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Die Stadt hatte den außergewöhnlichen Bestand dank der Unterstützung der Zukunftsstiftung der Sparkasse und der Spielwarenmesse eG erworben – und damit wohl auch vor einer Auflösung bewahrt. Sieben Lastwagen samt Anhänger brachten die rund 30000 Spiele in etwa 2000 Kisten samt der Fachbibliothek vom ursprünglichen Standort Marburg nach Nürnberg. Auf rund 250 Paletten sind die eigentlichen Sammelstücke seither unter der Obhut der städtischen Museen in einem Depot am Stadtrand gelagert.
Für die Verwaltung mussten sich Stefanie Kuschill und Thorsten Lehmann zunächst mit einem winzigen Zimmer im Spielzeugmuseum begnügen. Eine Auswahl der Schätze wurde dort von Juli bis November in der Ausstellung „Mitspieler gesucht!“ präsentiert. Parallel dazu legten die Museen dem Stadtrat einen Drei-Stufen-Plan für die Unterbringung und weitere Entwicklung des Spielearchivs vor.
Mit dem Einzug in die bisher vom Steueramt genutzten Räume im Pellerhaus sei nun die erste Etappe geschafft, erläuterte Helmut Schwarz, der Leiter des Spielzeugmuseums, bei der Vorstellung des Domizils. Mit 70 Quadratmetern ist es zwar immer noch bescheiden. „Aber jetzt können wir wenigstens vernünftig arbeiten“, versichern Kuschill und Lehmann. Sammeln, Bewahren und Dokumentieren sind ihre Hauptaufgaben. Dazu haben sie vor allem bei Messebesuchen schon zahlreiche Kontakte zu wichtigen Herstellern, Verlagen und Förderern geknüpft. Viele haben zugesagt, von jeder Neuheit jeweils ein Exemplar nach Nürnberg zu schicken. Ab sofort ist das Archiv aber auch für die interessierte Öffentlichkeit zugänglich. So können sich beispielsweise Mitarbeiterinnen von Kindertagesstätten Tipps und Ratschläge holen oder Wissenschaftler die Bestände erforschen. Eine erste Studienarbeit, die sich auf Recherchen in dem Archiv stützt, entstehe gerade, berichtet Kuschill.
Als nützliche Adresse empfiehlt sich das Archiv nicht zuletzt Spieleerfindern: Sie können sich Anregungen holen, aber auch ihre Idee bis zu drei Jahre lang hinterlegen und so wenigstens provisorisch schützen. „Damit haben wir den ersten Schritt zur Institutionalisierung geschafft“, freut sich Matthias Henkel, Leiter der städtischen Museen. „Jetzt kommt es darauf an, das Spielearchiv im städtischen Haushalt zu verankern.“
Prominente Unterstützung erwarten sich die Verantwortlichen von einem Beirat, der im Sommer offiziell gebildet werden soll. Neben dem Chef der Nürnberger Spielwarenmesse und einem Spieleautor sowie dem Leiter des Spielwarenmuseums der Schweiz sollen darin maßgebliche Vertreter der vier größten deutschen Spieleverlage mitwirken.
Und die Spielefans aus Nürnberg und der Region? „Sie kommen bei uns demnächst auch auf ihre Kosten“, verspricht Schwarz, „vor allem wollen wir das Angebot an unseren Spielenachmittagen im Spielzeugmuseum deutlich ausbauen.“ Einen Knüller stellt Henkel für den traditionellen „Tag der offenen Tür“ bei der Stadt Nürnberg im Herbst in Aussicht – und hüllt sich über Details in Schweigen.

Bewerbungen für den NN-Kunstpreis werden ab 1. März 2012 entgegengenommen. Die Teilnahmebedingungen finden Sie
hier.
