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Manchmal kann eine Eisdiele viel mehr, als nur Spaghetti-Eis servieren und Erdbeereiskugeln im Becher verkaufen. Petros Zervas’ „Il gelato“ im Nürnberger Norden ist so ein Ort, der sich spätestens seit diesem Frühjahr wirklich als Stadtteiltreff bezeichnen kann. Seit Beginn der Saison gibt’s noch mehr Platz für Freiluftschlecker: Gut 60 Außensitzplätze, umrahmt von Blumen und Sträuchern in Kübeln. Dort lässt sich nicht nur feines Eis genießen. Die Gelateria am Kaulbachplatz ist Umschlagort für Wissenswertes rund ums Nordstadtkarree und Treffpunkt für alle, die Lust auf einen Plausch haben.
Nachmittags wird’s durchaus trubelig, weil dann die Mamas und Papas mit ihren Kindergartenkindern den Eishunger stillen wollen; da konkurrieren Kinderwagen mit Laufrädern und Rollern um die Abstellplätze. Wer nur mal eben mit dem Rad den Platz quert, trifft mindestens drei bekannte Gesichter und hält dann doch kurz an.
Vormittags trifft man sich dort, um Geschäftliches zu besprechen, am Abend kommen Nachbarn aus dem Viertel bei Petros auf einen Sprizz oder ein Glas Wein zusammen. Fast ein bisschen Großstadtkiez-Flair habe der Ort, wenn am Platz das blaue U-Bahnschild in der Abenddämmerung leuchtet, bemerkte jüngst ein Gast. Berlin lässt grüßen. Zumindest ein bisschen. mahi
Tapas gehen immer, aber müssen es unbedingt spanische sein? Nicht nur, finden Larissa Golub und Heike Zander. Seit die beiden den „Andalusischen Hund“ vor gut einem Jahr übernommen haben, hat sich das Angebot in der Vitrine auf dem Tresen globalisiert. Indische Veggiebällchen oder Orientalisches mit Lamm („die Mauren waren ja auch in Spanien“) teilen sich jetzt den Platz friedfertig mit iberischen Klassikern wie Datteln im Speckmantel.
Wer angesichts dieser Auswahl trotzdem nichts isst, dem sind die beiden Damen dennoch nicht gram. Dann trinkt man eben, das passt ebenfalls zum Nahziel des Duos, den „Hund“ wieder zur echten Feierzone zu machen. „Es geht ein wenig zurück in alte Zeiten“, kündigt Golub an. Viele treue Fans der Bar wird diese Aussicht freuen. thu
Wer sein Lokal „Arsch & Friedrich“ nennt, verspricht eines bestimmt nicht: Speisen aus der Sterneküche. Und genauso halten es die jungen Wirte Matthias Schmid (26) und Matthias Harter (28) in ihrer Kneipe in der Unteren Baustraße 14 im Stadtteil St.Peter. Es gibt ausschließlich flüssige Nahrung.
Die beiden bärtigen Sozialpädagogen haben das rustikale Ambiente des Vorgänger-Wirtshauses „Fränkische Bierkiste“ mit eigenwilligen gestalterischen Akzenten ergänzt. An der Wand hängt Jesus gleich neben James Dean, Chuck Norris blickt auf ein Gemälde, das die Ankunft von Außerirdischen in den bayerischen Alpen zeigt. Dazu faucht ein ausgestopftes Frettchen mit Faschingshütchen. Die Musik stammt mehr aus den 70ern als aus der Neuzeit.
Der Tischkicker ist gratis, die sonstigen Preise sind sozial kalkuliert. So gibt es die Halbe Landbier für 2,30 €. Eine intellektuelle Herausforderung ist allerdings die von der achtjährigen Lilli erstellte „Gedrenkekahrte“. Kleiner Tipp: „Teekiller“ ist eine mexikanische Spezialität. Die musikalischen Wirte – ihre Band heißt „Ein Eimer voller Hass“ – geben sich bescheiden. Auf die Frage, ob sie mit „Arsch & Friedrich“ reich werden wollen, antworten sie gemeinsam und übereinstimmend: „Nein, das ist nicht der Plan.“ kls
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