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Martin Stäck und Jürgen Zwingel untersuchen in luftigen Höhen den dicken Ast einer uralten Eiche: Ist er bereits morsch und muss abgesägt werden? Die ausgebildeten Baumsteiger prüfen das Holz in der Nähe des Kondor-Geheges ganz genau. Denn im vergangenen Herbst ist ein dicker Prügel heruntergestürzt und hat das Brückengeländer durchbrochen. Die Sicherheit der Besucher steht an erster Stelle.
Alarmiert sind die Baumexperten über die verborgene Gefahr an der Raubtierwiese. Dort hat sich nämlich Phytophthora breitgemacht — ein Pilzbefall der feinen Wurzeln, der zum Absterben selbst knorriger Baumriesen führen kann. Mit Kaliumphosphit versucht der Tiergarten, gegen den Schädling anzukommen.
Am Sonntag können die Besucher an 20 Stationen ihr Wissen über den Wald als Wasserspeicher, Schattenspender, Lebensraum für Tiere, Arzneiproduzent, Holzlieferant oder Erholungsraum erweitern. Natürlich geht es um den Lorenzer Reichswald, den „Steckerlaswald“ mit seinem
Übergewicht an Nadelholz. Auf eine fränkische Baumsorte — die Weißtanne — wird besonders hingewiesen. Doch die Mitarbeiter stellen auch den tropischen Regenwald und seine ungewöhnlichen Bewohner vor: Im ehemaligen Nilpferdhaus sind giftige Frösche zu beobachten.
Informationen gibt es auch zur Auswilderung von Käuzen: Der Tiergarten hat in den vergangenen Jahren 13 Exemplaren im Bayerischen Wald eine neue Heimat verschafft. Künftig soll der gefiederte Nachwuchs des Tiergartens in den Wienerwald umgesiedelt werden und für eine neue Population von Käuzen sorgen. Der erste Raubvogel sitzt schon in den österreichischen Fichten. Dort hängen Mülltonnen als Nistplätze in den Bäumen, weil die industrielle Nutzung des Holzes kaum mehr Brutbäume übrig lässt.
Über den Appetit von Gorillas, Hirschen und Trampeltieren auf junge, saftige Rinde erfahren die Tiergarten-Gäste ebenfalls einiges: „Sie kauen die faserreiche Nahrung begeistert, die auch Mineralstoffe und wichtige Enzyme enthält“, meint Zoologe Helmut Mägdefrau. Seit über einem Jahrzehnt hat man die früher übliche Praxis beendet, Affen mit Zitrusfrüchten und anderem Obst zu füttern.
Angesichts der vielen von Efeu umklammerten Bäume auf dem großen Tiergarten-Areal stellt sich die altbekannte Frage: Würgt die Kletterpflanze den Baumstamm nun ab oder nicht? „Nein, das stimmt nicht. Da droht keine Gefahr“, meint Mägdefrau.
Am Sonntag werden am Eingang Informationsblätter verteilt, die auf die einzelnen Stationen sowie besondere Veranstaltungen mit Uhrzeit hinweisen.
Mi. 23.05.12
Mi. 23.05.12
Di. 22.05.12
Di. 22.05.12
Fr. 18.05.12