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Alle warten auf den Supermarkt

Doch für Fischbach ist keine rasche Lösung in Sicht - Thema am 9.Februar im Stadtplanungsausschuss - 08.02. 07:58 Uhr

FISCHBACH  - Ganz Fischbach wünscht sich einen Supermarkt. Doch eine rasche Lösung ist derzeit nicht in Sicht. Zwei von drei möglichen Investoren liegen mit der Stadt im Clinch.

In diesem „Markt der Generationen“ in Weißwasser/Oberlausitz hängen Lupen an den Regalen, die Gänge sind breiter, Rollatoren stehen im Eingangsbereich, gleich daneben gibt es eine Spielecke für Kinder. In Fischbach ist dafür jedoch bisher kein Platz.
In diesem „Markt der Generationen“ in Weißwasser/Oberlausitz hängen Lupen an den Regalen, die Gänge sind breiter, Rollatoren stehen im Eingangsbereich, gleich daneben gibt es eine Spielecke für Kinder. In Fischbach ist dafür jedoch bisher kein Platz.
Foto: dapd
In diesem „Markt der Generationen“ in Weißwasser/Oberlausitz hängen Lupen an den Regalen, die Gänge sind breiter, Rollatoren stehen im Eingangsbereich, gleich daneben gibt es eine Spielecke für Kinder. In Fischbach ist dafür jedoch bisher kein Platz.
In diesem „Markt der Generationen“ in Weißwasser/Oberlausitz hängen Lupen an den Regalen, die Gänge sind breiter, Rollatoren stehen im Eingangsbereich, gleich daneben gibt es eine Spielecke für Kinder. In Fischbach ist dafür jedoch bisher kein Platz.
Foto: dapd

Wieder einmal beschäftigt das Thema Nahversorgung in Fischbach an diesem Donnerstag die Stadträte. Drei Bäckereien, ein Metzger, ein Obst- und Gemüsegeschäft, ein Tante-Emma-Laden und ein kleiner Discounter — mehr hat der Stadtteil im Lebensmittelbereich nicht zu bieten. In der Vorlage für den Stadtplanungsausschuss wird der Bedarf für einen Supermarkt eindeutig bestätigt. Allerdings setzen die Stadtplaner eine Obergrenze bei der Verkaufsfläche: Ein Vollsortimenter mit maximal 1250 Quadratmetern soll es sein.


Zu wenig, sagen die potenziellen Investoren Klaus Liebel und Christian Silberhorn. Der Großgrundbesitzer Silberhorn hat seine Pläne für ein Einkaufszentrum mit bis zu 3000 Quadratmetern und 300 Parkplätzen auf dem Areal zwischen Feuchter Brücklein, Fischbacher Hauptstraße, Kinderschulgasse und Friedhof inzwischen begraben. „Die Stadtplaner wollen das nicht, das ist für mich gestorben“, sagt Silberhorn. Er kann sich allenfalls vorstellen, die Fläche an einen Investor zu verkaufen. Den Bereich Georg-Silberhorn-Straße hinter dem Hotel, den die Stadt ebenfalls als Supermarkt-Fläche begutachtet hat, hält Eigentümer Silberhorn für ungeeignet: „Da ist zu wenig Platz.“



Offenbar im Auftrag von Robert Fink („Café Fink“), der gleich neben dem besagten Silberhorn-Areal in Fischbach- Mitte ein Grundstück besitzt, hat ein Bamberger Projektentwickler einen Konzeptentwurf für einen Discounter vorgelegt. Fink selbst hält sich auf Anfrage des Stadtanzeigers bedeckt.

Die Stadtplaner halten den Standort für bedingt geeignet. Das dahinter vorgesehene Wohngebiet müsse ebenso wie der benachbarte Kindergarten vor Lärm geschützt werden. Zudem müsse die verkehrliche Erschließung der Wohnungen von der Fischbacher Hauptstraße her gewährleistet sein. Wichtig ist der Stadt auch, dass das denkmalgeschützte Gebäude in der Fischbacher Hauptstraße 202 erhalten bleibt.

Angesichts dieser Forderungen seien hier möglicherweise nur 800 Quadratmeter Supermarkt möglich, erläutert Ingo Schlick, kommissarischer Leiter des Stadtplanungsamtes. Aus Schlicks Sicht kein Problem: „Überall in der Stadt werden Supermärkte mit 800 Quadratmetern gebaut, sogar Vollsortimenter. Für Fischbach wäre das ausreichend.“

Da ist Klaus Liebel ganz anderer Meinung. Er möchte seit langem ein Einzelhandelszentrum auf dem Gelände des früheren Möbelhauses Liebel an der Dickensstraße realisieren. „Vollsortimenter wollen mehr als 1250 Quadratmeter Verkaufsfläche“, sagt Liebel und berichtet von neuen Konzepten. Der „Markt der Generationen“ sei der Supermarkt der Zukunft — mit niedrigen Regalen und breiten Gängen, „damit auch Mütter mit Kinderwagen und Omas mit Rollator problemlos durchkommen“. So was brauche natürlich mehr Platz.

Verhandlungen mit dem Stadtplanungsamt seien ergebnislos verlaufen, so Liebel. Eine Bauvoranfrage vom August letzten Jahres habe die Bauordnungsbehörde im Dezember abschlägig beschieden. Dagegen zieht Liebel jetzt vor Gericht. Die Stadt begründet die Ablehnung so: Mit einem Supermarkt, einem großen Getränkemarkt und Randsortimenten überschreite der Antragsteller die zulässige Verkaufsfläche von 1250 Quadratmetern. „Das ist zu viel an der Stelle, ohne Bebauungsplan geht das nicht“, erläutert Schlick.

Städtebaulicher Vertrag ist notwendig

Bevor hier Baurecht geschaffen werde, müsse der Grundstückseigentümer einem städtebaulichen Vertrag zustimmen, der ihn zur Übernahme der Planungskosten verpflichtet. Die Grundzustimmungserklärung habe dieser jedoch abgelehnt. „Wir wollten einige Änderungen im Vertragsentwurf, doch die Stadt ließ nicht mit sich diskutieren“, erklärt dazu Liebel.

„Man kann dem Eigentümer schlecht einen Freibrief geben, da muss die Stadt schon vorsichtig sein“, kommentiert dies der Fischbacher Ortsteilsprecher Klaus Wohlleben vom Bürgerverein Südost. Allerdings kritisiert er auch die Haltung der Stadtplaner als „etwas engstirnig“. Ob der Supermarkt 1200 oder 1500 Quadratmeter hat, mache für das Verkehrsaufkommen in Fischbach keinen großen Unterschied. Der Bedarf sei jedenfalls eindeutig vorhanden, auch die ortsansässigen Händler hätten nichts dagegen.

Dies bestätigt Roland Linnert von der Gemeinschaft Fischbacher Unternehmer Fi-Net e.V.: „Wir wünschen uns, dass in Sachen Supermarkt endlich was läuft. Wir wollen mehr Kaufkraft im Dorf haben.“ Die 5500 Einwohner von Fischbach sollen endlich die Chance haben, ihren täglichen Warenbedarf im Stadtteil zu decken.

  



CHRISTINE ANNESER

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