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Neue Trambahnlinien nach Kornburg und Fischbach sowie durch die nördliche Altstadt und über Dürrenhof zum Dokuzentrum, eine Linienverlängerung von der Tristan- zur Brunecker Straße und ein U-Bahn-Ast nach Eibach – dieses Paket dient als Ergebnis aller Vorstudien nun als Grundlage für alle weiteren politischen Planungen.
„Da werden dann auch Aspekte der Stadtentwicklung oder Umweltfragen, der praktischen Betriebsabwicklung, der Fahrzeugbeschaffung und anderes mehr eine Rolle spielen“, stellte der Gutachter Stephan Krug bei der 13. Sitzung des Projektbeirats für den Nahverkehrsentwicklungplan klar. Das Gremium, das seine Aufgabe nun erfüllt hat, traf sich gestern zum letzten Mal. In zwei Wochen soll der Verkehrsausschuss des Stadtrats die Weichen für das weitere Vorgehen stellen.
Nur aus Verfahrensgründen ausgeklammert blieben die Stadt-Umland-Bahn nach Reutles/Erlangen sowie eine U-Bahn-Verlängerung nach Stein. Beide seien als Einzelmaßnahmen sinnvoll und sollten bei der Netzbetrachtung stets mitbedacht und weiter verfolgt werden, unterstrich Krug.
In den Mittelpunkt rückte der Planer von der Ingenieurgruppe IVV Aachen/Berlin zum Abschluss die Gegenüberstellung der geschätzten Investitionskosten von insgesamt 308 Millionen Euro und des gesamtwirtschaftlichen Nutzens des vorgeschlagenen Pakets. In die komplizierten Berechnungen gehen Faktoren ein wie die Vorteile für die Fahrgäste (kürzere Fahrzeit, Kostenersparnis durch den Verzicht auf das Auto), die Reduzierung der Unfallzahlen und geringere Emissionskosten.
Außerdem spielen Annahmen eine Rolle, wieviele neue Fahrgäste sich durch ein verbessertes Angebot gewinnen lassen und wo andererseits Buslinien überflüssig und damit Einsparungen möglich werden. Musterbeispiel ist die Anbindung der südlichen Stadtteile Herpersdorf, Worzeldorf und Kornburg an das Straßenbahnnetz. Ob die Trasse dann durch die Saarbrückener Straße oder am Hafen entlang führt, ist bisher noch offen.
Dabei signalisierte Stadtrat Michael Reindl aber schon mal, dass die CSU wohl eher die schnellere Verbindung über den Marthweg bevorzugt, während Christine Seer (Bündnisgrüne) Konflikte mit dem Naturschutz am Föhrenbuck sieht und die die Falkenheim-Siedlungen einbeziehen will.
Fazit: Die vier genannten Projekte liegen nach der so genannten standardisierten Bewertung – bundesweit einheitlich das Kriterium für Zuschüsse des Bundes und der Länder – zum Teil sehr deutlich über dem erforderlichen Wert von 1,0. Mit Abstand an der Spitze rangiert die Trambahnquerung der nördlichen Altstadt. „Die ist sowohl für sich als auch mit der Verlängerung über die Ohm-Hochschule hinüber nach St. Peter sinnvoll“, betonte Krug. Wann welches Vorhaben umgesetzt wird, lasse sich aus der Prioritäten- und Baustufenliste nicht ableiten.
