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Mittwoch, 5. September 1962: Abc-Schützen im eigenen Haus

In der großzügigen Anlage an der Hegelstraße bezogen die Kleinen ihre Pavillons - 05.09.2012 06:00 Uhr

Nürnberg  - Der Schulanfang wurde 800 Nürnberger Kindern auch ohne Zuckertüte versüßt.

Die Abc-Schützen mit ihren Zuckertüten in einem lichten und freundlichen Klassenzimmer des großzügigen Komplexes. Obwohl sie auf ihrem ersten Weg in die Schule alles bestens angetroffen haben, machen manche von ihnen recht skeptische Mienen. Aber das wird sich geben.
Die Abc-Schützen mit ihren Zuckertüten in einem lichten und freundlichen Klassenzimmer des großzügigen Komplexes. Obwohl sie auf ihrem ersten Weg in die Schule alles bestens angetroffen haben, machen manche von ihnen recht skeptische Mienen. Aber das wird sich geben.
Foto: Gerardi
Die Abc-Schützen mit ihren Zuckertüten in einem lichten und freundlichen Klassenzimmer des großzügigen Komplexes. Obwohl sie auf ihrem ersten Weg in die Schule alles bestens angetroffen haben, machen manche von ihnen recht skeptische Mienen. Aber das wird sich geben.
Die Abc-Schützen mit ihren Zuckertüten in einem lichten und freundlichen Klassenzimmer des großzügigen Komplexes. Obwohl sie auf ihrem ersten Weg in die Schule alles bestens angetroffen haben, machen manche von ihnen recht skeptische Mienen. Aber das wird sich geben.
Foto: Gerardi

Ihr erster Weg in ein neues Arbeitsjahr führte sie zum Glanzstück unter den Volksschulen der Stadt: in den ebenso großzügigen wie eindrucksvollen Komplex an der Hegelstraße nahe dem Stadtpark.

Diese jüngste Errungenschaft darf sich einiger Superlative rühmen. Zum erstenmal ist hier nach dem Kriege ein ganzes Schulsystem - vom Klassentrakt über die Turnhallen bis zum Kinderhort – in einem Zug gebaut worden. Seine größte Attraktion ist die erste Lehrschwimmhalle in Nürnberg. Mit all diesen Feinheiten ist diese Volksschule freilich auch das teuerste Unternehmen dieser Art geworden; sie kostet runde fünf Millionen Mark.

Obwohl die Stadt für dieses Projekt tief in die Tasche greifen mußte, ist kein unnötiger Aufwand getrieben worden. Der große Komplex, der ein Viereck umschließt, besticht gerade durch seine sachliche und schlichte Architektur.

Bilderstrecke zum Thema
Kalenderblatt: Nürnberg im September 1962 - die Bilder.

Beim Hauptbau mit seiner Fassade zur Hegelstraße gingen die Architekten des Hochbauamtes – Baudirektor Timme, Amtmann Kleiber und Bauleiter Lavatsch – von dem „Schustertyp“ ab, der auch in Nürnberg weitverbreitet ist; in diesem Gebäude liegen die Klassenräume an langen Korridoren. In einem eigenen Flügel sind die Zimmer der Schulleitung, für die Lehrer, der Musiksaal mit Holzverkleidung, die Schulküche und andere Sonderräume untergebracht.

Eine Neuheit für Nürnberg sind die Pavillons in der Form, wie sie sich hier dem Haupttrakt anschließen. Neun Klassen der Unter- und Mittelstufe haben sozusagen ein eigenes Heim mit separatem Eingang und allen nötigen Nebenräumen. Zwischen den ebenerdigen Pavillons breiten sich – alsbald wenigstens – Grünflächen aus, in denen Unterricht im Freien gehalten werden kann.

Diese spezielle Art von Schulhausbau mußte denn auch dem Stadtrat förmlich abgerungen werden. Er war nämlich skeptisch genug zu glauben, das Unterfangen käme teurer als herkömmliche Methoden. Aber die Pädagogen und Architekten konnten sich schließlich doch durchsetzen – und nicht einmal unbedingt auf Kosten der Steuerzahler. „Die erdgeschossige Bauweise hat den Vorteil, daß die kleinen Kinder in der Nähe der Natur bleiben und nicht in Kasernen geführt werden“, meint Baudirektor Timme.

Gegenüber von jenen Pavillons stehen die beiden Turnhallen und auch die Lehrschwimmhalle, die sich für Nürnberg noch im Glanz des Einmaligen sonnen darf. Sobald die fertig ist, werden hier die Kinder verschiedener Schulhäuser und natürlich auch der Hegelschule das Wasser von Grund auf kennenlernen. Noch weiß man nicht, ob auch andere Schulen solche Einrichtungen bekommen werden. Man denkt gegenwärtig auch daran, derartige Lehrschwimmbecken – das Vorbild ist acht Meter breit, 16,6 Meter lang und 1,10 bis 1,35 Meter tief – künftig in Bezirksbäder einzubauen. 

W. S.


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