|
Anmeldung
Diese Funktion steht nur registrierten Usern zur Verfügung.
Loggen Sie sich bitte hier ein oder registrieren Sie sich kostenlos! |
![]() |
Passwort vergessen
Wenn Sie Ihr Passwort vergessen haben können Sie hier ein neues Passwort anfordern. Geben Sie bitte hierzu Ihre E-Mail-Adresse ein!
|
Der Aufschrei in der Umweltszene war riesig. Aus ganz Deutschland hagelte es Proteste, als sich die Stadträte im Umwelt- und im Bauausschuss im Jahr 2009 für den Einsatz von zertifiziertem Tropenholz für Sitzbänke entschieden hatten. Vor allem die Initiative „Rettet den Regenwald“ machte mobil gegen das Votum. Rathaus und Fraktionen wurden mit Protestmails bombardiert, in der Redaktion trafen jede Menge Leserbriefe ein. Auch zahlreiche Forstleute und Holzfirmen aus der Region Nürnberg konnten die Entscheidung nicht nachvollziehen und verwiesen auf geeignetes heimisches Holz.
Es tobte eine regelrechte Schlacht um die öffentliche Meinung, ob der Einsatz von zertifiziertem Tropenholz nun ökologisch und ökonomisch sinnvoll ist oder nicht. Es geht laut Sör um rund 25 Kubikmeter. Insgesamt machten die Banklatten nur zwei Prozent des von der Stadt verwendeten Holzes aus. Die restlichen 98 Prozent Bedarf würden dagegen mit heimischem Holz bestückt. Denn die Stadt Nürnberg hatte vor Jahren eigentlich dem Einsatz von Tropenholz abgeschworen. Sör und auch Umweltreferent Peter Pluschke (Grüne) sowie anfangs auch die Stadträte befürworteten dennoch Sapeli-Holz aus dem Kongobecken/Republik Kongo mit dem FSC-Siegel („Forest Stewardship Council“) für die Bänke.
Während Sör vor allem auf die Kostenvorteile in Millionenhöhe gegenüber heimischem Holz sowie auf die bessere Haltbarkeit verweist, verfolgt der erfahrene Umweltentwicklungshelfer Pluschke auch den ökologisch-sozialen Ansatz. Die zertifizierte Holzwirtschaft komme den Menschen vor Ort zugute, ist er überzeugt. Die Gegner wiederum sehen vor allem Holzmultis, die die Tropenwälder abholzen und nur ihren Profit sehen und weder auf Natur noch Einheimische Rücksicht nähmen.
Doch der öffentliche Protest zeigte Wirkung. Die Stadträte schwenkten um, auch wenn Sör weiter an seiner Interpretation festhielt. Anfang 2010 hoben sie ihren ersten Beschluss auf und entschieden, dass kein Tropenholz, sondern nur heimisches zertifiziertes Holz zum Einsatz kommen darf (wie berichtet). Seitdem war es wieder ruhig geworden um das Thema. Grund für die Lokalredaktion, einmal nachzufragen, was aus dem Auftrag des Rats an Sör geworden ist.
„Wir haben nun Eichenholz aus dem Schwäbischen gekauft“, sagt Hans-Peter Kaupert von Sör. Und natürlich sei es FSC-zertifiziert, betont er. Für etwa ein Viertel der 3500 Bänke sei das Holz als Blockware bereits geordert worden.
In der Sör-Schreinerei wird es seit Wochen geschnitten und für die Montage an den Bänken zubereitet. Mittlerweile werden auch bereits Standorte ausgerüstet, gestern etwa sollten die Bänke am Forstweiher in Eibach überholt werden. Nach und nach sollen so 3500 marode Sitzbänke in Grünanlagen, an Spielplätzen und in Fußgängerzonen mit neuen Latten aus Eichenholz versehen werden. „Wir halten uns an den Beschluss des Stadtrats“, versicherte Kaupert.

Bewerbungen für den NN-Kunstpreis werden ab 1. März 2012 entgegengenommen. Die Teilnahmebedingungen finden Sie
hier.