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Nach dem Rekordjahr 2010 mit einem Zuwachs von 14 Prozent zeigt der Trend damit weiter nach oben. Zwar fehlen noch die Dezemberzahlen, doch da dieser Monat wegen des Christkindlesmarktes traditionell Platz eins in der Übernachtungsstatistik belegt, wagt die Chefin der Tourismuszentrale, Yvonne Coulin, schon jetzt eine verhaltene Prognose. „Man kann von einem guten Jahr sprechen“, sagt sie vorsichtig. Rekorde offiziell vermelden will sie erst, wenn Anfang März die komplette Jahresstatistik auf dem Tisch liegt.
Zwar kommen die meisten Gäste nach wie vor aus dem Inland, doch auch bei ausländischen Besuchern steht die Stadt als Reiseziel wieder hoch im Kurs — der Zuwachs liegt in dieser Gruppe sogar bei knapp neun Prozent. Die meisten Ausländer reisen aus den USA an, gefolgt von Italien, Österreich, Großbritannien und den Niederlanden. Deutlich zugelegt hat Spanien (plus 25 Prozent), beliebt ist die Stadt auch bei Chinesen (plus 52 Prozent) und Russen (plus 33 Prozent).
Aus Sicht der Verkehrsdirektorin macht sich bereits bemerkbar, dass mit dem Tourismusfonds mehr Geld für die Nürnberg-Werbung zur Verfügung steht. Lange hatten Stadt und Hotellerie um diesen zusätzlichen Marketing-Etat gerungen, sich dann aber doch auf die gemeinsame Finanzierung geeinigt. Seit 2010 kann die Congress- und Tourismuszentrale nun zunächst drei Jahre lang jährlich rund 400000 Euro mehr für die Vermarktung ausgeben — und damit endlich Geld in längst überfällige Projekte stecken, wie Coulin betont. Früher sei der deutsche Markt ausschließlich mit dem Zugpferd Christkindlesmarkt beworben worden. „Das hat sich komplett geändert.“ In neu aufgelegten Prospekten präsentiert sich die Stadt jetzt in all ihren Facetten, lockt mit der Altstadt genauso wie mit Kunst und Kultur und dem Einkaufserlebnis in der Stadt. Ein eigenes Kapitel steht unter der Überschrift „Verpflichtende Vergangenheit“ und informiert über das Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände und das Memorium Nürnberger Prozesse. Neben dem Christkindlesmarkt ist dieses Thema für Coulin ein weiteres Alleinstellungsmerkmal der Stadt.
Werben könne sie jetzt bei europäischen Reiseveranstaltern und auf der wichtigsten deutschen Messe für Busreisen, „da waren wir 30 Jahre lang nicht präsent“. Dass die Stadt im Juli und August vergangenen Jahres so gut besucht war, führt Coulin direkt auf die durch den Tourismusfonds ermöglichten Maßnahmen zurück. Bemerkbar mache sich aber auch die Mitgliedschaft in den „Magic Cities“, einem Verbund mehrerer deutscher Städte, die gemeinsam im Ausland werben. Mit der Deutschen Tourismuszentrale betreibt die Organisation Büros in China, Indien und Brasilien — aus Sicht der Experten sind alle drei Länder Märkte mit Zukunft.
Für Nürnberg könnte sich der positive Trend auch 2012 fortsetzen, glaubt Coulin: Mit dem „Jahr der Kunst“ wirbt die Stadt auch bei Touristen, als Zugpferd lockt die große Dürer-Ausstellung im Germanischen Nationalmuseum, für die schon jetzt 350 Gruppenführungen gebucht worden sind. Plakate sollen auch in Berlin und Stuttgart auf die Schau aufmerksam machen.
Beim Marketing setzt die Stadt zudem verstärkt auf die neuen Medien, präsentiert sich im Internet auf „YouTube“ mit mehreren Imagefilmen und lässt unter dem Stichwort „3 im Web“ junge Leute Botschafter der Stadt sein. Eine „Nürnberg-App“ fürs Smartphone soll es zwar nicht geben, doch will die Tourismuszentrale ihren Internetauftritt handytauglich aufbereiten, damit der Nürnberg-Besucher beim Stadtbummel problemlos darauf zugreifen kann. Dass Hotels wie jetzt zur Spielwarenmesse vereinzelt astronomische Preise von 500 Euro fürs Einzelzimmer verlangen, ist laut Coulin ein „bedauerlicher Ausreißer“ und nicht die Regel. „Wenn man da übertreibt, verliert man auf Dauer die Kunden.“(Siehe StandPunkt Seite 10)

Bewerbungen für den NN-Kunstpreis werden ab 1. März 2012 entgegengenommen. Die Teilnahmebedingungen finden Sie
hier.
