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Oase mit Anspruch in Gostenhof

Till-Jonas Heinz eröffnet den „ess.tisch“ — Szechuan-Spezialitäten im „Ba Shu“ - 27.07.2012

Lange Tafeln, viel Licht: In der ehemaligen Druckerei wird Till-Jonas Heinz mit dem „ess.tisch“ starten.

Lange Tafeln, viel Licht: In der ehemaligen Druckerei wird Till-Jonas Heinz mit dem „ess.tisch“ starten. © Hippel


Der Standort ist eine Herausforderung: Den Kohlenhof auf der einen Seite, die Asylbewerberunterkunft an der Gartenstraße vor der Nase und den Plärrer im Rücken — ausgerechnet hier wird Till-Jonas Heinz ein Restaurant eröffnen. Eins für Leute mit Anspruch, wohlgemerkt. Schon seit 2011 versorgt der 28-Jährige aus der ehemaligen Druckerei heraus die Kunden seines Catering-Services „ess.brand“. Dafür war der Standort nachrangig, doch auch jetzt findet es Heinz nicht beunruhigend, dass Laufkundschaft in dieser Ecke der Stadt nie ein Thema wird. Im Gegenteil, er sieht‘s positiv: „Wer zu uns kommt, weiß schon, was ihn erwartet.“

Der Koch wird den Raum mit dem urbanen Charme ab 1. August zweimal in der Woche als „ess.tisch“ für Gäste öffnen. Mittwochs und freitags können sie an den langen Holztischen Platz nehmen und zwischen drei oder fünf Gängen (mittags beziehungsweise abends) wählen. Für den kleineren Hunger gibt es die Gerichte auch einzeln. Mit dem Nebensitzer darf gesprochen werden, „unsere Kunden passen gut zusammen“, findet Heinz.

Auf der Karte steht alles, „was selbst gemacht ist und aus guten Zutaten besteht“, sagt Heinz. Jetzt, im Sommer, könnte er sich zum Beispiel Ziegenfrischkäse mit Melone und Rucola vorstellen, danach Poularde mit gegrilltem Fenchel oder Aubergine in verschiedenen Variationen. Basis bleibt für Heinz die französische Küche, die er bei Sternekoch Fabian Feldmann gelernt hat. Kosten werden drei Gänge an die 22 Euro, das Fünfgangmenü etwa 50 Euro. „Nichts für jeden Tag“, das ist Heinz klar, „aber man muss auch nicht den Bausparer auflösen, um mit der Familie gut essen zu gehen.“

China-Restaurants haben ein Imageproblem. „Die Leute verziehen das Gesicht und denken an Glutamat und ein schlechtes ,All-you-can-eat’-Buffet für sieben Euro“, sagt Yiming Li.

Schick und schlicht: das Szechuan-Restaurant
 „Ba Shu“ in der Südstadt.

Schick und schlicht: das Szechuan-Restaurant „Ba Shu“ in der Südstadt. © Kinadeter


Dass es in seinem neuen Restaurant „Ba Shu“ anders sein wird, lässt sich bereits am Interieur erahnen. Im komplett neu gestalteten Lokal mit den großen Glasfronten, ein ehemaliger McDonalds, stehen Philippe-Starck-Stühle statt geschnitzter Sessel, an der Wand hängt dezente Fotokunst und es ist nicht ein einziger Drache zu sehen. So muss ein China-Restaurant heute aussehen, findet Li, „sonst ist es nicht mehr zeitgemäß“. Von außen also schick und schlicht, auf der Karte dafür umso chinesischer: „Ba Shu“ bedeutet „Szechuan“, die Region im Süden Chinas, die mit scharfer, würziger Küche und dem berühmten Pfeffer punktet und der sich das „Ba Shu“ verschrieben hat. Geschmacksverstärker oder Zusatzstoffe brauchen die Spezialitäten wie Dim Sum (Teigtaschen mit verschiedenen Füllungen) oder Feuertopf (eine Art chinesisches Fondue) nicht. „Das ist authentische Küche, nicht eingedeutscht“, versichert Li, der vorher unter anderem im „HappyHappa“ gearbeitet hat. „Alles ist so, wie man es in China isst.“

Zum Start empfehlen sich verschiedene Dim-Sum-Spezialitäten, zum Beispiel mit Garnelen-Wasserkastanien-Füllung oder Hühnerfleisch und Duftpilzen (ab 3,50 Euro).

Beim Feuertopf (18,50 Euro pro Person, ab zwei Personen, einen halben Tag vorher bestellen) mischen die Gäste selbst Fleisch und Gemüse mit einem milden und einem scharfen Sud und würzigen Soßen. Eine Zeremonie für gesellige Runden oder besondere Tage, sagt Li. Wer lieber ein „normales“ Szechuan-Gericht probieren möchte, kann sich vielleicht mit gebratenem Rinderfilet mit Glasnudeln und Sojasprossen und leicht scharfer Sha-Cha-Soße anfreunden (11,50 Euro) oder probiert Garnelen mit Brokkoli und Eiern an Weinsoße (12,50 Euro). CHRISTINE THURNER

Bald sind Sommerferien. Eine gute Zeit, um zu renovieren. Im „Restaurant Steichele“ steht der Gast deshalb vom 12. August bis 3. September vor verschlossenen Türen. Die Küche wird grundsaniert, „alles Alte kommt raus, neue Geräte rein“, sagt Inhaber Bernhard Steichele. Übernachten kann man trotzdem im gleichnamigen Hotel. Los geht es dann im Restaurant wieder Anfang September mit der Karpfensaison. kat

Mehr Informationen in unserer Rubrik Essen und Trinken! 

CHRISTINE THURNER, kat

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