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Kritiker der Delfinhaltung geschockt

Akten des Delfinariums würden sich "wie der Bericht einer Intensivstation" lesen - 26.07.2012 08:00 Uhr

Kritiker erheben Vorwürfe gegen die Delfinhaltung.

Kritiker erheben Vorwürfe gegen die Delfinhaltung. © Gerullis


Er will Kopien an die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth übermitteln, um eine Wiederaufnahme von Ermittlungen zu erreichen. Eine Strafanzeige des WDSF wegen unsachgemäßen Transports der Tümmler hatte die Staatsanwaltschaft damals als „strafrechtlich nicht relevant“ abgewiesen.

Delfin Anke verletzt?

Aus den Akten gehe jedoch hervor, dass sich Delfin Anke beim Transfer von Holland nach Nürnberg stark verletzt habe. Außerdem moniert Ortmüller, dass jeder der noch lebenden Tiergarten-Delfine mit Psychopharmaka behandelt wurde.

Die Arzneimittelliste sei lang und weise über 20 Medikamente auf, darunter auch Antibiotika. Eine Biologin, die im Auftrag des WDSF die Unterlagen gesichtet hatte, spricht von einer „relativ häufigen Verabreichung von Diazepam“, einem verschreibungspflichtigem Wirkstoff gegen Angst und Spannungszustände.

Tiergarten-Direktor: "Schwachsinn"

Tiergarten-Direktor Dag Encke weist die Behauptungen als „Schwachsinn“ und „Fehlinterpretation“ zurück. Die Tiere kämen aktuell vollkommen ohne Arzneimittel aus. In Einzelfällen sei in der Vergangenheit Diazepam in geringer Dosis verabreicht worden, weil es auch appetitanregend sei.

Ausreichend Futter und Flüssigkeit seien etwa für das an einer Nierenschwäche leidende Delfinweibchen Jenny lebensnotwendig. Man müsse die jeweilige Situation berücksichtigen.

Am Donnerstag gibt Meeresbiologe Karsten Brensing von der Wal- und Delfinschutz-Gesellschaft (WDCS) seine Auswertungsergebnisse der Delfinakten bekannt. Danach spricht er um 19Uhr im Bildungszentrum, Gewerbemuseumsplatz1, über Delfine in Freiheit und Gefangenschaft sowie über Probleme der Tümmlerhaltung des Tiergartens. 

hv/dapd - Lokales Nürnberg

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