Es muss den Angestellten wie ein schlechtes Déjà-vu-Erlebnis vorgekommen sein: Dreieinhalb Wochen nach dem ersten Überfall stand wieder eine bewaffnete Frau in der Bank. Die dunkelhaarige Räuberin war gänzlich unmaskiert und bedrohte eine Mitarbeiterin mit einer Schreckschusswaffe. Sie hatte einen Beutel bei sich und verlangte Geld. Im Gegensatz zur ersten Tat, die relativ geräuschlos abgelaufen war, bekam ein Kollege den Überfall mit und löste Alarm aus.
Die Bankräuberin hatte ohnehin einen schlechten Zeitpunkt ausgewählt. Als sie zuschlug, war zufällig ein Polizist in Zivil in der Filiale. Er überwältigte die 45-Jährige. Sie versuchte, sich mit Reizgas zu wehren, hatte aber keine Chance. Der Beamte blieb unverletzt. Die Räuberin scheint nicht sehr professionell vorgegangen zu sein. Die Nürnbergerin schlug in ihrer eigenen Stadt zu - und zwar unmaskiert -, dabei musste sie damit rechnen, in der Filiale gefilmt und später wiedererkannt zu werden.
Ob es sich bei der Festgenommenen um eine Trittbrettfahrerin handelt oder tatsächlich um dieselbe Frau, die vor dreieinhalb Wochen dieselbe Filiale am Mögeldorfer Plärrer ausgeraubt hatte, war bis gestern Abend unklar. "Das wird derzeit noch geprüft", sagte Polizeisprecher Bert Rauenbusch. Wie berichtet, hatte eine etwa 40 Jahre alte Frau mit auffällig roten Haaren Mitte August mehrere Tausend Euro erbeutet. Auch sie war unmaskiert, sie hatte ihre Augen lediglich hinter einer großen Sonnenbrille verborgen.
Und es war nicht ihr erster Überfall. Die Bankräuberin hatte am Abend zuvor kurz vor Schalterschluss die Sparda-Bank in der Karolinenstraße überfallen, scheiterte letztlich aber. Sie musste am Ende ohne Beute flüchten. In der Sparda-Filiale gibt es keinen Tresor, sondern nur Geldautomaten. Es war nicht möglich, an Geld zu kommen. Die gestern Mittag gefasste 45-Jährige verbrachte die Nacht in Polizeihaft. Sie wird, so der Stand von gestern Abend, erst heute dem Ermittlungsrichter vorgeführt. Der muss entscheiden, ob die Nürnbergerin in Untersuchungshaft muss.
Bei der Deutschen Bank kann man sich keinen rechten Reim darauf machen, weshalb die Filiale am Mögeldorfer Plärrer erneut Ziel einer Kriminellen wurde. Acht Angestellte arbeiten dort. Das Kreditinstitut wurde erst im vergangenen Jahr vergrößert und mit neuer Sicherheitstechnik ausgestattet. "Das Sicherheitskonzept ist auf dem neuesten Stand", sagt Evelyn Koch, eine Sprecherin des Unternehmens. Den überfallenen Mitarbeitern werde psychologische Hilfe angeboten. "Wir empfehlen das jedem, auch wenn jemand der Meinung ist, dass er die Hilfe nicht nötig hat."

Bewerbungen für den NN-Kunstpreis werden ab 1. März 2012 entgegengenommen. Die Teilnahmebedingungen finden Sie
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