24°C
Mittwoch, 23.05. - 13:02 Uhr
Login
Info
Anmeldung
Diese Funktion steht nur registrierten Usern zur Verfügung.
Loggen Sie sich bitte hier ein oder registrieren Sie sich kostenlos!
Passwort vergessen
Info
Passwort vergessen
Wenn Sie Ihr Passwort vergessen haben können Sie hier ein neues Passwort anfordern. Geben Sie bitte hierzu Ihre E-Mail-Adresse ein!

E-Mail-Adresse
Druckversion

Kultur ohne Hürden

Rollstuhlfahrer testen die städtischen Museen - 26.10. 18:58 Uhr

Nürnberg  - Kulturgenuss im Rollstuhl? Für Behinderte wird oft schon der Weg zum Ziel zum Stolperstein. Spontane Ausflüge seien kaum möglich, klagen Betroffene. Ein Gruppe Behinderter wagt jetzt den Praxistest in städtischen Museen — und besuchte zum Auftakt das Stadtmuseum Fembohaus.

So macht der Museumsbesuch auch Rollstuhlfahrern und Gehbehinderten Spaß: Das Fembohaus ist barrierefrei, Stadtführerin Helga Nagel (links) führt ihre Gruppe gern durch das „wunderschöne Gebäude“.
So macht der Museumsbesuch auch Rollstuhlfahrern und Gehbehinderten Spaß: Das Fembohaus ist barrierefrei, Stadtführerin Helga Nagel (links) führt ihre Gruppe gern durch das „wunderschöne Gebäude“.
Foto: Michael Matejka
So macht der Museumsbesuch auch Rollstuhlfahrern und Gehbehinderten Spaß: Das Fembohaus ist barrierefrei, Stadtführerin Helga Nagel (links) führt ihre Gruppe gern durch das „wunderschöne Gebäude“.
So macht der Museumsbesuch auch Rollstuhlfahrern und Gehbehinderten Spaß: Das Fembohaus ist barrierefrei, Stadtführerin Helga Nagel (links) führt ihre Gruppe gern durch das „wunderschöne Gebäude“.
Foto: Michael Matejka

Eine Drehtür am Eingang scheint schon die erste Hürde zu sein. Unmöglich, sie mit Rollstuhl zu passieren, doch das ist auch gar nicht nötig: Ein paar Meter weiter findet sich eine weitere Tür — und durch die führt der Weg über eine Rampe ganz bequem ins Innere des Hauses.

Wer das Patrizierhaus aus dem 16. Jahrhundert von außen bewundert, der ahnt nicht, dass gerade dieses historische Gebäude für Gehbehinderte so bequem zu erkunden ist. Doch als das Haus vor gut zehn Jahren umgebaut wurde, dachten die Planer auch an Menschen mit Handicap. Ein Aufzug, der ebenerdige Zugang auch in den Hof und Rampen gehören seitdem zur Ausstattung — und werden sehr gut angenommen, wie Mitarbeiterin Renate Spengler betont. „Wir haben viele Stammgäste, die auf den Rollstuhl angewiesen sind.“

„Total begeistert“



Mit dem Fahrstuhl gelangen auch die Besucher aus Burgthann bequem in die vierte Etage, wo der Rundgang beginnt. Die Mitglieder der Gruppe „Gelegenheit“, ein Treff für Kranke und Gesunde, loben ausdrücklich die behindertengerechte Ausstattung des Hauses. „Ich bin total begeistert“, sagt Angelika Feisthammel. Allenfalls ein paar niedrige Schwellen zwischen den einzelnen Räumen stören aus ihrer Sicht ein wenig. „Aber da kommen wir ja locker drüber.“ Die 49-Jährige ist von Geburt an auf den Rollstuhl angewiesen. So positiv urteilt sie nicht allzu oft, denn in Sachen Barrierefreiheit im öffentlichen Raum gibt es aus ihrer Sicht noch viel Nachholbedarf. „Spontane Ausflüge sind kaum drin, ich mache mich immer vorher schlau.“ Vor für sie verschlossenen Türen zu stehen, das ist eine Erfahrung, die sich die Behindertenbeauftragte für das Nürnberger Land möglichst ersparen möchte.

Zu schmale Türen und hohe Bordsteinkanten sind häufige Hürden für die Betroffenen. Vor allem aber stört sie das Kopfsteinpflaster. Der unebene Belag sei einfach furchtbar, betont Ursula Rassow-Walz, die seit zwei Jahren krankheitsbedingt im Rollstuhl sitzt. „Nach einer Viertelstunde kann ich nicht mehr.“

Ein glatterer Untergrund wäre auch für Eltern mit Kinderwagen oder Liebhaberinnen von Stöckelschuhen eine Erleichterung, glaubt die 54-Jährige. „Eine schmale Spur am Rand würde ja schon reichen.“ Der Ausflug ins Fembohaus sei auch deshalb so angenehm, „weil wir mit dem Auto bis vor die Tür gebracht wurden“. Denn derzeit ärgern sich die Rollstuhlfahrerinnen auch über den öffentlichen Nahverkehr. „Wir warten händeringend auf die neuen S-Bahnen“, sagt Feisthammel. „In die alten Wägen können wir überhaupt nicht rein.“

Das ist beim Fembohaus anders. Weitere Museen will Stadtführerin Helga Nagel vom Verein „Die Gästeführer“ mit der Gruppe demnächst unter die Lupe nehmen. Sie tut dies ehrenamtlich — in der Hoffnung, bald noch mehr gute Noten in Sachen Barrierefreiheit vergeben zu können. 



SILKE ROENNEFAHRT - Lokales Nürnberg

Ihr Kommentar

Name:
 
Info
Bestätigungswort

Um Ihren Kommentar abzusenden, geben Sie bitte das Bestätigungswort ein. Nicht lesbar? Erzeugen sie durch Klick darauf einen neuen Text.



Aktueller Zeitungstitel Nürnberger Nachrichten
  • Suchtexperten verzweifeln an der Politik: Der Staat profitiert vom Spielhallenboom
  • Über die Wichtigkeit von rosa Unterhosen: Interview mit der Erlanger Spaß-Kapelle J.B.O.
  • OB Maly schlägt Alarm: In Nürnberg droht ein Engpass an günstigen Mietwohnungen
Nachrichten aus aller Welt

Schlagzeilen


User-Kommentare
Suche wird durchgeführt...

Brightcove Video Lokal Regional
Baustellen Vorschau
Karte zum Öffnen anklicken

Stadtanzeiger Aktuell
Badeseen in der Region
Badeseen in der Region: Karte zum Öffnen anklicken!

Im Gespräch
Was denkt ein Zollfahnder über Instinkte? Oder: Was verbindet ein Notarzt mit Langsamkeit?
Jede Woche steht im Lokalteil ein Nürnberger Rede und Antwort zu einem Thema, das man auf Anhieb nicht immer mit ihm verbindet.
Alle Beiträge finden Sie in unserer Rubrik: Im Gespräch.

Kunstpreis
Bewerbungen für den NN-Kunstpreis werden ab 1. März 2012 entgegengenommen. Die Teilnahmebedingungen finden Sie hier.
  • Das Video von der Verleihung
    des Kunstpreises 2011.
  • Die ausgewählten Werke 2011 als Bildergalerie
Suche wird durchgeführt...