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Mit Hegel durch die Stadtgeschichte

Philosoph verbrachte acht Jahre in Nürnberg - Stadtführung gibt Einblicke - 18.04.2009

NÜRNBERG  - Schulreformer, Weltgeist und Philosoph - mehr als 200 Jahre liegt Hegels Ankunft in Nürnberg zurück. Doch bis heute finden sich seine Spuren. Ursula Rieger führt am 19. April auf Hegels Pfaden durch die Stadt.

Der Philosoph Georg Wilhelm Friedrich Hegel.
Der Philosoph Georg Wilhelm Friedrich Hegel.
Foto: oh

«So eine Führung ist gerade auch für Nürnberger interessant. Es gibt viel zu hören und zu sehen, das auch Alteingesessenen unbekannt ist», sagt Stadtführerin Ursula Rieger. Georg Wilhelm Friedrich Hegel steht im Mittelpunkt der aktuellen Führung des Vereins der Gästeführer Nürnbergs, kurz «Die Stadtführer». «Dabei geht es nicht nur um seine Stellung als Philosoph, sondern auch um Hegel als Pädagoge und Privatperson», erklärt Rieger, die schon seit vier Jahren als Stadtführerin im Einsatz ist.

Rektor am Egidiengymnasium

Acht entscheidende Lebensjahre hat Hegel in Nürnberg verbracht. Der große Philosoph des deutschen Idealismus kam im Herbst 1808 in die Stadt. Dort trat er mit 38 Jahren seine erste feste Stelle als Rektor des Egidiengymnasiums an. In den Wirren der Reichsauflösung und der Zuordnung Nürnbergs zum Königreich Bayern wirkte er maßgeblich an einer Neugliederung des Schulwesens mit.

«Man kann sagen, Hegel war seiner Zeit als Pädagoge weit voraus, fast schon modern», sagt Rieger. Sein besonderer Einsatz galt Schülern aus ärmlichen Verhältnissen. Mit seiner Ernennung zum Schulrat der Stadt im Jahr 1813 bemühte er sich um die durchgängige Verstaatlichung der Schulen. «Bildung für alle gab es damals nur aus kirchlicher Hand. Die vermittelte aber oft mehr fromme Sprüche als Allgemeinbildung», betont Rieger.

Hochzeit mit Marie von Tucher

In Nürnberg verfasste und veröffentlichte Hegel auch sein berühmtes Werk «Die Wissenschaft der Logik». Doch nicht nur beruflich fand er in der Frankenmetropole sein Glück: Im Jahr 1811 heiratete er die schöne und 18 Jahre jüngere Marie von Tucher. Durch diese Heirat gelangte Hegel in die bessere Gesellschaft und gewann deutlich an Einfluss.

Wer mehr erfahren will über den Freidenker Hegel und schon immer wissen wollte, wie die Museumsbrücke zu ihrem Namen kam oder das erste Lehrerseminar Bayerns entstand, findet bei der Hegel-Führung am Sonntag viele spannende Antworten. Stationen der Führung sind unter anderen das Tucher Palais und der Tugendbrunnen. Los geht es um 14.30 Uhr am Melanchthon-Denkmal vor dem Altbau des Willstätter-Gymnasiums am Egidienplatz.

Nächster Termin: 11. Oktober, Preis: 7 Euro, Kinder bis 14 Jahre frei. www.nuernberg-tours.de 

nn



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