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Zwei Liter Flüssigkeit sind für die Nieren optimal

Mediziner wurden bei NN-Telefonaktion mit Fragen zum Thema Nieren bestürmt - 16.03.10

NÜRNBERG  - Die Botschaft des Weltnierentages, auf die Gesundheit des wichtigen »Recycling-Organs« zu achten, scheint angekommen zu sein: Die vier Mediziner bei der NN-Telefonaktion wurden mit Fragen von unseren Leserinnen und Lesern dazu regelrecht bestürmt.


Die Nieren-Experten am Telefon: Dr. Burkard Gmelin, Prof. Roland Veelken, Dr. Roudolf Poliak und Prof. Kai-Uwe Eckardt (von links).
Die Nieren-Experten am Telefon: Dr. Burkard Gmelin, Prof. Roland Veelken, Dr. Roudolf Poliak und Prof. Kai-Uwe Eckardt (von links).
Foto: Eduard Weigert

Viele Anrufer, die sowohl unter Bluthochdruck als auch Diabetes leiden, wussten bereits um ihr erhöhtes Risiko für eine Schädigung der Nieren. Sie holten die Meinung der Experten zu ihren persönlichen Blutzucker- und Blutdruckwerten ein und ließen sich - wenn nicht ohnehin schon geschehen – regelmäßige Blut- und Urintests beim Hausarzt oder Internisten ans Herz legen, mit denen ganz unkompliziert die Funktion der Nieren überprüft werden kann.

Im Zweifel an den Facharzt wenden

Wenn dann dabei Veränderungen auftreten, so empfahl Prof. Kai-Uwe Eckardt, Chefarzt der Nephrologie am Klinikum Nürnberg und der Uniklinik Erlangen, einen Nephrologen als Facharzt aufzusuchen. »Bei den Anrufen hab’ ich gemerkt, dass vielen der Unterschied zwischen Urologen und Nephrologen nicht klar ist. Der Nephrologe ist der Internist, der Urologe eher der Chirurg bei Erkrankungen im Bereich der Nieren und Harnwege«, meint Eckardt.

Eckardt wie die beiden Oberärzte am Klinikum Nürnberg, Prof. Roland Veelken und Dr. Roudolf Poliak, sowie der niedergelassene Nephrologe Burkhard Gmelin räumten in vielen Gesprächen außerdem mit dem weit verbreiteten Irrglauben auf, sehr viel zu trinken verbessere die Nierenfunktion. »Zwei Liter Flüssigkeit pro Tag sind optimal. Zur Flüssigkeit zählen Kaffee, Tee und alle anderen Getränke, aber auch Suppe oder die Flüssigkeit, die in fester Nahrung wie zum Beispiel Obst steckt«, meinte Veelken. Bei zwei Litern pro Tag müsse die Niere den Urin weder verdicken noch verdünnen, deshalb sei diese Flüssigkeitsmenge für das Doppelorgan sehr schonend. Erstaunlich viele Anrufer, so der Oberarzt, meinten dagegen, sie müssten täglich zwei Liter Wasser zu sich nehmen - unabhängig von anderen Flüssigkeiten.

Wie sie ihre Nieren vorbeugend schützen können, wollten auch viele unserer Leser wissen, die keine Begleiterkrankungen wie Bluthochdruck oder Zucker haben. Gesunde, ausgewogene Ernährung mit wenig Fleisch, mit tierischen Fetten und Salz sparen, viel Bewegung und das Gewicht im Auge behalten – so lauteten die Empfehlungen der Experten für einen gesunden Lebensstil, der nicht nur vor Nierenerkrankungen schützt.

Vorsicht bei Schmerzmitteln

Zahlreiche Anrufe befassten sich auch mit der Frage, inwieweit Medikamente die Nieren schädigen können. Besonders aspirinartige Schmerzmittel sollte man sparsam dosieren, meinten die Mediziner. Vor allem wer dauerhaft Schmerzmittel nimmt, gefährdet die Nierenfunktion.

Bei Dr. Burkhard Gmelin hakten Patienten nach, die an Nierenzysten leiden. »Einzelne Zysten muss man nicht operieren. Es genügt, einmal im Jahr zu einer Kontrolluntersuchung zu gehen«, beruhigte der niedergelassene Mediziner. Auch mit Nierensteinen hatten einige Anrufer zu tun. Gmelin empfahl, den Stein erst chemisch analysieren zu lassen, um dadurch das richtige Medikament herauszufinden, das den Stein dann auflöst.

Urin genau beobachten

Blut im Urin, schaumiger Urin, plötzlich ansteigende Nierenwerte, aber auch geschwollene Augen oder Finger - all das sind Alarmzeichen, die darauf hindeuten können, dass mit den Nieren etwas nicht in Ordnung ist. »Auf jeden Fall beim Arzt abklären lassen«, riet Oberarzt Dr. Roudolf Poliak Anrufern, die ihm solche Symptome schilderten. Denn die Nieren verursachen keine Beschwerden, wenn sie nicht mehr richtig arbeiten, meinte der Mediziner. Deshalb sei es wichtig, bei jeglichen Veränderungen hellhörig zu sein, die im Zusammenhang mit den Nieren stehen können.

Bei ihm meldeten sich auch Patienten, die nur noch eine Niere haben. Sie wollten wissen, ob sie ein höheres Risiko haben, einmal zum Dialyse-Patienten zu werden. »Das Risiko ist genauso hoch wie bei einem Menschen, der beide Nieren besitzt«, erklärte Poliak. Aber er riet, hier ganz besonders achtsam zu sein, um die Funktion der verbliebenen Niere vollständig zu erhalten. 





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