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Sie waren schon abgeflogen, von Köln aus, und saßen im Bundeswehr-Airbus, als die vier Musiker begannen, an einem Lied zu schreiben; eines, in dem es um Heimweh geht, die Gefahren des Auslandseinsatzes, die Sorgen und die Nöte deutscher Soldaten und Polizisten in Afghanistan. Erst nach ihrer Ankunft stellten sie ihn fertig, den Song „Immer wieder“, der wenig später den Soldaten unter die Haut gehen sollte.
Dreimal mussten die Nürnberger Polizisten Manni Häusler, Mario Wilde, Chris Petzold und Mike Petzold dieses Lied allein bei ihrem ersten Konzert in Kabul spielen, in der Militärbasis „Camp Warehouse“, vor rund 200 Menschen. „Das Konzert war unglaublich“, erzählt Mike Petzold und berichtet von einer äußerst intensiven Atmosphäre, von spontanen Aktionen wie jener eines Soldaten, der plötzlich auf die Bühne kam, um einen Blues zu singen, von Soldaten mit Tränen in den Augen, von starker Emotionalität.
Was die Männer im Auslandseinsatz so bewegte? Das Gefühl, dass zu Hause an sie gedacht wird, dass man ihnen wünscht, wieder gut heimzukommen, meint Petzold. Denn, und das ist einer der stärksten Eindrücke, die die Nürnberger Band gewonnen hat: „Die meisten haben das Gefühl, dass sie von der Gesellschaft im Stich gelassen werden“, sagt Petzold. Sprich: Während sie ihren Kopf riskieren, wird daheim über den „Irrtum“ Afghanistan diskutiert.
Aber es gibt auch andere Stimmen. Und eine dieser Stimmen schienen „M*Bates“ für die deutschen Soldaten und Polizisten in Afghanistan zu verkörpern. Daher waren alle drei Konzerte „intensiv“. Denn auch beim Auftritt in Kundus gab es „ähnlich bewegende Szenen“ wie zuvor in Kabul. Dort rockten „M*Bates“ nicht nur zweieinhalb Stunden, wie geplant, sondern vier. Und das, obwohl gerade die Anfangsphase des Konzerts schwierig, die Atmosphäre gedämpft war.
Was schlicht auch daran lag, dass die Lage in Kundus gefährlicher ist, die Soldaten unter größerer Anspannung stehen — erst kurz vor Konzertbeginn beispielsweise kam eine 150 Kopf starke Kompanie zurück von einem 16-stündigen Einsatz. Da dauerte es natürlich eine Weile, bis „M*Bates“ es schafften, die Soldaten auf andere Gedanken zu bringen.
„Immer wieder“ kam so gut an, dass die Band ihn in jedem Konzert mehrfach spielte. Ein Militär-Pfarrer fragte gar nach dem Liedtext, damit er ihn in seiner Predigt verwenden kann. Und nach dem dritten Konzert in Masar-i-Scharif, als ein General den Song gehört hatte, wurden „M*Bates“ gebeten, das Lied unplugged einzuspielen — in einer Außenstelle von „Radio Andernach“, dem Radiosender der Bundeswehr. Es dauerte nicht lange und „Immer wieder“ war der gefragteste Song in einer Wunschsendung von „Andernach“.
Derzeit planen die vier Nürnberger, das Lied noch einmal aufzunehmen, in aller Ruhe, und diese ausgefeiltere Version dann den Auslandskräften „in irgendeiner Form“ zur Verfügung zu stellen. Ums Geldverdienen geht es hier also nicht.
Die Tour, die mit Hilfe der Bundestagsabgeordneten Dagmar Wöhrl (CSU) zustande gekommen war (wie berichtet), war für die Band ein Erfolg. Nicht nur, dass die Bundeswehr die Reise „perfekt organisiert“ und es laut Petzold keine einzige gefährliche Situation gegeben hatte. Obendrein war es der Band, wie geplant, gelungen, den deutschen Soldaten und Polizisten etwas Abwechslung im Alltag zu bieten.
Ein Video über „M*Bates“ und ihre Afghanistan-Tour ist im Internet zu finden unter www.youtube.de — Suchbegriff „Mazar rockt“ eingeben.

Bewerbungen für den NN-Kunstpreis werden ab 1. März 2012 entgegengenommen. Die Teilnahmebedingungen finden Sie
hier.
