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Schwitzpartien in der staubigen Knoblauchsland-Arena

Beim Pferdetag in Buch galt die Bewunderung wieder rund 100 Rössern — Historische Gespanne und beschauliche Kutschfahrten - 19.08.2012 19:04 Uhr

Nürnberg  - Wehende Mähnen, freudiges Wiehern und Hufgeklapper bis zum Abwinken: An die 100 Rösser, beinahe feiner geschniegelt und gebügelt als ihre Herrschaften, waren wieder die Stars beim 26. Pferdetag im Knoblauchsland. Trotz brütender Hitze kamen, wie im Vorjahr, rund 2500 Besucher.

Die Kaltblüter machen ihrem Namen alle Ehre: Auch bei locker 35 Grad in der prallen Sonne haben „Milano“ und „Prinz“ die Ruhe weg. Und schlabbern doch gerne das kühle Nass in sich hinein, wenn ihnen ein Eimer Wasser vors Maul gehalten wird. „Das ist aber nicht nur bei den Kaltblütern so, sondern auch bei fast allen anderen Rassen“, erläutert Leonhard Hofmann auf dem Kutschbock eines alten Heuwagens, „denn Pferde sind Steppentiere, die halten einiges aus“. Und während die Besucher zuerst nach einer kühlen Halben lechzen, verlangen die Rösser oft nach einer satten Ration Heu, beobachtet Heinz Lehneis immer wieder.


So schweißtreibend für ihn und seine Mitstreiter die Organisation und das Programm auf dem Bucher Festplatz auch sind – die Pferdefreunde sind beinahe rastlos unterwegs. „Am Samstag waren wir auf der Zirndorfer Kirchweih im Einsatz und nach dem Pferdetag geht‘s gleich zum Jura-Volksfest nach Neumarkt“, sagt Thomas Drechsler und meint mit „wir“ neben anderen Vereinsmitglieder auch „Benni“ und „Max“, die gerade vor einem Gemüsewagen durch die Arena traben. Es ist wohl diese eigenartige Mischung aus Tierschau mit Showeinlagen, Kirchweih samt Küchle und Blasmusik und einem Schuss Erntedank, die den Reiz des Festes ausmachen – selbst bei Tropengraden und dem Dröhnen von Düsenclippern, die zur Landung ansetzen.

Vom Zuspruch des interessierten Publikums, dem bunten Programm mit Kutschen und historischen Geräten und der herzlichen Aufnahme durch die Veranstalter sind denn auch Gäste wie Simone und Thomas Kuhbandner ganz angetan. In Neunburg vorm Wald (Oberpfalz) betreiben sie eine kleine Pony-Zucht, ein nicht nur finanziell, sondern vor allem zeitlich aufwändiges Hobby.

Zwischen 15 und 35 Mini-Shettys stehen bei ihnen im Stall. Die schottische Rasse gilt, dem rauen Klima der Highlands entsprechend, als robust und pflegeleicht. Vor einem Jahr hatten die begeisterten Akteure gleich zehn ihrer Lieblinge mitgebracht. „Bei jedem Verkauf fällt die Trennung schwer“, sagt die frühere Dressurreiterin. Diesmal bewies eine „Viererbande“ vor einer Quadriga, was die Kleinen drauf haben. An bis zu 30 Wochenenden im Jahr ist die Familie zu Veranstaltungen wie in Buch unterwegs – Urlaub gibt‘s nur, wo Stallplätze für Shettys verfügbar sind. Erstmals zu bestaunen waren diesmal rassige Andalusier aus der Nähe von Bayreuth. Ob Mittelalter, Barock oder spanische Folklore – die Showgruppe El Montesa hat einiges auf Lager. „Es sind sehr temperamentvolle, aber auch feinfühlige und intelligente Tiere“, schwärmt die Pferdeausbilderin und Reitlehrerin Ursula Lempart ein bisschen mehrdeutig von ihren Spaniern. „Weniger mit dem Zügel, mehr mit dem Sitz“, laute die pädagogische Devise.

Kräftiges Wiehern aus einem Pferdeanhänger deuten die Kenner als Freudenjuchzer: Dass es heimwärts geht, spüren die Tiere nur allzu genau.

  

VON WOLFGANG HEILIG-ACHNECK - Lokales Nürnberg


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