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Lkw-Welpen kämpfen ums Überleben

Acht Hunde sind inzwischen gestorben — Polizei stoppte weiteren Tiertransport - 22.02. 11:00 Uhr

Nürnberg  - Den Welpen, die vor zwei Wochen aus dem ungarischen Transporter gerettet wurden, geht es gesundheitlich schlecht. Acht der insgesamt 92 Tiere sind inzwischen im Nürnberger Tierheim gestorben.


Vielen Hundebabys wie diesem Cavalier King Charles Spaniel fehlt die für das Immunsystem so wichtige Muttermilch, da sie viel zu früh von ihren Müttern getrennt wurden. Jeder Keim wird so für sie zur Lebensgefahr.
Vielen Hundebabys wie diesem Cavalier King Charles Spaniel fehlt die für das Immunsystem so wichtige Muttermilch, da sie viel zu früh von ihren Müttern getrennt wurden. Jeder Keim wird so für sie zur Lebensgefahr.
Foto: Katrin Wiersch
Vielen Hundebabys wie diesem Cavalier King Charles Spaniel fehlt die für das Immunsystem so wichtige Muttermilch, da sie viel zu früh von ihren Müttern getrennt wurden. Jeder Keim wird so für sie zur Lebensgefahr.
Vielen Hundebabys wie diesem Cavalier King Charles Spaniel fehlt die für das Immunsystem so wichtige Muttermilch, da sie viel zu früh von ihren Müttern getrennt wurden. Jeder Keim wird so für sie zur Lebensgefahr.
Foto: Katrin Wiersch

„Wir kämpfen gerade um das Leben der kleinen Lkw-Welpen. Momentan wird davon keiner vermittelt oder reserviert“, steht in großen Lettern auf einem Zettel im Eingangsbereich des Nürnberger Tierheims. Den 84 Hundebabys geht es nicht gut, sie befinden sich in Quarantäne. Niemand darf zu ihnen — außer dem zehnköpfigen Pflegeteam. Um eine Übertragung von Keimen zu verhindern, dürfen sich die Tierheim-Mitarbeiter nur mit Handschuhen, Schuhüberziehern und in einem Kittel den jungen Vierbeinern nähern.


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Mit den Welpen, die am Montag bei einer Verkehrskontrolle auf der A3 aus einem LKW gerettet wurden, haben Pfleger und Tierärtze im Nürnberger Tierheim alle Hände voll zu tun. Die meisten Hunde konnten jetzt bereits von der Krankenstation ins Welpenhaus verlegt werden. Aber einige Sorgenwelpen blieben auch zurück, sie sind noch zu krank und schwach für den Umzug.

Die 84 Hundebabys wurden auf vier Trakte verteilt. Auf der Krankenstation befinden sich die zehn schwächsten Tiere, die auf eine intensive Behandlung angewiesen sind. „Ihr Zustand ist bedenklich, ich glaube nicht, dass wir sie alle durchkriegen“, sagt Tierheim-Chefin Heike Weber. Viele der teilweise unterernährten und verängstigten Hundebabys haben Durchfall oder erbrechen sich ständig, sie leiden unter Schnupfen und Husten. „Das ist zu viel für einen Welpen“, weiß die 39-Jährige.

„Jetzt haben wir die Realität. Das passiert mit Welpen, die man zu Discountpreisen kaufen kann“, fährt sie fort. Die Realität ist ein Zusammenspiel von mehreren Faktoren: Durch die viel zu frühe Trennung von der Mutter konnten die Welpen über die Milch kein ausreichendes Immunsystem aufbauen. Ihre Körper sind geschwächt und anfällig für Infektionen. Keines der Tiere war geimpft.

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Bei einer Verkehrskontrolle auf der A3 nahe Erlangen, am Parkplatz Weißer Graben, entdeckte die Polizei am Montag über 90 Welpen in einem Lkw. Der Fahrer wurde festgenommen, die Welpen ins Nürnberger Tierheim gebracht und versorgt.

  „Die Welpen wurden vor der Abfahrt fit gespritzt, damit sie bei ihrer Ankunft beim Händler munter und gesund aussehen“, weiß Weber. Diese Wirkung lässt jetzt nach, bei den neuen Besitzern wären inzwischen 60 Prozent der jungen Hunde bereits tot, schätzt die Tierheimleiterin. Wann die Vermittlung der Welpen beginnt, hängt von dem Gesundheitszustand der Tiere ab. „Auf keinen Fall in den nächsten drei Wochen“, betont Weber.

Und der illegale Hundehandel geht weiter: Erst am Montagabend holte die Polizei in Zirndorf wieder sechs Welpen aus einem Transporter aus der Slowakei. Fünf Möpse und einen Malteser — keines der Tiere ist älter als vier Wochen. Auch diese Welpen befinden sich im Nürnberger Tierheim. Ihr Zustand ist stabil, lediglich der Malteser wurde in die Tierklinik gebracht 



CLAUDIA BEYER

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