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Auf dem Jahresprogramm, an dem teilweise noch gefeilt wird, steht neben monatlichen Jazz-Matineen, Führungen und Vorträgen zunächst eine Fotoschau unter dem Titel „Die Letzten ihrer Art“. Sie ist im März und April dem Amerikaner John Fasulo gewidmet, der mit seiner Kamera das Ausklingen des Dampflokzeitalters in Deutschland verfolgt hatte. Parallel dazu nehmen die Historiker Anlauf, um erstmals umfassend das Thema Eisenbahn und Sport aufzubereiten. Die Rolle der Bahn als Massentransportmittel bei Großveranstaltungen wird dabei ebenso beleuchtet wie die vielfältigen sportlichen Aktivitäten von Eisenbahnern in zahllosen eigenen Vereinen, von denen viele bis heute bestehen.
Das Projekt bildet ab 11. Juni einen Schwerpunkt im Rahmenprogramm zur Fußball-WM der Frauen, die von der Deutschen Bahn maßgeblich unterstützt wird. Natürlich darf dabei auch der legendäre WM-Zug von 1954 nicht fehlen. Der Triebwagen, mit dem die „Helden von Bern“ in der Heimat triumphal empfangen wurden, gehört zu den Beständen des Nürnberger Museums und wird von einer engagierten Gruppe des Bahnsozialwerks in Braunschweig gepflegt. Allerdings ist die Betriebserlaubnis erloschen. Er wird für diverse WM-Auftritte derzeit sorgfältig aufpoliert, bleibt aber ein Museumsstück, das nicht mehr aus eigener Kraft auf Reisen gehen kann.
Die vielleicht spektakulärste Facette des Verhältnisses von Bahn und Sport stellen freilich Wettbewerbe auf den Schienen selbst dar: Getrieben vom Wunsch nach immer neuen Höchstleistungen wie natürlich auch von technischem Ehrgeiz, trimmten die Ingenieure nicht nur Rennwagen, sondern eben auch Lokomotiven auf Tempo. Einige Weltrekordloks, auch aus dem Ausland, will das DB Museum für eine Sonderschau nach Nürnberg holen; zwei Stars, die Dampflok 05 001 und die Elektrolok E 19 12, gehören bekanntlich bereits zu den Perlen der hiesigen Sammlung.
Was unterdessen das Herz aller Bahnfreunde höherschlagen lässt, spielt sich vorerst in Meiningen ab: Im dortigen Instandsetzungswerk, das auf Oldtimer spezialisiert ist und schon den ausgebrannten „Adler“ wiederhergestellt hatte, wird nun auch eine Schnellzug-Dampflok restauriert, die im Herbst 2005 im Depot Gostenhof ebenfalls den Flammen zum Opfer gefallen war.
Buchstäblich ein Paradefahrzeug der deutschen Eisenbahngeschichte, war die „01 150“ schon 1935 als damals modernstes Zugpferd bei der 100-Jahr-Feier der deutschen Eisenbahn mit von der Partie, ebenso bei der 125-Jahr-Feier 1960. Danach blieben ihr noch zwölf Jahre, ehe das 172-Tonnen-Monster aufs Abstellgleis geschoben und nur mehr von Zeit zu Zeit für Sonderfahrten angeschürt wurde. Auch diese Lok gehört längst zum Nürnberger Bestand.
Zäh und geradezu verbissen hatte seit dem Brand vor allem ein ehemaliger Lokführer, Olaf Teubert, mit Hunderten von Bittbriefen für die Wiederherstellung gekämpft und geworben und letztlich sein Ziel erreicht: Für die auf rund 780000 Euro veranschlagte Rekonstruktion stellten Spender insgesamt 480000 Euro zur Verfügung; die Bahn selbst übernimmt 300000 Euro. Teuerster Einzelposten ist die Anfertigung eines neuen Kessels, damit das Zugpferd voraussichtlich im Herbst wieder nostalgisch durch die Lande dampfen kann.Noch bis 27. Februar ist die Sonderschau „Planet Eisenbahn“ zur 175- Jahr-Feier der Eisenbahn in Deutschland zu sehen. Seit kurzem ist zum Preis von 17,50 Euro auch das Begleitbuch erhältlich. Weitere Informationen: www.dbmuseum.de im Internet.

Bewerbungen für den NN-Kunstpreis werden ab 1. März 2012 entgegengenommen. Die Teilnahmebedingungen finden Sie
hier.
