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Parteien stemmen sich gegen Verkauf des Forsthauses

Scharfe Kritik aus der Politik - Biotop in Ziegelstein in Gefahr - 22.02. 14:47 Uhr

Nürnberg  - Der Plan des Freistaates, das alte Forsthaus mit Biotop im Stadtteil Ziegelstein zu versilbern, stößt in der Stadtpolitik auf heftige Gegenwehr.


Die Bürger in Ziegelstein wollen, dass sowohl das Gebäude als auch das Biotop erhalten bleibt.
Die Bürger in Ziegelstein wollen, dass sowohl das Gebäude als auch das Biotop erhalten bleibt.
Foto: Horst Linke
Die Bürger in Ziegelstein wollen, dass sowohl das Gebäude als auch das Biotop erhalten bleibt.
Die Bürger in Ziegelstein wollen, dass sowohl das Gebäude als auch das Biotop erhalten bleibt.
Foto: Horst Linke

Wie berichtet, verwaltet die Immobilien Freistaat Bayern ungenutzte Liegenschaften, die dem Land gehören. Diese versucht sie gewinnbringend zu verkaufen. Nun soll auch das rund 2200 Quadratmeter große Idyll in Ziegelstein auf dem Markt versilbert werden, der Weg für Wohnbebauung wäre dann frei. Einen Antrag auf Vorbescheid zur Baugenehmigung hat die staatliche Abteilung bei der Bauordnungsbehörde bereits gestellt.

Doch die Anwohner laufen Sturm. Denn auf dem Areal in der Eschenauer Straße stehen 15 Eichen, die rund 150 Jahre alt sind. Außerdem leben und brüten im Frühjahr hier Vögel wie der Zaunkönig, Rotkehlchen, Kernbeißer und Dompfaffen. In Löchern, die Bunt-, Mittel- und Grünspechte anlegen, wohnen Zwergfledermaus und Abendsegler. Neben den Eichen stehen hier auch Ahorne, Hainbuchen und Linden. Der Baumbestand zählt zu den Resten des Reichswaldes, der bis hierher reichte.

„Saubermann der Finanzen“

Im Fall „Forsthaus“ nehmen nun Parteien Stellung. Die SPD wundert sich, dass ein Bebauungsplan aus dem Jahr 1935 als Grundlage für das Verfahren herangezogen wird: „Im Baurecht von 1935 war Umweltschutz in keiner Weise berücksichtigt“, so Stadträtin Sonja Bauer. „Seehofers Politik mit der Kettensäge, nur um sich als finanzpolitischer Saubermann hinzustellen, ist alles andere als gut für Bayern“, poltert der SPD-Ortsvereinsvorsitzende Christian Pröbius.


Auch die Stadtratsfraktion der Grünen kritisiert den Vorgang scharf. Das ehemalige Staatsforstgrundstück sei ökologisch höchst schützenswert. Nach Artikel1 des Bayerischen Naturschutzgesetzes dienen „ökologisch besonders wertvolle Grundstücke vorrangig den Zielen des Naturschutzes und der Landschaftspflege“, zitiert Monika Krannich-Pöhler, stadtentwicklungspolitische Sprecherin der Grünen. Diesen Grundsatz solle der Freistaat auch verfolgen. „Zusätzlich zum Eichenbestand, der unter die Baumschutzverordnung fällt, ist das betroffene Gebiet in Ziegelstein als Stadtbiotop kategorisiert“, sagt sie.

Tobias Schmidt, CSU-Mitglied und Vorsitzender des Vorstadtvereins Nürnberg-Nord, will das Thema in der kommenden Bürgervereinsrunde bei OB Ulrich Maly ansprechen. Schmidt habe sich an die Bauordnungsbehörde, das Umweltamt sowie an die Immobilien Bayern gewendet, mit der Bitte um Stellungnahme.

Auch die beiden Landtagsabgeordneten Christine Stahl (Grüne) und Angelika Weikert (SPD) wollen sich in München für das Biotop starkmachen.
  



ALEXANDER BROCK

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