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Die Tische im Saal der Villa Leon sind dicht besetzt. Etwa 80 Frauen sitzen, meist gruppiert nach den verschiedenen Herkunftsländern, beieinander. Kinder wuseln zwischen den Gängen umher. Vor der Bühne haben sich einige Mütter eingehakt und tanzen nach orientalischer Musik. Die Stimmung ist ausgelassen. Die Flüchtlingsfrauen schalten für einige Zeit ab — und haben eine ihrer wichtigsten Anlaufstationen zurück.
Vor einem halben Jahr musste das „Internationale Frauencafé“, unterstützt auch von der Stadt und der Regierung von Mittelfranken, schließen. Die Förderquelle der EU war versiegt, der neue Antrag nicht rechtzeitig bewilligt worden. „Dabei ist die Einrichtung für die Frauen so wichtig“, sagt Mitarbeiterin Anne Maya. In den Räumen am Kopernikusplatz finden sie Beratung, etwa über das Schulsystem in Deutschland oder das komplizierte Asyl- und Ausländerrecht.
Ende des Monats startet auch wieder das gefragte Bildungsangebot. Dazu gehören zum Beispiel Deutsch-Kurse oder PC-Unterricht. Künftig werden auch Schwangere und Frauen mit kleinen Kindern beraten, kündigt Maya an. „Sie kennen ja nicht wie die deutschen Frauen die Beratungsmöglichkeiten von der Vorsorge über die Geburtsvorbereitung bis hin zur Hilfe durch die Hebamme“, betont sie.
Mit dem Neustart findet auch wieder das „Mittwochscafé“ in der Villa Leon statt. Hier können sich die Frauen, die oft furchtbare Erlebnisse hinter sich haben, so Grünen-Stadträtin Elke Leo, zwanglos treffen. Die Kinder werden betreut, so dass auch einmal in Ruhe Probleme mit den Mitarbeiterinnen erörtert werden können. „Diese Kombination ist wichtig“, so Anja de Bruyn, Vorsitzende der Grünen. Stadträtin Eylem Gün (Linke Liste) gehört oft zu den Gästen und ist froh, dass der Betrieb wieder läuft.
30 Frauen kommen im Schnitt, sagt Claudia Geßl vom Projekt „Bleib“ des Integrationsrats. Sie stammen aus Irak oder Iran (meist Kurdinnen), Ghana, Äthiopien, Afghanistan oder Aserbaidschan. Da nur Frauen teilnehmen, haben ihre Männer nichts dagegen. Ein weiterer Pluspunkt des Treffs.

Bewerbungen für den NN-Kunstpreis werden ab 1. März 2012 entgegengenommen. Die Teilnahmebedingungen finden Sie
hier.
