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Denn als am Donnerstagabend in der Meistersingerhalle Nürnberg die „Könige der Clowns“ auf die Bühne traten, zeigten die durchweg ausgezeichneten und weit in der Welt herum gekommenen Meister ihres Faches ihre Kunst vor einem recht überschaubaren Publikum.
Immerhin füllte die Fangemeinde einige hundert Plätze. Wer hier war, der war gekommen um sich zu unterhalten, die ausgefeilte mimische und gestische Kunst des wortlosen Vielsagens zu genießen — und darüber zu lachen. Entsprechend gut war die Stimmung. Die Akteure hatten es leicht, ihre Zuschauer zum Klatschen und Rufen zu animieren. Und immer jemanden zu finden, der sich auf der Bühne willig ins Programm einbinden ließ – und das dann meistens auch erstaunlich gekonnt schaffte.
Dem über 80-jährige Clown Oleg Popov gelingt es noch immer, allein mit Scheinwerfer, einem Körbchen und großen Augen zu vermitteln, er hole sich die Sonne nach Hause. Dieser russische Clown mit roter Nase unter schwarz-weißem Hut ist noch immer ein Phänomen. Auch wenn er nicht wie so manch anderer über die Bühne hüpft.
Avner Eisenberg ist an seinem für Clownskreise eher untypischem dichten, weißen Bart leicht zu erkennen. Der amerikanische Exzentriker gab Uralt-Tricks zum Besten. Dabei sollte man meinen, über den immer wieder herunter fallenden Hut, die Arme und Beine, die erst ein wenig zu lang und dann wieder zu kurz geraten sind – oder ein nicht enden wollendes Vertilgen von Servietten nicht wirklich noch lachen zu können.
Längst fühlt man sich zu alt oder abgebrüht für so einen Quatsch ohne Hintersinn und Botschaft. Doch es funktioniert. Immer in Augenkontakt und mit dem Publikum kommunizierend bietet der studierte Theaterwissenschaftler und Pantomime Komik der Körpersprache, die Tränen in die Augen treibt. Lachtränen wohlgemerkt, die sich Zuschauer noch beim Hinausgehen aus den Augenwinkeln wischten.
Vor dem Finale hatte David Shiner als einer der Höhepunkte der Show gerade mehr oder weniger erfolgreich versucht, mit Zuschauern einen Filmdreh nachzustellen. Der Bostoner soll schon im Alter von zehn Jahren so von Jerry-Lewis-Filmen begeistert gewesen sein, dass er beschloss Clown zu werden. Gut, dass er das getan hat, auch wenn er nicht unbedingt mit seinen slapstikartigen Bewegungen punktet, sondern durch die mit ganzem Körper ausgedrückten Gefühle wie Fassungslosigkeit, Begeisterung oder Ärger.
In Trenchcoat, Hut und mit abgewetztem Koffer kam Peter Shub als liebenswerte Nervensäge daher. Immer bereit, das Publikum in seine Szenen einzubinden. Der Pantomime und Geräuschimitator Renè Bazinet erzählte Geschichten, ohne Worte zu gebrauchen. Mit seinem weiß geschminkten Gesicht wirkte er stets ein wenig distanziert - und versuchte durch das Vorlesen von Zitaten über Clowns einen roten Faden durchs Programm zu legen. Das gelang dem „Trio Grande“ allerdings besser. Fast durchweg auf der Bühne präsent, untermalten die drei versierten Konzertmusiker die Auftritte und überspielten kleine Umbauten – beziehungsweise das Hin- und Wegbringen von Requisiten. Denn viel brauchen die „Könige der Clowns“ nicht, um das Lachen in den Saal der fränkischen Meistersingerhalle zu bringen.

