination Schreiben«: Sonderausstellung rund um Schreibgeräte von Staedtler - 05.05.2010

NÜRNBERG  - Nürnberg war einst nicht nur für Spielwaren oder Rauschgold bekannt, sondern auch als Stadt des Bleistifts. Vor hundert Jahren gab es noch 23 lokale Stifthersteller, heute sind es vier, darunter natürlich: Staedtler. Zum 175. Firmengeburtstag wird nun im Museum Industriekultur die Ausstellung »Faszination Schreiben« gezeigt.

Staedtler-Geschäftsführer Axel Marx (r.) »hält« den größten Stift der Ausstellung. Mit dabei: Kollegin Britta Olsen und Museumschef Matthias Murko.
Staedtler-Geschäftsführer Axel Marx (r.) »hält« den größten Stift der Ausstellung. Mit dabei: Kollegin Britta Olsen und Museumschef Matthias Murko.
Foto: Weigert

Der Bleistift ist ein praktischer wie unauffälliger Alltagshelfer, seit Jahrhunderten schon. Beispielsweise für Goethe: Weil seine Tintenfeder so schnarrte und spritzte und ihm aus dem »nachtwandlerischen Dichten« aufzuwecken drohte, zog er es vor, zum Bleistift zu greifen. Einst schätzten es auch die Balldamen, ihr Stiftlein mit Seidenquaste zu zücken und in der Tanzkarte einzutragen, welchem Herren der Walzer, welchem der Galopp versprochen war. Und noch heute lotet jeder Schüler sein zeichnerisches Können auf dem Pult oder im Matheheft aus, oft mit dem schwarzgelben »Noris HB2« von Staedtler.

Hunderte Exponate aus hunderten von Jahren

Der Nürnberger Stifthersteller, der vor 175 Jahren gegründet wurde, hat nun, in seinem Jubiläumsjahr, mit dem Museum Industriekultur eine Schau auf die Beine gestellt, um »Historie und Faszination der Schreibgeräte« zu vermitteln.

Ausgestellt werden Hunderte Exponate, von alten Tintenfässern und Federn über Telefonstifte aus dem 19. Jahrhundert bis hin zu modernen Buntstiften, deren »Bruchfestigkeit« vor drei Jahren »drastisch« erhöht werden konnte - laut Staedtler-Geschäftsführer Axel Marx eine »Revolution«. Vorteil: Kinder sind nicht mehr so gefrustet, weil die Mine bricht.

In der historischen Werkstatt können die Besucher Hand anlegen

Des Weiteren hat Staedtler aus seinem Firmenarchiv ein Album mit historischen Aufnahmen erstellt und eine Preisliste aus dem Jahr 1901 neu aufgelegt (damals wurden 144 »Bleistifte in Weissholz. Rund. Dünn. Unpolirt« für 1,30 Reichsmark verkauft). Ein Film zeigt, wie früher Stifte hergestellt wurden. Besucher können das auch selbst ausprobieren, in der »historischen Bleistiftwerkstatt« - jeden zweiten Sonntag, das nächste Mal am 16. Mai, wird man hier fachmännisch angeleitet. Ohnehin: Bei den Ausstellungsführungen (Schulklassen müssen übrigens, da Staedtler unterstützt, keinen Eintritt zahlen) gibt es nicht nur Infos, sondern auch Mitmach-Angebote.

Das Begleitprogramm (Anmeldung erforderlich) ist so umfangreich wie unterhaltsam. Beispiel: Am morgigen Weltkindermaltag wird Schülern ein Comic-Kurs angeboten. Am 11. Mai gibt es ein Dartspiel mit Stiften. Workshops befassen sich mit »Kreativem Gestalten mit Fimo« (16. Mai) oder »Fasermaler selber bauen« (26. Mai). Vorträge beleuchten die Frage, wie Stifte erfunden werden (19. Mai), oder auch, wie sie funktionieren (7. Juli). Die Schau ist vom 6. Mai bis 3. Oktober zu sehen. 

Andreas Dalberg



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