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Wasserleitung ist 600 Jahre alt

Förderverein Felsengänge startet eine neu konzipierte Kinderführung - 05.03. 12:00 Uhr

Nürnberg  - Mit einer komplett neugestalteten Kinderführung lockt der Förderverein Nürnberger Felsengänge in die „Unterwelt“: Der Rundgang ist zwar hauptsächlich für Grundschulen gedacht, doch die Stationen sind genauso für Erwachsene interessant.


Kinder aus Schwarzenbruck staunen über die Reste der 600 Jahre alten Holz-Wasserleitung. Ralf Arnold vom Förderverein Felsengänge (mit gelbem Tuch) und N-Ergie-Vorstand Karl-Heinz Pöverlein erläutern, wie sie hergestellt wurde.
Kinder aus Schwarzenbruck staunen über die Reste der 600 Jahre alten Holz-Wasserleitung. Ralf Arnold vom Förderverein Felsengänge (mit gelbem Tuch) und N-Ergie-Vorstand Karl-Heinz Pöverlein erläutern, wie sie hergestellt wurde.
Foto: Daut
Kinder aus Schwarzenbruck staunen über die Reste der 600 Jahre alten Holz-Wasserleitung. Ralf Arnold vom Förderverein Felsengänge (mit gelbem Tuch) und N-Ergie-Vorstand Karl-Heinz Pöverlein erläutern, wie sie hergestellt wurde.
Kinder aus Schwarzenbruck staunen über die Reste der 600 Jahre alten Holz-Wasserleitung. Ralf Arnold vom Förderverein Felsengänge (mit gelbem Tuch) und N-Ergie-Vorstand Karl-Heinz Pöverlein erläutern, wie sie hergestellt wurde.
Foto: Daut

Zahllose Treppenstufen steigt man an der Altstadthof-Brauerei in die Tiefe hinab: Nur schwach beleuchtet sind die massiven Stollen, die vor Jahrhunderten in den Burgsandstein getrieben worden waren. Die Bewohner der Altstadt nutzten sie einst als Vorratskeller, ein Gurken-Fabrikant lagerte hier seine Fässer, im Zweiten Weltkrieg suchten viele Menschen Schutz vor der Bombardierung.

Doch die Felsengänge dokumentieren auch die Wasserversorgung der mittelalterlichen Bevölkerung: Quellen wurden angezapft und mit Hilfe von Leitungen floss das kühle Nass in die Altstadt. Die Rohre waren damals natürlich nicht aus Kunststoff, sondern aus Holz. Jetzt hat die N-Ergie ein rund 600 Jahre altes, 1,50 Meter langes Teilstück als Leihgabe zur Verfügung gestellt. Das Loch im Baumstamm ist ganz sorgfältig durch den Kern gebohrt.

Ein alter Holzschnitt oberhalb der Vitrine zeigt die Arbeit des Röhrenbohrers: Mit bis zu vier Meter langen Metallstangen hatte der Handwerker den Fichtenstamm durchlöchert. Ein Schmiedering aus Eisen verband die Teilstücke der Leitung und diente gleichzeitig als Dichtung.

Bauarbeiter hatten das Holzrohr aus dem 14.Jahrhundert, durch das einst Wasser zum Schönen Brunnen rauschte, vor 20 Jahren geborgen. Mit einem Durchmesser von sechs Zentimetern sprudelten rund 3000 Liter Wasser pro Stunde durch diese Leitung. Als N-Ergie-Vorstand Karl-Heinz Pöverlein vor einigen Monaten eine Führung durch die Felsengänge mitmachte, kam ihm die Idee, das seltene Fundstück an den ursprünglichen Platz zurückzubringen.

„Trinkwasser ist das wichtigste Lebensmittel der Menschheit“, sagt Pöverlein, „mit unserer Leihgabe wollen wir einen Aspekt der mittelalterlichen Wasserversorgung anschaulich machen.“ Der Förderverein Nürnberger Felsengänge nahm den Baumstamm gern entgegen und präsentiert ihn nun in einer beleuchteten Vitrine. Das Fundstück ist Teil des neu konzipierten Kinder-Rundgangs: Mädchen und Jungen sollen bei Erlebnis-Stationen Experimente zum Thema Wasser durchführen: Wie gelingt es, mit Hilfe von Wasserkraft eine Glühbirne zum Leuchten zu bringen? Was geschieht, wenn man Öl und Wasser vermischt? Welche Wirkung hat ein Wasserfilter aus Kies und Sand? Wie intensiv schmeckt Salzwasser? Fragen, die an den Stationen geklärt werden.

Außerdem gibt es wechselnde Themen-Schwerpunkte: Heuer heißt das Motto „Wasser ist Leben“, im nächsten Jahr geht es um den Umweltaspekt und 2013 steht die Technik im Mittelpunkt. Der Förderverein möchte das Thema Wasser in Anlehnung an den Grundschul-Lehrplan möglichst anschaulich vermitteln. Schulklassen können Führungen eigens buchen, Telefon: (0911) 227066. Doch einzelne Besucher sind ebenso willkommen.

Auftakt zum neuen Angebot ist in den Faschingsferien: Von Rosenmontag bis Freitag startet die Kinderführung um 12 Uhr ab Brauereiladen, Bergstraße 19. Der Rundgang dauert 70 Minuten, Eintritt für Erwachsene 4,50 Euro, für Kinder 3,50 Euro. 





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