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Teurer Sprit bringt Rettungskräfte in Nöte

Steigende Benzinpreise belasten die Träger — Der Spielraum für Einsparpotenziale ist eng - 24.03.2012 08:00 Uhr

Notbremse gezogen: Der Arbeiter-Samariter-Bund in Nürnberg befüllt seine Fahrzeuge nur noch an freien Tankstellen.

Notbremse gezogen: Der Arbeiter-Samariter-Bund in Nürnberg befüllt seine Fahrzeuge nur noch an freien Tankstellen. © Distler


Um es gleich vorwegzunehmen: Weder Rettungs- noch Polizeieinsätze müssen wegen der astronomisch steigenden Spritpreise reduziert werden. Dennoch reißen sie Löcher in die Kassen, die irgendwie gefüllt werden müssen. Besonders hart trifft es Rettungsverbände wie den Arbeiter-Samariter-Bund (ASB). Dort muss der Kämmerer mit spitzem Stift rechnen. Der ASB-Kreisverband in Nürnberg verbraucht für seine 30 Fahrzeuge rund 8000 Liter Sprit pro Monat. Von 2009 bis Anfang 2012 stieg der Preis dafür um schmerzhafte 21 Prozent an, so Geschäftsführer Martin Amon. Die Krux: Die Krankenkassen zahlen nicht in dem Maße mehr, wie die Kosten an den Tankstellen nach oben schnellen. „Die bewegen sich da nur minimal und schlagen vielleicht ein bis zwei Prozent drauf“, sagt er.

ASB lässt spritsparend fahren

Weil am Ende des Jahres das Budget für Treibstoff nahezu regelmäßig ausgeschöpft ist, greift der ASB zu anderen Mitteln. So gibt es im Zwischenhaushalt dann immer noch eine Reserve. Darüber hinaus werden die Besatzungen geschult, spritsparend zu fahren. Beispiel: möglichst schnell in höhere Gänge schalten. „Seit 1.März betanken wir unseren Fuhrpark ausschließlich an freien Tankstellen.“ Die sind zwar im Vergleich mit Shell, Aral & Co. nur unwesentlich günstiger. Aber Einsparungen um wenige Cent pro Liter machen sich bei den vielen Kilometern doch bemerkbar.

Auch die Polizei muss für Sprit tiefer in die Tasche greifen. Die knapp 1000 Fahrzeuge des Präsidiums Mittelfranken legen pro Jahr eine Strecke von 18,5 Millionen Kilometern zurück. Um die Kosten beim Benzin auszugleichen, stieg die Behörde bei der letzten Verjüngung ihrer Flotte auf Dieselmotoren um. „Damit konnten wir den Preisanstieg von 2009 und 2010 einigermaßen abfangen“, so Polizeisprecherin Elke Schönwald. Doch seitdem hat sich die Kostenschraube weitergedreht — und das schlägt sich bei den Ausgaben nieder: Gab das Präsidium 2010 noch 2,2 Millionen Euro für Sprit aus, so waren es 2011 bereits 2,6 Millionen. Einsparungen etwa im Bauunterhalt, so Schönwald, sind die Folge: „Die Sanierung eines Gebäudes muss dann schon mal warten.“

Hoffnung auf sinkende Preise

Gerhard Heckel hofft, dass nach Ostern der Preis wieder spürbar nach unten geht. Der Leiter des Fuhrparks beim Servicebetrieb Öffentlicher Raum (Sör) klagt, dass die Kosten, um die Motoren von Traktoren und Lkw am Laufen zu halten, immer größere Löcher ins Budget reißen. Pro Jahr verbrauchen die Fahrzeuge 1,5 Millionen Liter Sprit. „Wir müssen aber die Straßen reinigen und können nicht einfach einige Fahrten ausfallen lassen.“ Schließlich zahlen die Bürger dafür Gebühren. Heckel vermutet: Wenn sich das Preisniveau beim Tanken nicht ändert, muss die Stadt wieder an der Gebührenschraube drehen.

Ob es einen Zusammenhang zwischen den steigenden Treibstoffkosten und den erhöhten Fahrpreisen bei der VAG gibt, will Sprecherin Stefanie Dürrbeck nicht bestätigen. Sie rechnet aber vor, dass ein leerer Linienbus auf 100 Kilometern 50 Liter verbraucht. Für alle 92 VAG-Busse, die mit Dieseltreibstoff fahren, stiegen die Ausgaben im vorigen Jahr um sieben Prozent. Eine erste Zahl aus dem laufenden Jahr lässt nichts Gutes erahnen. Die VAG hat im Februar für Sprit fünf Prozent mehr bezahlt als noch im Vorjahresmonat. Dürrbeck: „Das teure Benzin trifft auch uns sehr hart.“ (Siehe auch Bericht unten)
  

VON ALEXANDER BROCK

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