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Sage noch einer, in der CSU werde nicht munter diskutiert. Die Uhrzeiger rücken schon auf Mitternacht vor, drumherum schweben Paare mehr oder weniger elegant zu beschwingten Rhythmen der „Valendras“ vorbei, als sich ein Staatsminister und ein Abgeordneter die Köpfe über die Affäre Wulff heißreden. „Ich bin meiner Frau heute Abend schon genug auf die Füße gestiegen“, meint der Parlamentarier augenzwinkernd, „da sorgt eine herzhafte Debatte für Abwechslung“.
So sehen es viele beim größten Ballereignis in der Metropolregion. Denn wenn der Bezirksverband der CSU zum Ball der Union einlädt, sind Kabinettsmitglieder und Mandatsträger allgegenwärtig und lassen sich – wie diesmal etwa Sozialministerin Christine Haderthauer oder ihr Bildungskollege Ludwig Spaenle – auch zwanglos in einen Plausch verwickeln. Nur zu einem „Ballgeflüster“ kommt es allenfalls an den Bars und Buffets oder beim Flanieren über die Flure – weil es sonst dafür viel zu laut ist.
Und wenn Lou Bega als Stargast mit Tophits wie „Mambo Nr. 5“ oder „I Got a Girl“ aufdreht, vibrieren sogar die Vertäfelungen an den Wänden. Dabei bringt der Latin-Pop-Sänger soviel Tempo auf die Bühne und Schwung in den Saal, dass sein Auftritt als echter Pluspunkt der „karibischen Nacht“ mit sieben Bands zu verbuchen ist. Neben den Schönheiten mit aufwendigem Federschmuck der 15-köpfigen Tanzgruppe Samba Rio, versteht sich, und neben Altmeister Conny Wagner, der traditionell die Partystimmung im Kleinen Saal auf den Siedepunkt treibt, diesmal unterstützt von den „American Divas“.
Eher mäßigen Zulauf verzeichnete hingegen die Caribbean Lounge, die erstmals im Kleinen Foyer eingerichtet war. Neuheit Nummer zwei hat sich indes bewährt: Mit 600 „Laufkarten“ – ohne Platz an einem Tisch – wollten die Veranstalter gezielt auch ein jüngeres Publikum ansprechen, offenkundig mit Erfolg. Unter den insgesamt gut 3000 Besuchern waren, wie üblich, neben zahlreichen bekannten Vertreter aus Wirtschaft, Justiz, Kultur und Sport – von Datev-Chef Professor Dieter Kempf über Manfred Schmidt, Präsident des Bundesamts für Migration, Greuther-Fürth-Präsident Helmut Hack und Chefarzt Michael Scheurlen (Cnopf’sche Kinderklinik) bis zu Lucius Hemmer (Symphoniker) und den Regionalbischöfen Elisabeth Hann von Weyhern und Stefan Ark Nitsche. Premiere feierte schließlich auch der neue Pächter Michael Ferdin: Er setzte auf ein bodenständiges Gastronomie-Angebot mit Weißwürsten, Leberkäs’ und sogar Schäufele zu – für einen Ball – sehr zivilen Preisen.
Gleich mehrfach präsent war, obwohl er immer noch krank das Bett hüten muss, Ministerpräsident Horst Seehofer: Doppelt lacht er als Schirmherr den Besuchern aus dem gedruckten Ballprogramm entgegen. Und im – auch vom Nockherberg her bekannten – Kabarettisten Wolfgang Krebs findet er auf der Bühne ein betörendes Double: „Ich würde Nürnberg am liebsten zur Landeshauptstadt machen“, karikiert der Imitator Seehofers Fähigkeit zur Anbiederung, ehe er mit einer Marionette auch Herausforderer Christian Ude zu Wort kommen lässt, den er als Meister aller „Ozapfer“ ebenso gekonnt durch den Kakao zieht wie anschließend Günther Beckstein und Edmund Stoiber.
Auch der prominenteste Nürnberger vergangener Tage hat seinen Auftritt: „Wir wünschen und bitten, nein wir fordern, dass Dürer dahin kommt, wo er hingehört“, schärft Markus Söder als CSU-Bezirkschef und Gastgeber des Abends seinem Kabinettskollegen Ludwig Spaenle ein.

Bewerbungen für den NN-Kunstpreis werden ab 1. März 2012 entgegengenommen. Die Teilnahmebedingungen finden Sie
hier.
