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Sieg ohne Doping

Teams radelten 20 000 Kilometer ,Siempre Avanti’ auf letztem Platz - 01.08.06

Sie haben 20 135 Kilometer in vier Wochen zusammengeradelt, trotz einiger Unfälle sind alle 15 Zweier-Teams angekommen und bisher ist kein Fall von Doping bekannt: Mit einer Siegerehrung - zwar nicht unter dem Triumphbogen, dafür aber vor dem Schönen Brunnen - endete die Aktion «Stadra(t)deln“ in Nürnberg.


Siegerehrung vor dem Schönen Brunnen: Ganz oben Bernhard Nuss (li.) und Arif Tasdelen, vorne rechts Umweltbürgermeister Klemens Gsell. Foto: Daut
Siegerehrung vor dem Schönen Brunnen: Ganz oben Bernhard Nuss (li.) und Arif Tasdelen, vorne rechts Umweltbürgermeister Klemens Gsell. Foto: Daut

Statt «Milram“ oder «T-Mobile“ heißen sie «Späte Leidenschaft“ oder «Siempre Avanti“. Doch Namen sind nicht alles. Während SPD-Stadtrat Michael Ziegler und sein Kompagnon Thomas Schrollinger immer schnell sein wollten, landeten sie mit 284 Kilometern auf dem letzten (15.) Platz. Bei SPD-Stadtrat Arif Tasdelen und Bike-Partner Bernhard Nuss dagegen konnte auch die späten Leidenschaft nicht verhindern, dass sie mit 2858 absolvierten Kilometern auf den ersten Platz radelten.

Die vierwöchige Aktion hat gleich mehrere gute Seiten: Sie soll andere Bürger animieren, aufs Rad umzusteigen. «46 Prozent aller Wege in Nürnberg, die mit dem Auto gefahren werden, sind nicht länger als fünf Kilometer und damit ideal fürs Rad“, betont Carda Seidel aus dem Umweltreferat, die das Projekt erfunden hat. Radeln schont also die Umwelt.

Da die N-Ergie die ersten 15 000 Kilometer mit je 30 Cent gesponsert hat, kamen 5000 € zusammen, die vom Referat auf noch gut 6000 € aufgestockt wurden. Das Geld kommt einem ökologischen Zweck zugute. Außerdem ist mancher Teilnehmer zum bekennenden Radler geworden.

Immer ein Stadtrat oder eine Stadträtin hat sich einen Radl-Partner geschnappt und an dem Wettbewerb teilgenommen. Arif Tasdelen etwa soll vorher nie groß mit dem Bike unterwegs gewesen sein. Dass er dennoch vorne landete, lag, so sein Mitstreiter Nuss, nicht nur an seinem «Talent“. Nuss selbst ist Triathlet und hat sicher einen Großteil der Kilometer reingeholt. Michael Ziegler dagegen räumt ein, «viel zu wenig gemacht zu haben“. «Fortbildung, Rückenschmerzen etc.“ gibt er kleinlaut als Ausreden an.

Immerhin hat die «Flotte Biene“ (so den Name ihres Teams!) und Stadträtin Gerlinde Körber mit dem 3. Platz samt gut durchtrainierter Partnerin Lydia-Renate Marquart die Ehre der CSU-Fraktion gerettet. Denn ansonsten sind unter den ersten sieben nur Sozis, Die Guten, die Grünen und ein Freier. Trotz Ellenbogenbruch, blauem Auge und Prellungen nach einem Sturz schaffte es Helmine Buchsbaum (CSU) noch auf Rang 9. Noch vor Umweltbürgermeister Klemens Gsell, dessen Mitstreiterin Kerstin Stübs ebenfalls gestürzt war. Kein guter Sommer heuer für Bären: Das Team «Die Bären“ (mit CSU-Stadträtin Jutta Bär) wurde nur 14.
ANDREAS FRANKE 





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