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Das Universitätsklinikum gibt sich zugeknöpft. Sprecherin Barbara Mestel bestätigt lediglich, dass „höchstvorsorglich“ zum 31.Dezember 2012 gekündigt wurde, und zwar schriftlich und fristgerecht. Weitere Fragen, zum Beispiel zu den Gründen, werden nicht beantwortet.
Im Klinikum Nürnberg löste das Schreiben aus Erlangen Bedauern aus. „Das CCC ist eine starke gemeinsame Basis für die Krebsforschung. Wir haben bislang gut zusammengearbeitet, die Kündigung überrascht uns deshalb“, meint Vorstand Alfred Estelmann.
Auch er vermag zu den Gründen, die zur Aufkündigung des Vertrages geführt haben, nichts sagen. „Uns wurde dazu nichts mitgeteilt.“ Nach dem Vorbild der amerikanischen Comprehensive Cancer Center fördert die Deutsche Krebshilfe bundesweit derzeit elf universitäre onkologische Spitzenzentren mit dem Ziel, die Krebsmedizin zu optimieren.
Tumor-Konferenzen, interdisziplinäre Patientenbehandlung auf höchstem Niveau, ein modernes Qualitätssicherungssystem, die Verbindung von klinischer Forschung und Grundlagenforschung sowie die Vernetzung und enge Kooperationen mit den umliegenden Krankenhäusern und den niedergelassenen Ärzten in der Region sind für die Deutsche Krebshilfe die Grundvoraussetzungen für solche onkologische Spitzenzentren. Als zentrale Anlaufstellen für Krebspatienten werden diese Einrichtungen drei Jahre lang mit jeweils einer Million Euro gefördert.
„Die Deutsche Krebshilfe ist kürzlich über die Kündigung der von beiden Standorten getroffenen Kooperationsvereinbarung seitens des Universitätsklinikums Erlangen informiert worden. Aus der Distanz und ohne hinreichende Detailkenntnisse können wird diesen Sachverhalt nicht bewerten. Die zuständigen Gremien der Deutschen Krebshilfe werden sich mit dem Faktum selbst allerdings zeitnah befassen, spätestens im Rahmen des Antrags auf Weiterförderung, der in Kürze einzureichen wäre“, teilte der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krebshilfe, Gerd Nettekoven, den Vorgang auf Anfrage der Redaktion schriftlich mit.
An Spekulationen darüber, dass dies eine Reaktion auf die Pläne des Klinikums für eine eigene private Medical School sein könnte, will sich Vorstand Alfred Estelmann nicht beteiligen. Wie bereits ausführlich berichtet, soll es voraussichtlich ab 2014 die Möglichkeit geben, auch in Nürnberg Medizin zu studieren. In Zusammenarbeit mit der privaten Paracelsus Universität Salzburg sollen am Standort des Klinikums in Johannis pro Jahr 50 Studierende zu Ärzten ausgebildet werden.

