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Nach der Premiere 2010 und der zweiten Auflage in diesem Jahr sind die Geschäftsführer der Firma Incendo alles andere als begeistert. „Wir haben 450000 Euro Fixkosten — ohne die Ware“, erläutert Lorenz Kalb, zugleich Chef des Schaustellerverbands. „Heuer hatten wir von den sieben Wochen Strand mehrere Wochen Regen. Damit sind wir im zweiten Jahr im Minus“, bedauert er.
In diesem Jahr konnten die Gäste vom 1. Juni bis 24. Juli auf den 600 Tonnen Sand, in den Liegestühlen und in den Pools mit Bars und Beach-Volleyball-Anlagen verweilen. Danach musste — wie schon im Jahr zuvor — wegen des Bardentreffens abgebaut werden. Eine Verlängerung bis Mitte August sei für ihn unausweichlich, hatte Kalb bereits Mitte Juli gesagt und gleich gedroht: „Sonst müssen wir die Sache bleibenlassen.“ Schützenhilfe bekam er im Sommer von der CSU-Bundestagsabgeordneten Dagmar Wöhrl.
Seit Wochen laufen hinter den Kulissen im Rathaus Verhandlungen über eine Verlängerung des Strand-Events. Einbezogen waren nicht nur die Fachdienststellen wie das Liegenschaftsamt und der Kulturbereich. Nach Informationen der Lokalredaktion haben die Schausteller 20000 Euro geboten, wenn die Stadt die Bühne für das Bardentreffen von der Insel Schütt auf den Jakobsplatz oder den Kornmarkt verlegt und Incendo länger am Standort verweilen kann. Kalb wollte die Zahlen und den Vorgang gestern nicht kommentieren, am Nachmittag wurde erneut verhandelt.
Christian Vogel, SPD-Fraktionschef, bestätigt, dass sich die Vorsitzenden der Fraktionen mit der Verwaltung zusammengesetzt haben, um Alternativen zu diskutieren. „Wir haben auch die Polizei, Feuerwehr, Kirchen und Nachbarn mit einbezogen“, betont er, um die Standorte am Jakobsplatz und Kornmarkt für die Bardentreffen-Bühne zu prüfen.
Doch aus mehreren Gründen käme nach Abwägung aller Argumente eine Verlagerung — und damit eine zeitliche Verlängerung des Stadtstrands nach hinten — nicht infrage. „Die Feuerwehr hat gegen die anderen Standorte Sicherheitsbedenken geäußert“, so Vogel, da durch Bühne und Buden beim Bardentreffen zu wenig Freiraum und Fluchtmöglichkeiten bestünden. Eine Verlagerung des Traditionsstandorts für das Sänger- und Bandtreffen hätte laut Vogel zudem 100000 Euro gekostet. Das könne die Stadt nicht tragen.
„Das Bardentreffen ist eine Traditionsveranstaltung für Nürnberg. Es darf nicht zu Schaden kommen“, gibt er die einmütige Haltung der Fraktionen wieder. Dabei betont er, dass auch der „Stadtstrand“ gut angelaufen sei. Doch bei dem Nein zu einer Verlagerung stehe die Politik voll hinter der Verwaltung, betont Vogel. Droht also das Aus? „Wir sind keine Glücksritter, die auf den schnellen Euro warten. Wir haben auch Zeit, länger auszuhalten“, relativiert Kalb nun seine Drohung vom Juli. Ein Kompromiss könnte sein, den Mai mit einzubeziehen. „Da war jedoch die letzten zehn Jahre das Wetter schlecht“, wendet Kalb ein. Er lässt offen, ob für 2012 wieder ein Antrag gestellt wird. Nächste Woche werden die Schausteller weiterberaten.(StandPunkt S. 10)

Bewerbungen für den NN-Kunstpreis werden ab 1. März 2012 entgegengenommen. Die Teilnahmebedingungen finden Sie
hier.
