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„Ohne Wärme haben Eichhörnchen-Babys keine Chance“

Kleine Nager in Not: Nürnberger Auffangstation versorgt verwaiste und verletzte Tiere — Wieder in Freiheit entlassen - 10.03.2011 14:00 Uhr

Satt und zufrieden: Nach der Fütterung bekommt das Eichhörnchen eine Bauchmassage. Die Bilder stammen aus dem Vorjahr, bislang wurden noch keine Tiere abgegeben.

Satt und zufrieden: Nach der Fütterung bekommt das Eichhörnchen eine Bauchmassage. Die Bilder stammen aus dem Vorjahr, bislang wurden noch keine Tiere abgegeben. © Katja Grabmann


„Das einzig wirklich Wichtige ist im ersten Moment die Wärme“, weiß Katja Grabmann, „sonst haben die Eichhörnchen-Babys keine Chance.“ Die Nürnbergerin leitet eine private Auffangstation, die auch beim Umweltamt der Stadt eingetragen ist. Ein Drei-Frauen-Betrieb: Die 41-Jährige päppelt mit ihren beiden Töchtern verletzte, kranke und junge Eichhörnchen in Herpersdorf auf. Spätestens nach 14 Wochen werden die Jungtiere wieder in die Freiheit entlassen. Im vergangenen Sommer beherbergte die Familie insgesamt 27 Eichhörnchen.

Aufmerksame Spaziergänger brachten die Tiere. Durch Baumfällungen oder Sturm kann der Kobel, ein hohlkugelförmiges Nest, zu Boden fallen; auch stürzen manchmal einzelne Jungtiere ab. Wenn der Kobel für Katzen erreichbar ist, holen sie sich den Nachwuchs. Auch sterben immer wieder Muttertiere im Straßenverkehr.

Eichhörnchen sind bei der Geburt nackt und blind. Anders als bei jungen Vögeln, kann man am Boden liegende, kleine Eichhörnchen anfassen, die Mutter werde ihr Junges deswegen nicht ablehnen, informiert Katja Grabmann. „Man sollte das Kleine sofort am Körper wärmen, es darf nicht auskühlen“, fährt sie fort. Wenn die Rückführung zur Mutter nicht klappt, wird das Jungtier in der Auffangstation versorgt oder — als Zwischenschritt — vom Finder mit Fencheltee mit Honig oder Traubenzucker gefüttert.

Lea Grabmann (13) füttert ein sechs Wochen altes Eichhörnchen mit Spezialnahrung. In diesem Alter sind die Backenzähne im Durchbruch, die Tiere beginnen allmählich, feste Nahrung aufzunehmen.

Lea Grabmann (13) füttert ein sechs Wochen altes Eichhörnchen mit Spezialnahrung. In diesem Alter sind die Backenzähne im Durchbruch, die Tiere beginnen allmählich, feste Nahrung aufzunehmen.


„Auch kommt es vor, dass Jungtiere den Menschen am Bein hochlaufen. Dann sind sie ausgehungert und sollten zu uns gebracht werden“, sagt Grabmann. Erst im Alter ab acht Wochen ist der Nachwuchs so selbstständig, dass er ohne Mutter überleben kann.

Als Faustregel gilt: Wenn sich ein Eichhörnchen leicht fangen lässt, braucht es menschliche Hilfe. Allerdings sollte man bei älteren Tieren lieber zum Handschuh greifen, „die Nager können heftig beißen“, weiß die Nürnbergerin. Ihre private Auffangstation gehört der Organisation Eichhörnchen-Notruf e.V. an, einem bundesweiten Netz mit rund 60 Einrichtungen.

Gleich im Handy speichern: Die Nummer des Eichhörnchen-Notrufs lautet (0176)32520009. Mehr Informationen im Internet: www.eichhoernchen-notruf.com

  

bey - Lokales Nürnberg

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