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Klein, grau und ziemlich unscheinbar sieht er aus, der Roboter, den die Schüler des Neuen Gymnasiums in Nürnberg aus den wohlbekannten Lego-Bausteinen zusammengebastelt haben. Doch in ihm stecken wesentlich mehr als ein paar Plastikteile, drei Motoren und einige Sensoren. Die Schüler mussten komplizierte Algorithmen programmieren, um dem Gefährt beizubringen, sich auf einem Spielfeld zu bewegen und dort Aufgaben zu erledigen.
Spielerisch wurde so Wissen aus dem Mathematik-, Physik- und Informatikunterricht in die Praxis umgesetzt — und wie begeistert die Schüler bei der Sache sind, wird bei der diesjährigen Preisverleihung des Vereins Hardware 4 Friends (zu Deutsch etwa Computerausstattung für Freunde) Mittelfranken deutlich. Die Schüler freuen sich über zwei Laptops, mit denen sie ihren Roboter in Zukunft auch bei Veranstaltungen außerhalb der Schule programmieren und präsentieren können.
Seit zehn Jahren unterstützt Hardware 4 Friends inzwischen digitale Schulprojekte in Mittelfranken, bei denen mehr passiert als Textverarbeitung und Internetsurfen. Insgesamt 175000 Euro wurden in dieser Zeit an Schulen ausgeschüttet, die mit dem Preisgeld beim Sponsor Mediamarkt verbilligt Computerausstattung für den Unterricht anschaffen konnten. In diesem Jahr sind es 20 Schulen im Regierungsbezirk, die mit insgesamt 20000 Euro gefördert werden.
„In Zeiten knapper öffentlicher Kassen ist das eine unschätzbare Hilfe“, bedankt sich Dirk Vollmer von der Regierung von Mittelfranken. Zwar sind viele Schulen inzwischen einigermaßen gut mit Computern ausgestattet, aber bei den digitalen Geräten, die man braucht, um wirklich kreativ mit dem PC arbeiten zu können, klaffen oft noch Lücken.
Etwa bei der digitalen Videokamera, welche die Dr.-Theo-Schöller- Hauptschule in Nürnberg braucht, um die schuleigenen Fernsehnachrichten produzieren zu können. Oder bei dem Mikrofon, das die Ludwig-Uhland-Schule benötigt, um einen Videofilm mit dem Titel „Der Fremde ist uns gar nicht so fremd“ zu vertonen. Und digitale Diktiergeräte, mit denen die Schüler des Sigmund-Schuckert-Gymnasiums ein Interview mit der Autorin Isabel Abedi aufnehmen wollen, sind in den Klassenzimmern meistens auch noch Mangelware.
„Wir wollen helfen, die Entscheider von morgen auf eine immer digitalere Zukunft vorzubereiten“, umschreibt die Vorsitzende von Hardware 4 Friends, Petra Eisen, die Ziele des Vereins. Die dafür nötigen Mittel nimmt der Verein bei Computer- und Internetkursen ein, die seine Kursleiter unentgeltlich abhalten, und mit der Hilfe von 23 Sponsoren. Eisen hofft, dass sich in Zukunft noch mehr Firmen dazu entschließen können, den Verein zu unterstützen, schließlich leiste dieser mit der Förderung der Schulen „einen wichtigen Beitrag zu wirtschaftliche Entwicklung der Region“.
Das kann auch ganz spielerisch geschehen — zum Beispiel in Form des neuesten Musicals der Geschwister-Scholl-Mittelschule Röthenbach (Nürnberger Land). Die Schüler sind schon Musical-Profis, haben bereits zwei prämierte Stücke auf die Bühne gebracht und versuchen sich jetzt an dem Klassiker „Alice — zurück im Wunderland“ von Lewis Carroll. Bei der Preisverleihung geben sie einige Kostproben aus ihrem neuesten Stück, tanzen und singen auf der Bühne. Natürlich soll die Inszenierung aufgenommen und auf der Internetseite der Schule präsentiert werden — mit Hilfe einer Videokamera von Hardware 4 Friends.
www.h4f-nuernberg.de

Bewerbungen für den NN-Kunstpreis werden ab 1. März 2012 entgegengenommen. Die Teilnahmebedingungen finden Sie
hier.