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Starke Stahlriesen

Kettensteg: Neue Brückenträger eingehoben - 27.10. 11:47 Uhr

Nürnberg  - Um Millimeter ging es nicht nur sprichwörtlich, als gestern der wohl spektakulärste Teil der Kettensteg-Sanierung in Angriff genommen wurde: Zwei über dreißig Meter lange Stahlträger sind über der Pegnitz „eingehoben“ worden.


Fachleute rollen den ersten der beiden über 30 Meter langen Träger über die Pegnitz. Die zwei Stahlungetüme werden künftig 90 Prozent der Last „schultern“. Den Rest übernimmt das Kettenwerk, das derzeit noch in Regensburg saniert wird.
Fachleute rollen den ersten der beiden über 30 Meter langen Träger über die Pegnitz. Die zwei Stahlungetüme werden künftig 90 Prozent der Last „schultern“. Den Rest übernimmt das Kettenwerk, das derzeit noch in Regensburg saniert wird.
Foto: Horst Linke
Fachleute rollen den ersten der beiden über 30 Meter langen Träger über die Pegnitz. Die zwei Stahlungetüme werden künftig 90 Prozent der Last „schultern“. Den Rest übernimmt das Kettenwerk, das derzeit noch in Regensburg saniert wird.
Fachleute rollen den ersten der beiden über 30 Meter langen Träger über die Pegnitz. Die zwei Stahlungetüme werden künftig 90 Prozent der Last „schultern“. Den Rest übernimmt das Kettenwerk, das derzeit noch in Regensburg saniert wird.
Foto: Horst Linke

Nachts wurden die beiden 15 und 16 Tonnen schweren „Hohlkästen“ angeliefert. Am frühen Morgen dann hob ein Autokran am Hallertor den ersten über die Baumwipfel, drehte ihn um 90 Grad und ließ ihn auf eine Hilfskonstruktion absinken, damit ihn von dort aus zwölf Fachleute mittels Rollen auf die andere Flussseite schieben konnten.

„Die Träger wird man nicht mehr sehen, wenn die Brücke fertig ist, das war eine Bedingung des Denkmalschutzes“, sagt Karlheinz Kubanek, zweiter Werkleiter des Servicebetriebs Öffentlicher Raum. Der Holzbelag, der in einem nächsten Schritt mitsamt Geländer eingepasst wird, ist groß genug, die Träger zu überdecken.

Die beiden Stahlriesen werden künftig 90 Prozent der Last schultern; die restlichen zehn Prozent werden vom Kettenwerk übernommen, das wegen seines alten, spröden Eisens derzeit in Regensburg denkmalgerecht überholt wird, aber in drei Wochen wieder an alter Nürnberger Stätte zu bewundern sein soll.

Kubaneks ehrgeiziges Ziel ist es, den Kettensteg am 22.Dezember gemeinsam mit Oberbürgermeister Ulrich Maly wiederzueröffnen, unterstützt von einem „einschwebenden“ Nürnberger Christkind. „Dann sieht der Kettensteg wieder aus wie 1824.“

Ein einmaliger Anblick wird das sein, meint Johannes-Stefan Kreutz vom gleichnamigen Nürnberger Ingenieurbüro. Er zumindest kennt kein vergleichbares Industriedenkmal in der Stadt. Für ihn wäre es ein „Sakrileg“ gewesen, den Kettensteg vor sich „hingammeln“ zu lassen.

Optik wie 1824

Weil klar war, dass es eine Möglichkeit gab, den Steg so zu sanieren, dass er aussieht wie im 19. Jahrhundert, machte er sich während seiner Zeit als Vorsitzender des „BauLust“-Vereins 2005 und 2006 dafür stark, den Steg zu sanieren — auf Grundlage eines Konzepts, das schon in den neunziger Jahren von zwei Professoren erstellt worden war.

Damals aber, erklärt Kubanek, habe für die Umsetzung das Geld gefehlt. Als aber 2009 die Sperrung der Brücke notwendig wurde, habe man „die Idee von BauLust aufleben lassen“. Da zwischenzeitlich 300000 Euro an Spenden zusammenkamen (250000 Euro von der Sparkassen-Stiftung), kann das 1,3 Millionen Euro teure Projekt umgesetzt werden.

Offen ist noch die Frage der Schwingung der Brücke. Es sollen noch Tests und Messungen durchgeführt werden, bevor entschieden wird, ob Dämpfer eingebaut werden. Die Stadtspitze selbst hat in dieser Hinsicht unterschiedliche Vorlieben. Bürgermeister Horst Förther mag es lieber gedämpft, OB Maly hingegen schwingt ganz gern. 





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