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Mit den Karten werden die Stadträte, die die Preiserhöhung mitgetragen haben, aufgefordert, „die Fahrpreiserhöhung bei der VAG zu überdenken und zurückzunehmen“. Für alle umweltbewussten Menschen sei die Preissteigerung „ein Schlag ins Gesicht“, sagt Bernd Baudler vom Verkehrsclub Deutschland, als er auf der Straßenbahn-Insel am Hauptbahnhof mit klammen Fingern Postkarten verteilt. „Ausgerechnet diejenigen werden bestraft, die am umweltverträglichsten in dieser Stadt unterwegs sind.“ Sprich: mit öffentlichen Verkehrsmitteln.
Bund Naturschutz, der Fahrgastverband Pro Bahn, der ADFC Nürnberg und der Verkehrsclub Deutschland haben die Postkarten-Aktion initiiert. Sie kritisieren nicht nur die Preiserhöhung als „unökologisch, unsozial und unsinnig“, sondern auch den Entscheidungsprozess. Gemeinsam werfen sie dem Stadtrat undemokratisches Verhalten vor. Die Preiserhöhung sei in einem Hauruck-Verfahren im Hinterzimmer entschieden worden. Es habe keine öffentliche Diskussion über die Ziele der Verkehrspolitik und mögliche Alternativen gegeben, fährt Baudler fort.
Die Umweltverbände und Verkehrsinitiativen befürchten, dass das neue, teurere und möglicherweise auch kompliziertere Tarifsystem Fahrgäste verprellen könnte und dass diese dann entnervt zum Auto zurückkehren. Was wiederum zur geringeren Auslastung und möglicherweise zur Einschränkung des Bus- und Bahnangebots führen könne.
Wie berichtet, stimmte die Mehrheit im Stadtrat dafür, dass die Bürger künftig deutlich mehr für Busse, U-Bahnen und Straßenbahnen zahlen müssen. Die Begründung laut Stadtrat und VAG: steigende Kosten und sinkende Zuschüsse. Ab 1.Januar kosten Tickets bis zu 15 Prozent mehr. Bis 2015 beträgt der Preissprung sogar fast 30 Prozent.
Wer sich an dem Postkarten-Protest beteiligen möchte, kann entsprechende Vorlagen unter www.vcd-bayern.de/nuernberg herunterladen.

Bewerbungen für den NN-Kunstpreis werden ab 1. März 2012 entgegengenommen. Die Teilnahmebedingungen finden Sie
hier.
