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Was das Christkind sagt - Der Prolog

23.12.2011

Jedes Jahr das Gleiche, sicher. Aber jedes Jahr lauschen dennoch Tausende auf dem Hauptmarkt dem Prolog des Christkinds, mit dem es „seinen“ Markt eröffnet.

Die Eröffnung des Nürnberger Christkindlesmarktes. Das Christkind spricht den Prolog von der Empore der Frauenkirche aus.
Die Eröffnung des Nürnberger Christkindlesmarktes. Das Christkind spricht den Prolog von der Empore der Frauenkirche aus.
Foto: Ralf Schedlbauer
Die Eröffnung des Nürnberger Christkindlesmarktes. Das Christkind spricht den Prolog von der Empore der Frauenkirche aus.
Die Eröffnung des Nürnberger Christkindlesmarktes. Das Christkind spricht den Prolog von der Empore der Frauenkirche aus.
Foto: Ralf Schedlbauer

Jedes Jahr das Gleiche, sicher. Aber jedes Jahr lauschen dennoch Tausende auf dem Hauptmarkt dem Prolog des Christkinds, mit dem es „seinen“ Markt eröffnet. Die Eröffnungszeremonie ist seit Jahrzehnten nahezu gleichgeblieben, der Text hingegen wurde in den 1950er und 1960er Jahren mehrfach verändert. Der Prolog — geschrieben vom Dramaturgen Friedrich Bröger, einem Sohn des Nürnberger Dichters Karl Bröger — nimmt Bezug auf die Situation 1948, als es erstmals nach dem Zweiten Weltkrieg wieder einen Christkindlesmarkt in Nürnberg gab. Da in der Berichterstattung üblicherweise nur die ersten Zeilen des Prologs wiedergegeben werden, hier, der vollständige Text:


„Ihr Herrn und Frau’n, die Ihr einst Kinder wart, Ihr Kleinen, am Beginn der Lebensfahrt, ein jeder, der sich heute freut und morgen wieder plagt: Hört alle zu, was Euch das Christkind sagt!

In jedem Jahr, vier Wochen vor der Zeit, da man den Christbaum schmückt und sich aufs Feiern freut, ersteht auf diesem Platz, der Ahn hat’s schon gekannt, was Ihr hier seht, Christkindlesmarkt genannt.

Dies Städtlein in der Stadt, aus Holz und Tuch gemacht, so flüchtig, wie es scheint, in seiner kurzen Pracht, ist doch von Ewigkeit. Mein Markt bleibt immer jung, solang’ es Nürnberg gibt und die Erinnerung.

Denn alt und jung zugleich ist Nürnbergs Angesicht, das viele Züge trägt. Ihr zählt sie alle nicht! Da ist der edle Platz. Doch ihm sind zugesellt Hochhäuser dieses Tags, Fabriken dieser Welt.

Die neue Stadt im Grün. Und doch bleibt’s alle Zeit, Ihr Herrn und Frau’n: das Nürnberg, das Ihr seid. Am Saum des Jahres steht nun bald der Tag, an dem man selbst sich wünschen und andern schenken mag.

Doch leuchtet der Markt im Licht weit und breit, Schmuck, Kugeln und selige Weihnachtszeit, dann vergesst nicht, Ihr Herrn und Frau’n, und bedenkt, wer alles schon hat, der braucht nichts geschenkt.

Die Kinder der Welt und die armen Leut’, die wissen am besten, was Schenken bedeut’. Ihr Herrn und Frau’n, die Ihr einst Kinder wart, seid es heut’ wieder, freut Euch in ihrer Art. Das Christkind lädt zu seinem Markte ein, und wer da kommt, der soll willkommen sein.“
 

 

  

dal



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