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„Wir sind noch mit im Boot, aber wir fahren nicht mit voller Fahrt in eine Richtung.“ Mit diesem blumigen Vergleich beschreibt Jens Hintze, der verantwortliche Projektentwickler der Hamburger ECE-Gruppe, den Stand der Verhandlungen. Der Betreiber von Einkaufszentren und Entwickler von Gewerbe-Immobilien hat aus Sicht von Georg Schöttner vom Amt für Wirtschaft durchaus das Potenzial, um das 250000 Quadratmeter große Quelle-Versandzentrum an der Fürther Straße erst einmal dem Insolvenzverwalter des Vorbesitzers, der Valbonne B.V., abzukaufen und dann ohne Zeitdruck die Entwicklung des Kolosses anzugehen.
Die Stadt sei also sehr an weiteren Verhandlungen mit der ECE-Gruppe interessiert. Doch noch gibt es Unklarheiten, allen voran Denkmalschutz und energetische Sanierung.
„Die Außenwände des Quelle-Komplexes sind ungedämmt, durch die dünnen Fenster zieht es rein“, beschreibt Jens Hintze den Ist-Zustand. Die Denkmalschützer fordern, dass die energetische Sanierung das Aussehen der Fassade nicht beeinträchtigt, „für uns ist das aber unwirtschaftlich“, sagt Hintze. Rund 25 Millionen Euro allein für die Wärmedämmung könnten leicht anfallen. „Aber vielleicht stimmt die Stadt ja doch noch größeren Eingriffen in den Denkmalschutz zu.“
Doch Daniel Ulrich von der Unteren Denkmalschutzbehörde winkt ab. „Wir sind ECE schon sehr entgegengekommen. Sie können im Inneren des Quelle-Komplexes sämtliche räumlichen Zuschnitte verändern, es dürfen Innenhöfe angelegt werden, um künftige Büros besser zu beleuchten.
Auch die Fenster dürfen ausgetauscht werden.“ Doch an der charakteristischen Fassade entlang der Fürther Straße halten die Denkmalschützer fest, es dürfen also keine Styroporplatten vor die braunen Steine gesetzt werden. „Eine Innendämmung des Gebäudes wäre für ECE doch auch sehr wirtschaftlich“, wundert sich Ulrich.
Er hat den Verdacht, dass ECE aus dem 50er-Jahre-Bau „ein Passivhaus machen will“. Aber das gehe eben nicht. „Der Investor würde am liebsten abreißen und neu bauen.“ Nicht ohne Grund werbe ECE mit „klimaneutralen“ Gebäuden. Das ziehe bei potenziellen Mietern. Tatsächlich hat ECE erst im Januar ein Seminar zum Thema nachhaltige Sanierung im Bestand veranstaltet.
Schöttner hat die Aufgabe, in einer Arbeitsgruppe die Stimmen aller beteiligten Ämter zu bündeln und die Gespräche mit ECE zu moderieren. „Wir wollen stadtintern zu einer einheitlichen Haltung kommen“, sagt Schöttner. Der Denkmalschutz habe „sehr rigide Auflagen, da ist der Annäherungsprozess an den Investor noch nicht abgeschlossen“, kommentiert er Ulrichs Einwände.
Jens Hintze sieht aber noch ein anderes „essenzielles Problem“: „Wir haben von Roland Fleck, dem Geschäftsführer der NürnbergMesse, die klare Aussage bekommen, dass die Messe doch nicht in den Quelle-Komplex investiert, sondern nur als Betreiber eines Kongresszentrums auftreten möchte.“ Damit breche ein wesentlicher Nutzungsbaustein weg. Für ein Tagungszentrum einen anderen privaten Investor zu finden, hält Hintze für ausgeschlossen.
Schöttner sieht das anders: „Zusammen mit einem Hotel kann auch für einen anderen Geldgeber ein Veranstaltungszentrum interessant sein.“
Mi. 04.04.12
Fr. 30.03.12
Fr. 30.03.12
Fr. 30.03.12