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Auslöser für die Diskussion ist die Umgestaltung des Wöhrder Sees. Dieser soll (wie berichtet) für zehn Millionen Euro zu einer „Wasserwelt“ aufgewertet werden. Ein Baustein könnte eine „stehende Welle“ sein, wie sie von Surfern ins Gespräch gebracht wurde.
Der berühmte Eisbach in München ist das Vorbild. Die hiesigen Initiatoren haben sich zur „Nürnberger Dauerwelle“ gruppiert und stellen auf ihrer Internetseite bereits ein grobes Konzept vor. Demnach könnte unterhalb der Konrad-Adenauer-Brücke/Wöhrder Talübergang eine Surfanlage etabliert werden. Hier ist ein Wehr mit einem etwa drei Meter tiefen Gefälle, so die Wellenfreunde.
Bei der Umgestaltung des Sees könnte das Gefälle am Wehr umfunktioniert werden. Eine künstliche Barriere würde eine „stehende Welle“ zum Surfen hervorrufen. An dem Standort gebe es kaum Anlieger, die gestört würden, sagen die Initiatoren. „Wir möchten einfach nur eine kostenlose und alternative Freizeitanlage für alle schaffen“, wünschen sie sich. Weitere Infrastruktur wie Parkplätze oder eine Frittenbude seien nicht notwendig.
Unterstützung bekommen die Surfer nun von der SPD-Stadtratsfraktion. „Wir glauben, dass eine stehende Welle nicht nur eine Bereicherung für das Sport- und Freizeitangebot in Nürnberg ist, sondern auch mit einem Imagegewinn für die Stadt einhergehen kann“, ist der stellvertretende Fraktionschef Thorsten Brehm überzeugt. Seine Stadtratskollegin Christine Kayser regt daher an, „bei der Prüfung denkbarer Standorte einen Standort zu wählen, der nicht in der Peripherie liegt“ und mit öffentlichen Verkehrsmitteln auch gut für Surfer und Zuschauer zu erreichen ist.
Damit spielt sie auf die Überlegungen im staatlichen Wasserwirtschaftsamt (WWA) an, das eine Welle im Pegnitztal West an der Theodor-Heuss-Brücke ins Gespräch gebracht hat. „Ja, wir prüfen diesen Standort und einen weiteren in Gebersdorf an der Rednitz“, bestätigt WWA-Chef Ulrich Fitzthum. Die Stelle in Schniegling nahe dem Klärwerk, wo ab und zu Surfer gesichtet werden, scheide wegen der Wasserqualität aus, so der Amtsleiter. Das Adenauer-Wehr am Wöhrder Talübergang gehört derzeit nicht zu den Machbarkeitsuntersuchungen. Hier müsste Wasser für die Welle abgenommen werden, das zugleich für das Wehr zur Stromerzeugung gebraucht wird, sagt er. Außerdem gibt es ein Wasserrecht für den Kraftwerksbetreiber, so Fitzthum. Das Wehr müsste auch umgebaut werden.
Experten sagen, dass für eine sinnvolle Surfanlage genügend Wasser und Gefälle vorhanden sein müssen. Pro Sekunde werden pro Meter Surffläche in der Breite drei Kubikmeter Wasser benötigt. Bei der Pegnitz liegt die Menge bei acht bis neun Kubikmetern (das brächte gut zweieinhalb Meter), an der Rednitz bei elf. Thorsten Brehm ist dennoch überzeugt: „Der Standort westlich des Wöhrder Talübergangs ist aus unserer Sicht optimal.“ Der Zugang zur Pegnitz sei dort einfach, die Fließgeschwindigkeit hoch.“ Nun will das WWA mit der Surfer-Initiative sprechen.
www.nuernberger-dauerwelle.de

Bewerbungen für den NN-Kunstpreis werden ab 1. März 2012 entgegengenommen. Die Teilnahmebedingungen finden Sie
hier.
