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Salafisten stellen den Koran über alle westlichen Gesetze, doch nun sitzen die beiden Männer mit den auffälligen Bärten vor der 2. Strafkammer des Landgerichts Nürnberg-Fürth und müssen sich verantworten, weil sie gegen das Strafgesetzbuch und das Waffengesetz verstoßen haben sollen.
Ulrike Pauckstadt-Maihold, Oberstaatsanwältin, Vizechefin der Behörde und Leiterin der politischen Abteilung der Staatsanwaltschaft, vertritt die Anklage: Zeitweise hegten die Ermittler den Verdacht, dass die beiden Angeklagten, der 25-Jährige ist Deutsch-Kasache, der 36-Jährige ein gebürtiger Bosnier, mit dem Geld aus den Überfällen ihre eigene Ausreise in den Nahen Osten finanzieren wollten.
Zwar existiert ein diesbezüglicher Vermerk in den Akten und der Verdacht, dass im Hintergrund gewaltbereite, dschihadistische Ideologien eine Rolle spielen, stand im Raum. Doch dies hat sich nicht erhärtet, derartige Vorwürfe werden in dem Verfahren nicht erhoben. Für die Höhe der Strafe wäre dies ohnehin nur dann von Bedeutung, würde nachgewiesen, dass die Männer Raubüberfälle begingen, um mit der Beute weitere Straftaten zu verüben.
Die beiden Angeklagten sollen am 29.Juni 2012 gegen halb vier Uhr morgens einen angetrunkenen Mann, er verließ gerade eine Diskothek am Kohlenhof, niedergeschlagen haben. Sie nahmen ihm 20 Euro Bargeld und ein Handy im Wert von 150 Euro ab. In der nächsten Nacht versuchten die Männer angeblich, einen weiteren Mann in ihr Auto zu locken – doch dieser lehnte ab.
Es soll wieder gegen halb vier Uhr morgens gewesen sein, als sie erneut einen Mann niederschlugen, ihm seinen Geldbeutel mit etwa zehn Euro aus der Hosentasche zogen und mit der Uhr ihres Opfers im Wert von 900 Euro verschwanden.
Ein Verstoß gegen das Waffengesetz kommt hinzu: In der Wohnung des 25-jährigen Angeklagten stellten die Ermittler ein japanisches Würgeholz, einen Schlagring sowie ein Butterflymesser sicher – bereits der Besitz dieser Waffen ist gesetzlich verboten. Angesichts der heftigen Vorwürfe sitzen mehrere Wachtmeister im Sitzungssaal, die Füße des 36-jährigen Angeklagten sind auch während der Verhandlung gefesselt.
Die Beweisaufnahme wird fortgesetzt, mit einem Urteil wird am 11. Februar gerechnet.
Fr. 24.05.13
Do. 23.05.13
Do. 23.05.13
Di. 21.05.13
Di. 21.05.13