|
Anmeldung
Diese Funktion steht nur registrierten Usern zur Verfügung.
Loggen Sie sich bitte hier ein oder registrieren Sie sich kostenlos! |
![]() |
Passwort vergessen
Wenn Sie Ihr Passwort vergessen haben können Sie hier ein neues Passwort anfordern. Geben Sie bitte hierzu Ihre E-Mail-Adresse ein!
|
Launig referiert Fischer über Stahlbetonbauten, die nach wenigen Jahren marode sind, »alte Hüttla«, die mit enormen Kosten entkernt werden, und unnütze Feuchtigkeitssperren, die - bildlich gesprochen - versuchten, mit einem Bierglas einen Strohhalm zu leeren. »Ich formuliere etwas zugespitzt, aber sonst schlafen Sie mir ja ein«, räumt der Architekt inmitten seines 90-minütigen Vortrags im Bildungszentrum ein.
Individuelle Lösungen
Statt teurer Kernsanierungen setzt Fischer auf individuelle Lösungen und versucht, den Bestand so weit als möglich zu erhalten. Restauriert der Oberfranke beispielsweise ein Fachwerkgebäude, lässt er aus den Balken die morschen Stücke herausschneiden und diese durch neues Holz ersetzen. Ähnlich verfährt er bei alten Fenstern, bei denen ebenfalls nur die kaputten Teile ausgetauscht würden. »Das ist Flicklesarbeit, aber billig«, resümiert Fischer.
Wer wolle, könne solche Handwerkerleistungen auch in Eigenregie erbringen. »Ich habe noch kein Fenster gesehen, bei dem ein Neukauf billiger war als eine Sanierung«, sagt der Architekt. Darüber hinaus böten alte Kastenfenster einen hervorragenden Schallschutz. Neue Fenster seien dagegen so gut abgedichtet, dass sie keinen Luftaustausch mehr zuließen, was in feuchten Räumen oft zu Schimmel führe. Da helfe Stoßlüften nichts, vielmehr sollten die Bewohner die obere Gummilippe am Fenster abtrennen oder es stets einen Spalt geöffnet halten, meint Fischer.
Exakte Planung
Ähnlich wirkten Wärmedämmungen: Der in der Werbung propagierte Pullover, den Eigentümer ihrem Haus anziehen sollten, sei im Winter ständig feucht. »Und sind Sie im Winter schon mal mit einem nassen Pullover rumgelaufen und haben sich wohlgefühlt?«, fragt der Baugutachter in die Runde. Hinzu komme, dass die Dämmung meist mehr koste, als sich in der Folge durch den niedrigeren Energieverbrauch Geld sparen ließe. Hausherren sollten in solchen Fällen auf eine Befreiung von der Energiesparverordnung (EnEV) aus Unwirtschaftlichkeit drängen, rät der Experte.
Ein weiterer wesentlicher Faktor für kostengünstiges Sanieren sei eine exakte Planung. Fischer inventarisiert vorab alle Bauteile. Auf dieser Basis ermittelt er, was repariert werden muss und wie teuer das wird. Ein gotisches Bürgerhaus aus dem 15.Jahrhundert habe er in Bamberg so zum Beispiel für 420.000 DM restauriert.

