4°C
Donnerstag, 23.02. - 13:07 Uhr
Druckversion

Verbot der Bürgerinitiative Ausländerstopp gefordert

Nürnberger Stadtrat: Für die NPD-Tarnorganisation „ist hier kein Platz“ - 26.01. 18:00 Uhr

Nürnberg  - Der Nürnberger Stadtrat will die rechtsradikale Bürgerinitiative Ausländerstopp verbieten lassen. Ein parteiübergreifender Antrag wird momentan vorbereitet.


Das Bündnis Nazistopp bei einer Demo Ende 2011 gegen die Nazimorde in der Scharrerstraße.
Das Bündnis Nazistopp bei einer Demo Ende 2011 gegen die Nazimorde in der Scharrerstraße.
Foto: Edgar Pfrogner

Der Münchner Stadtrat machte es vor. Dort stellte die CSU einen Antrag, der das bayerische Innenministerium auffordert, ein Verbot der Bürgerinitiative Ausländerstopp (BIA) anzugehen. Die rechtsextreme Gruppierung ist mit einem Mitglied im Münchner Stadtparlament vertreten. Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) warb um breite Zustimmung. Die galt als sicher.

Der Nürnberger Stadtrat will es seinen Münchner Kollegen gleichtun. „Das wäre sinnvoll“, sagt SPD-Fraktionschef Christian Vogel, nachdem er aus der Süddeutschen Zeitung von den Plänen des oberbayerischen Städtegremiums erfahren hatte. Ursprünglich dachte man im Rathaus sogar darüber nach, einen entsprechenden Verbotsantrag noch in die gestrige Stadtratssitzung einzubringen. Am Ende entschied sich die SPD nach Absprache mit Oberbürgermeister Ulrich Maly (SPD) dafür, das Anliegen in der nächsten Sitzung gemeinsam mit den anderen Parteien im Rathaus zum Thema zu machen.

Alle demokratischen Parteien ziehen in dieser Frage an einem Strang: „Wir haben zwar sonst viel zu diskutieren“, so CSU-Fraktionschef Sebastian Brehm, „aber in dieser Sache sind wir uns einig: Für die BIA ist in Nürnberg kein Platz.“

Die NPD-Tarnorganisation wurde 2001 in Nürnberg gegründet. Sie ist mit zwei Mann, mit Ralf Ollert und Sebastian Schmaus, im Stadtrat vertreten.

Zwei Wege sind denkbar für ein Verbot. Die BIA könnte gleichzeitig mit der NPD verboten werden, sollte ein entsprechendes Verfahren angestrengt werden und zum Ziel führen. „Wir können nachweisen, dass die BIA eine Tarnorganisation der NPD ist“, sagt Vogel. Die führenden Köpfe sind teilweise identisch. Ausländerstopp-Stadtrat Ollert ist Landeschef der NPD. Schmaus kandidierte 2008 auf der Liste der NPD bei der Landtagswahl Die andere Variante: ein Vereinsverbot. Drei rechtsextreme Gruppierungen hat das Innenministerium in den letzten 20 Jahren verboten: die „Fränkische Aktionsfront“, die „Skinheads Allgäu“ und den „Nationalen Block“.

„Wir begrüßen, dass sich die bürgerschaftlichen Kräfte gegen Rechtsextremismus aussprechen“, so ein Sprecher des Innenministeriums. Die BIA werde beobachtet. Sollte die Möglichkeit für ein Verbot bestehen, „dann schöpfen wir das aus. Ansonsten diskutieren wir in der Öffentlichkeit nicht darüber.“ 



sto



Aktueller Zeitungstitel Nürnberger Nachrichten
  • Tag der offenen Backstuben: Nürnbergs Bäcker wollen das Image ihres Berufsstandes aufpolieren
  • Wird die S-Bahn pünktlicher? Zweckverband des VGN reagiert auf Kundenzorn
  • Freigiebige Ice Tigers: Manager Lorenz Funk spricht im NN-Interview übers Geldausgeben
Nachrichten aus aller Welt

Schlagzeilen


Alle Ressorts

User-Kommentare
Suche wird durchgeführt...

Brightcove Video Lokal Regional

Stadtanzeiger Aktuell

Im Gespräch
Was denkt ein Zollfahnder über Instinkte? Oder: Was verbindet ein Notarzt mit Langsamkeit?
Jede Woche steht im Lokalteil ein Nürnberger Rede und Antwort zu einem Thema, das man auf Anhieb nicht immer mit ihm verbindet.
Alle Beiträge finden Sie in unserer Rubrik: Im Gespräch.

Kunstpreis
Bewerbungen für den NN-Kunstpreis werden ab 1. März 2012 entgegengenommen. Die Teilnahmebedingungen finden Sie hier.
  • Das Video von der Verleihung
    des Kunstpreises 2011.
  • Die ausgewählten Werke 2011 als Bildergalerie
Suche wird durchgeführt...

Wochenmagazin